Müde bin ich, geh zur Ruh | Text und Noten

Ein kleines Kind schläft friedlich im Bett, eingekuschelt in eine Decke, Mondlicht scheint durchs Fenster, ein Teddybär sitzt am Bettrand, die Szene wirkt ruhig und geborgen.

Wenn die Abende länger werden und der Himmel in ein tiefes Blau taucht, entfaltet sich eine stille Magie, die uns zurück in die Unbeschwertheit unserer Kindheit trägt. In diesen kostbaren Momenten kurz vor dem Schlaf, wenn der Tag seine letzten Atemzüge nimmt, klingt ein leises Wiegenlied in unseren Herzen nach – vertraut und beruhigend wie das sanfte Rauschen fernab ziehender Wellen.

„Müde bin ich, geh zur Ruh“ flüstert in den sanftesten Tönen von Geborgenheit und kindlichem Vertrauen. Es ist ein Lied, das wie ein Schutzmantel aus liebevollen Gebeten über uns gelegt wird, während die Nacht hereinbricht. Die Worte sind wie ein zarter Kuss auf die Stirn, ein leises Versprechen, dass über unser Bett gewacht wird – von einem gütigen Vater, dessen Augen über uns wachen. In der stillen Dunkelheit wird jedes Wort zu einem Stern, der am Himmel leuchtet, während wir in die Welt der Träume gleiten.

historischer Hintergrund

„Müde bin ich, geh zur Ruh“ ist ein inniges Abendlied, dessen Ursprung auf die Dichterin Luise Hensel (1798–1876) zurückgeht. Ihre einfühlsamen Worte, die Geborgenheit und Frieden ausstrahlen, sind in die deutsche Volksliedkultur tief eingebettet. Die Melodie, die das Gedicht begleitet, entstammt einer Volksweise, deren sanfte Klänge die Schlichtheit und den Trost des Textes wunderbar unterstreichen.

Als Volkslied gehört dieses Werk zu einer Kategorie von Liedern, die durch ihre einfache, eingängige Struktur und die mündliche Überlieferung gekennzeichnet sind. In der deutschen Musikkultur erfreut sich das Lied großer Beliebtheit und wird oft in familiären und pädagogischen Kontexten gesungen, um den Tag harmonisch ausklingen zu lassen.

Durch die Jahrhunderte hindurch haben sich verschiedene Varianten des Liedes entwickelt, die jedoch stets den ursprünglichen, beruhigenden Charakter bewahren. Die universale Botschaft von Ruhe und Geborgenheit, die Hensels Worte vermitteln, hat Generationen überdauert und lässt das Lied in seiner zeitlosen Schönheit erstrahlen.

Noten und Liedtext

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  1. Müde bin ich, geh zur Ruh,
    schließe beide Äuglein zu.
    Vater, lass die Augen dein
    über meinem Bette sein.
  2. Hab ich Unrecht heut getan,
    sieh es, lieber Gott, nicht an,
    deine Gnad und Jesu Blut
    macht ja allen Schaden gut.
  3. Alle, die mir sind verwandt,
    Gott, lass ruhn in deiner Hand,
    alle Menschen, groß und klein,
    sollen dir befohlen sein.
  1. Kranken Herzen sende Ruh,
    nasse Augen schließe zu.
    Lass den Mond am Himmel stehn
    und die stille Welt beseh’n.

Text: Luise Hensel (1798-1876)
Melodie: Volksweise

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Textinterpretation

Müde und voller kindlicher Unschuld legt sich das lyrische Ich zur Ruhe. Der Schlaf wird zum Tor in eine Welt des Friedens, während der Tag seine Farben verliert und die Nacht sanft die Sinne umhüllt. In der Bitte, die Augen des Vaters mögen über dem Bette wachen, schwingt eine uralte Sehnsucht nach Geborgenheit und Schutz mit. Diese Zeilen zeichnen ein Bild von Kindheit, das in seiner Schlichtheit tief berührt und uns an die eigene Unbeschwertheit erinnert.

Das Lied, in seiner schlichten Melodie und seinen vertrauten Worten, ist wie ein stilles Gebet, das die Zwischentöne der Nacht erhellt. Es lädt uns ein, in der Hektik des modernen Lebens innezuhalten und den Moment der Ruhe zu schätzen. Der Leser spürt die sanfte Umarmung der Dunkelheit und findet Trost in der Vorstellung, dass ein wachsames Auge über ihm wacht, auch wenn er die Kontrolle an den Schlaf abgibt.

Heute kann das Lied eine Brücke zwischen den Generationen schlagen, indem es Erinnerungen an die eigene Kindheit wachruft und gleichzeitig als liebevolle Gute-Nacht-Botschaft für die Jüngsten dient. Es ist eine Einladung, das Loslassen zu üben und darauf zu vertrauen, dass der nächste Morgen neue Chancen und Licht bringt. Indem es die einfache, aber tiefe Verbindung zwischen Eltern und Kindern ehrt, bleibt das Lied zeitlos und aktuell.

Hörbeispiele

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https://youtu.be/G1Ugcb7NZ7A?list=RDG1Ugcb7NZ7A

Gitarre – Noten und Tabs

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