Im schönsten Wiesengrunde | Text und Noten

Ein sanfter Morgennebel legt sich wie ein zarter Schleier über die Wiesen, während die ersten Sonnenstrahlen das Tal in goldenes Licht tauchen. Eine Melodie aus längst vergangenen Tagen schwebt durch die Luft, getragen vom leisen Rauschen der Blätter und dem Gesang der Vögel. Es ist das Lied der Heimat, das von jenen Momenten erzählt, die in deiner Seele widerhallen wie ein vertrauter Herzschlag.
Im schönsten Wiesengrunde, dort, wo die Natur ihre Arme ausbreitet und dich willkommen heißt, liegt das Haus deiner Erinnerungen. Hier, in der stillen Umarmung des Tals, hast du unzählige Stunden verbracht, die Zeit vergessen, während die Welt im sanften Grün der Wiesen und dem Duft der wilden Blumen erstrahlte. Dieses Lied trägt die Wärme jener Augenblicke, die Ruhe und Geborgenheit inmitten der Natur, die für immer ein Teil von dir bleiben werden.
historischer Hintergrund
„Im schönsten Wiesengrunde“ zählt zu den bekanntesten deutschen Volksliedern und hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. Der Text stammt aus der Feder von Wilhelm Ganzhorn (1818–1880), einem deutschen Juristen und Dichter, der mit seinen gefühlvollen Zeilen die Naturverbundenheit und Sehnsucht der Menschen ausdrückte. Die Melodie basiert auf dem Volkslied „Drei Lilien“ aus dem Jahr 1830, welches ursprünglich unter dem Titel „Das stille Tal“ mit insgesamt 13 Strophen veröffentlicht wurde.
Als Volkslied erfreut sich „Im schönsten Wiesengrunde“ einer großen Beliebtheit und wird oft bei geselligen Anlässen oder Wanderungen gesungen. Seine eingängige Melodie und der romantische Text laden zum Mitmachen ein und haben zur weiten Verbreitung beigetragen. Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche Varianten und Adaptionen, die das Lied in unterschiedlichen Regionen Deutschlands populär machten.
Besonders bemerkenswert ist die emotionale Tiefe, die Ganzhorns Worte vermitteln. Das Lied evoziert Bilder von idyllischen Landschaften und weckt nostalgische Erinnerungen an vergangene Zeiten. So bleibt „Im schönsten Wiesengrunde“ ein zeitloser Klassiker, der Generationen verbindet und die Schönheit der Natur feiert.
Noten und Liedtext
- Im schönsten Wiesengrunde ist meiner Heimat Haus;
da zog ich manche Stunde ins Tal hinaus.
Dich, mein stilles Tal, grüß ich tausend mal!
Da zog ich manche Stunde ins Tal hinaus. - Müsst aus dem Tal ich scheiden, wo alles Lust und Klang;
das wär mein herbstes Leiden, mein letzter Gang.
Dich, mein stilles Tal, grüß ich tausendmal!
Das wär mein herbstes Leiden, mein letzter Gang. - Sterb ich – in Tales Grunde will ich begraben sein;
singt mir zur letzten Stunde beim Abendschein:
Dir, o stilles Tal, Gruß zum letzten Mal!
Singt mir zur letzten Stunde beim Abendschein.
Text: Wilhelm Ganzhorn (1818–1880)
Melodie: nach dem Volkslied „Drei Lilien“, 1830, ursprünglich erschienen unter „Das stille Tal“ mit 13 Strophen
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Textinterpretation
In der sanften Umarmung des schönsten Wiesengrundes offenbart sich die Heimat als ein Ort des Ursprungs und der Sehnsucht. Hier, in den stillen Tälern, verweben sich Erinnerungen mit dem Flüstern des Windes und dem Murmeln der Bäche. Diese Zeilen, in ihrer schlichten Schönheit, fangen die Essenz der Natur ein, die uns in Momenten der Ruhe und des Innehaltens verankert. Sie erinnern uns an die Unvergänglichkeit der Landschaft, die uns trotz der Veränderungen der Zeit stets als Zufluchtsort dient.
Das Lied evoziert Bilder von unbeschwerten Stunden und kindlicher Freude, die tief in der Seele nachhallen. In einer Welt, die oft hektisch und unübersichtlich ist, sehnen wir uns nach dieser Klarheit und Einfachheit, die das Tal symbolisiert. Es ist ein Ruf zurück zu den Wurzeln, zu einem Ort, der uns mit Frieden erfüllt und unsere Gedanken ordnet. Der Leser mag in diesen Zeilen eine Einladung sehen, sich selbst in der Umarmung der Natur zu verlieren und die innere Ruhe zu finden.
Heute könnte das Lied als Erinnerung daran dienen, wie wichtig es ist, sich selbst Oasen der Stille zu schaffen, um in der Hektik des Alltags nicht verloren zu gehen. Es ermutigt, die Schönheit der Natur wertzuschätzen und die kleinen, oft übersehenen Wunder zu erkennen, die uns umgeben. Diese Verbindung zur Natur schenkt uns Kraft und Gelassenheit, und der Leser spürt beim Hören des Liedes vielleicht eine leise Melancholie, die dennoch von Hoffnung und Frieden durchdrungen ist.
Im stillen Tal der Heimat ruht die Seele, gebettet in Erinnerungen und Sehnsucht; der Abschied wird zum Lebenslied, in dem die Liebe zur Natur die Unvergänglichkeit des Seins besingt.






