O du lieber Augustin | Text und Noten

Ein warmer Abendhauch streicht durch die Gassen Wiens, während das letzte Licht des Tages über den Dächern tanzt. Du hörst es leise aus einer Ecke klingen: „O du lieber Augustin…“ Die Melodie, getragen von einer alten Stimme, erzählt von Verlust und Vergänglichkeit, doch auch von einer unerschütterlichen Lebensfreude. In diesen Tönen spiegeln sich Jahrhunderte an Geschichten, die so menschlich sind wie das Atmen selbst.
Es ist nicht nur ein einfaches Volkslied, sondern ein Echo aus einer Zeit, die von Pest und Armut gezeichnet war. Und doch, trotz allem, schwingt in jedem Vers ein feiner Humor mit, der die Schwermut verblassen lässt. Der Refrain hallt wider wie ein tröstender Freund, der dir zuflüstert, dass selbst im größten Verlust noch ein Funken Leben steckt. Diese Melodie ist ein unaufhörlich fließender Strom der Tradition, der dich mitnimmt auf eine Reise zu den Wurzeln der Menschlichkeit.
historischer Hintergrund
„O du lieber Augustin“ ist ein bekanntes Volkslied aus dem 18. Jahrhundert, dessen Ursprünge tief in der österreichischen Tradition verwurzelt sind. Der Text und die Melodie, die von einem anonymen Komponisten stammen, erzählen von der Resilienz und dem unerschütterlichen Optimismus des Bänkelsängers Augustin, der zur Zeit der Pest in Wien lebte. Die eingängige Melodie und der einfache, repetitive Text machten das Lied rasch populär.
Als Volkslied fällt „O du lieber Augustin“ in die Kategorie der Lieder, die mündlich überliefert und in verschiedenen Variationen verbreitet wurden. Diese flexible Überlieferung führte zu zahlreichen regionalen Abwandlungen, die das Lied bis heute lebendig halten. Es repräsentiert das kollektive Gedächtnis einer Epoche, in der Musik sowohl Trost als auch Unterhaltung bot.
Über die Jahrhunderte hinweg hat „O du lieber Augustin“ nicht nur seinen Platz in der Volksmusik bewahrt, sondern auch in der klassischen Musik und modernen Populärkultur Einzug gehalten. Die universelle Botschaft des Liedes, sich in schwierigen Zeiten nicht unterkriegen zu lassen, verleiht ihm zeitlose Relevanz und macht es zu einem unvergänglichen Bestandteil des europäischen Kulturerbes.
Noten und Liedtext
- O du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
o du lieber Augustin, alles ist hin.
Geld ist weg, Mäd’l ist weg, alles weg, alles weg.
O du lieber Augustin, alles ist hin. - O du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
o du lieber Augustin, alles ist hin.
Rock ist weg, Stock ist weg, Augustin liegt im Dreck!
O du lieber Augustin, alles ist hin.
Text und Melodie: Volkslied, 18. Jahrhundert.
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Textinterpretation
O du lieber Augustin, ein Lied von Verlust und Vergänglichkeit, schwebt wie ein leichtes Blatt durch die Wiener Luft. Inmitten der Pest, die Stadt und Seele gleichermaßen durchdringt, erhebt sich der einfache Refrain wie ein sanfter Spott über das Unvermeidliche. Geld und Liebe verflüchtigen sich in der Melodie, doch statt in Trübsal zu versinken, tanzt der Humor einen leichten Schritt. Vielleicht ist es diese Fähigkeit, über den Schmerz zu lachen, die uns den stärksten Trost schenkt.
In der heutigen Welt, in der stetiger Wandel und Verlust unsere ständigen Begleiter sind, gleicht das Lied einem Spiegel unserer eigenen Vergänglichkeit. Wir verlieren Menschen, Besitz und manchmal auch uns selbst. Doch wie Augustin, der seinen Kummer mit einem Lied überspielt, finden wir oft im Humor und der Tradition eine unerwartete Kraft. Der Leser mag in diesem Lied eine Erinnerung finden, dass selbst in der dunkelsten Stunde ein Lächeln das Herz erhellen kann.
Die Melodie von „O du lieber Augustin“ ist ein Volkslied, das sich durch Generationen zieht, ein musikalisches Erbe, das in seiner Einfachheit besticht. Es erinnert uns daran, dass selbst die schlichtesten Töne große Geschichten erzählen können. Vielleicht spürst du beim Hören des Liedes eine leise Melancholie, ein Bewusstsein für die flüchtigen Momente des Lebens – und die tröstliche Erkenntnis, dass alles, was vergeht, in der Erinnerung weiterlebt.
Im Verlust und der Vergänglichkeit spiegelt sich das Leben: Alles, was wir schätzen, kann entglitten, doch im Schmerz liegt die Erkenntnis, dass das Wesen des Daseins im Wandel verborgen ist.







