Nehmt Abschied, Brüder | Text und Noten

Ein warmer Windhauch, der die letzten Sonnenstrahlen eines Tages mit sich trägt, streift über die Gesichter von Freunden, die sich ein letztes Mal in die Augen blicken. In diesen Momenten, in denen die Zeit für einen Augenblick stillzustehen scheint, erhebt sich ein Lied, das jeder von ihnen kennt: „Nehmt Abschied, Brüder“. Es ist ein Lied, das Erinnerungen weckt an gemeinsame Abenteuer, an Lachen und Tränen, an Nächte voller Gespräche und Tage voller Erlebnisse.
Die Worte des Liedes tragen eine Schwere, die zugleich tröstet und verbindet. Sie sprechen von der Ungewissheit des Lebens, von Wegen, die sich trennen, und von der Hoffnung, die in der Dunkelheit aufleuchtet. Doch trotz der Melancholie liegt in ihnen eine tiefe Verbundenheit, eine unausgesprochene Versprechen, dass die Bande der Freundschaft die Distanz überwinden werden. Der Reim des Liedes vereint die Stimmen zu einem harmonischen Ganzen, wie ein unsichtbares Band, das die Herzen der Sänger umschließt und ihnen Kraft gibt, den nächsten Schritt zu wagen.
historischer Hintergrund
„Nehmt Abschied, Brüder“ ist ein Lied, das in seiner deutschen Fassung von Klaus Ludwig Laue mit einem Text versehen wurde. Die Melodie stammt aus einer alten schottischen Volksweise, die unter dem Titel „Auld Lang Syne“ bekannt ist und ihre Ursprünge bis ins Jahr 1687 zurückverfolgen lässt. Diese Melodie hat über die Jahrhunderte hinweg Menschen auf der ganzen Welt berührt und begleitet.
Als Volkslied hat „Nehmt Abschied, Brüder“ seinen festen Platz in der Tradition und wird häufig bei feierlichen Abschieden, insbesondere in Pfadfinderkreisen und bei internationalen Begegnungen, gesungen. Die universelle Melodie verbindet Menschen über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg. Die melancholische, aber zugleich hoffnungsvolle Stimmung des Liedes lädt dazu ein, sich an vergangene Zeiten zu erinnern und die Gemeinschaft zu feiern, bevor man auseinandergeht.
Besonders bemerkenswert ist die Verbreitung des Liedes in verschiedenen Sprach- und Kulturkreisen, was ihm zahlreiche Varianten eingebracht hat. Diese Vielfalt unterstreicht die zeitlose Relevanz der Melodie und die emotionale Tiefe der Abschiedsthematik, die in vielen Kulturen eine bedeutende Rolle spielt. So ist „Nehmt Abschied, Brüder“ ein eindrucksvolles Beispiel für die verbindende Kraft der Musik.
Noten und Liedtext
- Nehmt Abschied, Brüder, ungewiß
ist alle Wiederkehr,
die Zukunft liegt in Finsternis
und macht das Herz uns schwer.
(1. – 4.) Der Himmel wölbt sich übers Land,
ade, au f Wiederseh’n!
Wir ruhen all in Gottes Hand,
lebt wohl, auf Wiederseh’n! - Die Sonne sinkt, es steigt die Nacht,
vergangen ist der Tag.
Die Welt schläft ein, und leis erwacht
der Nachtigallen Schlag.
Der Himmel…. - So ist in jedem Anbeginn
das Ende nicht mehr weit.
Wir kommen her und gehen hin
und mit uns geht die Zeit.
Der Himmel….
Text der deutschen Fassung: Klaus Ludwig Laue
Melodie: alte schottische Volksweise, seit 1687 bekannt (Auld lang syne)
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Textinterpretation
In diesen poetischen Zeilen von „Nehmt Abschied, Brüder“ schwebt ein leiser Hauch von Melancholie, der die Ungewissheit der Zukunft umarmt. Die Dunkelheit, die die kommenden Tage umhüllt, lässt das Herz schwer werden und fordert uns auf, den Moment zu schätzen. Freundschaft und Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt, und der Abschied wird zu einem bittersüßen Ritual, das uns innehalten lässt. Diese Empfindungen sind zeitlos und finden ihren Widerhall im heutigen Leben, wo Unsicherheiten uns ebenso begleiten.
Das Lied erinnert uns daran, dass jeder Abschied ein zarter Schnitt in das Geflecht unserer Beziehungen ist, eine Erinnerung daran, wie wertvoll gemeinsame Augenblicke sind. In einer Welt, die sich ständig verändert, bleibt die Beständigkeit der Freundschaft ein Anker. Beim Singen oder Hören dieses Volksliedes spüren wir die universelle Verbindung mit den Menschen um uns herum und werden uns der flüchtigen Schönheit des Zusammenseins bewusst.
Im Abschied verbirgt sich die Weisheit des Lebens: Jeder Abschied ist ein neuer Anfang, und der Kreislauf der Zeit lehrt uns, die Momente zu schätzen, während wir dem Ungewissen entgegentreten.






