Es tanzt ein Bi-ba-butzemann | Text und Noten

Im Zwielicht des Kinderzimmers, wenn die Sonnenstrahlen sanft durch die Vorhänge gleiten, beginnt ein Tanz, der die Welt in ein kleines Wunderland verwandelt. Der Bi-ba-butzemann, eine Fantasiegestalt aus längst vergangenen Tagen, erwacht zum Leben – ein schelmischer Begleiter, der mit seinen lustigen Bewegungen und Reimversen die Herzen kleiner Abenteurer erobert. Sein Kommen kündigt sich an wie ein fröhliches Kichern, das die Luft mit Leichtigkeit erfüllt.
Er wirbelt umher, ein unsichtbarer Freund, der die Regeln des Alltags auf den Kopf stellt. In seinem Tanz verlieren sich die Sorgen, und die Zeit scheint für einen kostbaren Moment stillzustehen. Erinnerst du dich? Das Klopfen kleiner Füße auf dem Boden, das Lachen, das von den Wänden widerhallt, und die unbeschwerte Freude, die jeden Raum füllt. Hier, in diesem Augenblick, wird das einfache Kinderlied zur Melodie der Unbeschwertheit und des Glücks, die uns in eine Welt versetzt, in der alles möglich ist.
historischer Hintergrund
Im Jahr 1808 erschien das Lied „Es tanzt ein Bi-ba-butzemann“ erstmals im berühmten Gedichtband „Des Knaben Wunderhorn“. Diese Sammlung, herausgegeben von Achim von Arnim und Clemens Brentano, vereinte zahlreiche Volkslieder und Gedichte, die das kulturelle Erbe der deutschen Romantik prägten. Der Text des Liedes entfaltet sich in fröhlichen und kindgerechten Zeilen, die zum Mitmachen und Tanzen einladen.
Die Melodie des Liedes basiert auf einer traditionellen Volksweise, die sich in ihrer Schlichtheit und Eingängigkeit auszeichnet. Elemente dieser Melodie finden sich in zahlreichen anderen Volksliedern wieder, was die enge Verflechtung und den Austausch innerhalb der Volksmusiktradition verdeutlicht. Dadurch erhält das Lied einen besonderen Platz im Repertoire deutscher Kinderlieder.
Im Laufe der Zeit hat „Es tanzt ein Bi-ba-butzemann“ zahlreiche Varianten und Anpassungen erfahren, die seine Beliebtheit nur noch gesteigert haben. Diese Verbreitung zeugt von der zeitlosen Anziehungskraft und der kulturellen Bedeutung des Liedes, das Generationen von Kindern zum Tanzen und Singen animiert hat. So bleibt es ein fester Bestandteil vieler Kindergärten und Familienfeiern.
Noten und Liedtext
in unserm Haus herum, bidebum,
es tanzt ein Bibabutzemann
in unserm Haus herum.
Er rüttelt sich, er schüttelt sich,
er wirft sein Säckchen hinter sich.
Es tanzt ein Bibabutzemann
in unserm Haus herum.
Text: erstmals in „Des Knaben Wunderhorn“, 1808
Melodie: Volksweise (Elemente finden sich in verschiedenen anderen Volksliedern)
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Textinterpretation
Ein zarter Hauch von Fantasie durchzieht die Zeilen dieses Kinderliedes, das mit seiner verspielten Melodie die Herzen der Kleinen im Sturm erobert. Der Bi-ba-butzemann tanzt durch die Räume, als wolle er die Wände aus ihrer Stille reißen und sie mit Leben füllen. Sein Reigen ist eine Einladung an Groß und Klein, sich der Unbeschwertheit hinzugeben. Inmitten des Alltags erinnert uns der Butzemann daran, dass das Leben selbst ein Tanz ist, ein ewiges Spiel der Bewegung und Freude.
Der Tanz des Butzemanns symbolisiert mehr als nur kindliches Spiel; er ist eine Metapher für die Leichtigkeit des Seins, die uns durch den Rhythmus von Reim und Bewegung berührt. Das Lied erinnert uns daran, dass wir uns stets in einem Tanz mit dem Leben befinden, auch wenn die Schritte manchmal ungelenk scheinen. Der Leser mag sich fühlen, als ob der Butzemann auch in seinem Haus tanzt, die Sorgen hinwegwischend mit jedem beschwingten Schritt.
In unserem modernen Alltag, der oft von Hektik und Ernsthaftigkeit geprägt ist, lässt uns der Bi-ba-butzemann innehalten und die Welt mit Kinderaugen betrachten. Er fordert uns auf, die Freude im Augenblick zu finden und uns der Lebendigkeit hinzugeben, die in jedem Raum auf uns wartet. So wird das Lied zu einem zeitlosen Ruf nach Leichtigkeit und spielerischer Lebensfreude, der uns dazu ermuntert, das Tanzbein zu schwingen und den Moment zu umarmen.
Im Spiel des Lebens tanzt der Bibabutzemann, Symbol für Unbeschwertheit und Freude; er lehrt uns, den Alltag mit Leichtigkeit zu umarmen und im Moment zu leben, während wir die kleinen Wunder des Daseins feiern.







