Sei gegrüßt, Sankt Martin, Gottesmann | Text und Noten

Es ist ein Abend, an dem die Dunkelheit sanft von einem Meer aus kleinen Lichtern durchbrochen wird. Kinderstimmen klingen wie ein zarter Chor, der durch die Straßen zieht, und der Wind trägt das Flackern der Laternen mit sich. Erinnerst du dich an diese magischen Nächte, als der Novemberhimmel seine Schleier öffnete, um die Wärme der Kerzen zu umarmen?
„Sei gegrüßt, Sankt Martin, Gottesmann“, ertönt es aus vollen Kehlen, und die Melodie weckt längst vergessene Bilder. Da ist er wieder, der heilige Martin, auf seinem stolzen Ross, der Held deiner Kindheit, der seine Mantelhälfte verschenkt. Es ist ein Lied, das dich auf eine Reise mitnimmt, zurück zu den Wurzeln des Teilens und der Gemeinschaft.
Die Laternen erstrahlen zu seiner Ehre, und du fühlst, wie das Licht der kleinen Flammen die Herzen erhellt. Es ist nicht nur ein Lied; es ist ein Brauch, ein Moment des Innehaltens, der dir zeigt, dass auch in der Dunkelheit stets ein Licht leuchten kann.
historischer Hintergrund
„Sei gegrüßt, Sankt Martin, Gottesmann“ ist ein traditionelles Martinslied, dessen Ursprünge in der mündlichen Überlieferung liegen. Die Melodie des Liedes erinnert an das bekannte Volkslied „Nun ade, du mein lieb‘ Heimatland“, was auf eine tiefe Verwurzelung im kulturellen Gedächtnis hinweist. Diese Verbindung verleiht dem Lied eine besondere Vertrautheit und nostalgische Note.
Als Martinslied gehört es zu einer besonderen Kategorie von Liedern, die zu Ehren des heiligen Martin von Tours gesungen werden, insbesondere am Martinstag. Diese Lieder sind fester Bestandteil der Feierlichkeiten und Umzüge, die in vielen Regionen Europas stattfinden. Sie erzählen von den Tugenden und dem selbstlosen Handeln des Heiligen, der durch seine Nächstenliebe und Bescheidenheit bekannt wurde.
Im Laufe der Zeit haben sich zahlreiche Varianten des Liedes entwickelt, die sowohl in Text als auch Melodie leicht variieren können. Diese Vielfalt spiegelt die regionale Verbreitung und Anpassung der Martinslieder wider, die sich stets an den lokalen Traditionen und Bräuchen orientieren. Dadurch bleibt das Lied lebendig und relevant, während es Generationen überdauert.
Noten und Liedtext
- Sei gegrüßt, Sankt Martin, Gottesmann,
Sankt Martin, sei gegrüßt!
Dir zu Ehr sind all die Lämpchen an,
Sankt Martin, sei gegrüßt!
Du ein Muster der Barmherzigkeit,
bist belohnt in alle Ewigkeit,
Sankt Martin, sei gegrüßt! - Schon als Kriegsmann warst du Glaubensheld,
Sankt Martin, Glaubensheld!
Hast getan, was Gott, dem Herrn, gefällt,
Sankt Martin, Glaubensheld!
Deinen Mantel warfst zur Hälfte du
einem armen Mann aus Mitleid zu.
Sankt Martin, Glaubensheld! - Erschallet heut‘ dir überall,
Sankt Martin Lob und Dank.
Ertönt in lautem Liederschall,
Sankt Martin Lob und Dank.
Es gebühret jetzt und allezeit
und in Liebe wie in Herrlichkeit,
Sankt Martin Lob und Dank.
Text und Melodie: mündlich überliefert,
Melodie wie bei „Nun ade, du mein lieb‘ Heimatland“
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Textinterpretation
In den ersten Zeilen des Liedes „Sei gegrüßt, Sankt Martin, Gottesmann“ schwingt eine herzliche Begrüßung mit – eine Einladung in die Welt von Tradition und Glauben. Die leuchtenden Lämpchen, die ihm zu Ehren entzündet werden, symbolisieren nicht nur das Licht, das Sankt Martin in die Herzen der Menschen bringt, sondern auch die Wärme und Geborgenheit, die mit den Erinnerungen an die Kindheit einhergehen. Es ist eine Rückkehr zur Unschuld, ein Streiflicht auf die Bedeutung von Mitgefühl und Nächstenliebe.
Heute könnte dieses Lied uns daran erinnern, wie wichtig Gemeinschaft und Traditionen für unser Wohlbefinden sind. In einer Welt, die oft von Eile und Isolation geprägt ist, bietet das Bild der leuchtenden Lämpchen in der Dunkelheit einen poetischen Moment der Besinnung. Es weckt in uns das Gefühl der Zusammengehörigkeit und die simple Freude, die in der kindlichen Begeisterung für den Lichterzug am Martinstag liegt. Der Leser mag in sich selbst die Sehnsucht nach solchen Momenten spüren, nach Zeiten, in denen die Welt ein kleines bisschen heller scheint.
In der Verehrung Sankt Martins spiegelt sich die Kraft der Barmherzigkeit wider; sein Erbe lehrt uns, in Mitgefühl zu handeln und das Licht der Nächstenliebe in dunklen Zeiten zu entzünden.






