Das Laub fällt von den Bäumen | Text und Noten

Ein sanfter Windhauch trägt die ersten Blätter zu Boden, und du spürst den vertrauten Kuss des Herbstes auf deiner Haut. Der Himmel ist in melancholische Grautöne gehüllt, während die Bäume ihre goldene Pracht verlieren. Es ist diese stille, magische Zeit des Jahres, in der das Lied „Das Laub fällt von den Bäumen“ seine besondere Melodie entfaltet.
In den Zeilen des Liedes spiegelt sich der Abschied vom Sommer wider, wie ein leises Flüstern der Veränderung. Die Worte wecken Erinnerungen an Spaziergänge auf raschelnden Wegen, an das bittersüße Versprechen des Unbekannten. Du fühlst die Vergänglichkeit des Lebens, die in jedem fallenden Blatt mitschwingt, und doch ist da auch eine zarte Schönheit, die dich umhüllt.
Mit poetischer Kraft und einfühlsamen Bildern erzählt das Lied von der Natur und den Träumen, die sich mit ihr wandeln. Es lädt dich ein, innezuhalten und die leisen Töne des Herbstes in deinem Herzen nachklingen zu lassen.
historischer Hintergrund
Das Lied „Das Laub fällt von den Bäumen“ entspringt einer tief verwurzelten Tradition deutscher Herbstlieder. Der Text stammt von Siegfried August Mahlmann, einem vielseitigen Schriftsteller und Verleger, der zwischen 1771 und 1826 lebte. Seine Worte fangen die melancholische Schönheit des Herbstes ein und spiegeln die Vergänglichkeit der Natur wider. Die Melodie, zu der der Text gesungen wird, ist eine Volksweise aus dem 18. Jahrhundert, die sich durch ihre eingängige und zugleich schlichte Melodik auszeichnet.
Als Herbstlied ist es Teil einer langen Reihe von Liedern, die die Jahreszeiten thematisieren und das natürliche Wechselspiel zum Ausdruck bringen. Diese Lieder waren besonders in ländlichen Regionen populär, wo sie oft mündlich überliefert wurden. Dadurch existieren zahlreiche Varianten und Abwandlungen, die den regionalen Eigenheiten Rechnung tragen und das Lied bis heute lebendig halten.
Besonders bemerkenswert ist die Art und Weise, wie das Lied die kulturelle Landschaft Deutschlands prägte. Es wurde in Schulen gelehrt und bei Herbstfesten gesungen, wodurch es Generationen von Menschen begleitete und in deren kollektives Gedächtnis einging. So bleibt „Das Laub fällt von den Bäumen“ ein eindrucksvolles Zeugnis der Verbindung zwischen Musik, Poesie und Naturerleben.
Noten und Liedtext
- Das Laub fällt von den Bäumen,
das zarte Sommerlaub;
das Leben mit seinen Träumen
zerfällt in Asch und Staub. - Die Vöglein traulich sangen,
wie schweigt der Wald jetzt still!
Die Lieb‘ ist fortgegangen,
kein Vöglein singen will. - Die Liebe kehrt wohl wieder
im künft’gen lieben Jahr,
und alles tönt dann wieder,
was hier verklungen war.
Text: Siegfried August Mahlmann (1771-1826)
Melodie: Volksweise 18. Jahrhundert
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Textinterpretation
Der Herbst malt mit melancholischen Pinselstrichen eine Landschaft des Abschieds, während das Laub sanft von den Bäumen fällt. Das zarte Sommerlaub, einst voller Leben und Träume, zerfällt in Asch und Staub und erinnert uns an die Vergänglichkeit. In diesem poetischen Herbstlied wird die Natur zum Spiegel menschlicher Erfahrungen: Wie die Blätter im Wind tanzen und zu Boden sinken, so vergehen auch unsere Träume und Hoffnungen, um Platz für Neues zu schaffen. Es ist ein stilles, nachdenkliches Innehalten im Kreislauf des Lebens.
Die Zeilen sprechen von einem sanften Loslassen, das uns im echten Leben oft schwerfällt. Wir halten fest an Vergangenem, an Erinnerungen und Träumen, die uns einst erfüllten. Doch wie die Bäume ihre Blätter im Herbst abwerfen, müssen auch wir lernen, loszulassen, um nicht in der Starre des Alten zu verharren. Das Lied ruft uns auf, die Schönheit im Abschied und Wandel zu erkennen und mit der Natur im Einklang zu sein, die stetig erneuert und verwandelt.
In der heutigen Zeit, geprägt von Hektik und Veränderung, lädt dieses Lied dazu ein, innezuhalten und den stillen Zauber des Herbstes zu spüren. Es ist eine Einladung, sich mit der Natur zu verbinden und in ihrem Rhythmus Trost zu finden. Die vergänglichen Blätter erinnern uns daran, dass Abschied und Erneuerung Teil eines größeren Ganzen sind. Der Leser mag in diesen Zeilen eine leise Sehnsucht nach Frieden und Akzeptanz im ständigen Wandel des Lebens verspüren.
Im Fall des Laubs spiegelt sich der Kreislauf des Lebens: Vergänglichkeit und Hoffnung, dass nach der Stille des Winters neues Leben erblüht, ermahnt uns, die Schönheit des Moments zu schätzen und die Sehnsucht zu bewahren.






