Freut euch des Lebens | Text und Noten

Ein sanfter Windhauch streift dein Gesicht, und die Welt um dich scheint in goldenem Licht zu erstrahlen. Der Duft von blühenden Rosen erfüllt die Luft, während das Murmeln eines nahen Baches dein Herz beruhigt. In diesem Augenblick, an dem die Zeit für einen Moment den Atem anhält, erklingt in deinem Inneren eine Melodie, die wie ein vertrauter Freund aus längst vergangenen Tagen zu dir spricht.
„Freut euch des Lebens“, ein Lied, das wie ein liebevoll gehütetes Geheimnis von Generation zu Generation weitergegeben wird, entfaltet seine Magie in dir. Es ist ein Ruf zur Dankbarkeit, ein sanftes Flüstern, das dich daran erinnert, das Jetzt zu umarmen, bevor es in den Fluss der Zeit entschwindet. Die Worte sind wie Sonnenstrahlen, die durch die Blätter tanzen, und jedes „pflücket die Rose“ ist ein Versprechen, das Leben in all seinen Facetten zu feiern.
historischer Hintergrund
„Freut euch des Lebens“ ist ein zeitloses Volkslied, dessen Text von Johann Martin Usteri (1763-1827) stammt, während die eingängige Melodie von Hans Georg Nägeli (1773-1836) komponiert wurde. Entstanden im späten 18. Jahrhundert, spiegelt das Lied die Lebensfreude und den Optimismus der damaligen Zeit wider. Es ermutigt die Menschen, das Leben in vollen Zügen zu genießen und die kleinen Freuden des Alltags zu schätzen.
Als Volkslied erfreut sich „Freut euch des Lebens“ einer weitreichenden Verbreitung im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Bereits im 19. Jahrhundert fand das Lied Eingang in zahlreiche Liederbücher und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Die eingängige Melodie und der lebensbejahende Text trugen dazu bei, dass es bis heute in Schulen und Chören gesungen wird.
Besonders bemerkenswert ist die Anpassungsfähigkeit des Liedes, das im Laufe der Jahre in verschiedenen Varianten und Bearbeitungen erschienen ist. Diese Vielseitigkeit trägt dazu bei, dass „Freut euch des Lebens“ auch in der modernen Zeit seinen festen Platz in der Musiktradition behält und seine Botschaft der Lebensfreude weiterhin verbreitet.
Noten und Liedtext
- (alle) Freut Euch des Lebens
weil noch das Lämpchen glüht,
pflücket die Rose,
eh’ sie verblüht!
So mancher schafft sich Sorg’ und Müh,
sucht Dornen auf, und findet sie,
und läßt das Veilchen unbemerkt,
das ihm am Wege blüht. - (alle) Freut Euch des Lebens …
Wenn scheu die Schöpfung sich verhüllt,
und lauter Donner ob uns brüllt,
so scheint am Abend, nach dem Sturm,
die Sonne, ach! so schön! - (alle) Freut Euch des Lebens …
Wer Neid und Mißgunst sorgsam flieht,
Genügsamkeit im Gärtchen zieht,
dem schießt sie bald zum Bäumchen auf,
das goldne Früchte bringt.
Text: Johann Martin Usteri (1763-1827)
Melodie: Hans Georg Nägeli (1773-1836)
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Textinterpretation
Freut euch des Lebens, so raunt es durch die Melodie, die uns wie ein sanfter Windhauch umschmeichelt. In den Zeilen verbirgt sich eine Einladung, das Leben in vollen Zügen zu genießen, solange das Licht der Lebenskraft noch in uns glimmt. Die Rose, Sinnbild für Schönheit und Vergänglichkeit, mahnt uns, jeden Moment zu ergreifen, bevor er in der Vergangenheit verblüht. Inmitten der Hektik und des Strebens nach mehr erstrahlt die Botschaft, sich an den kleinen Freuden zu laben, als zeitloser Schatz.
Wie eine Melodie, die durch die Jahreszeiten des Lebens weht, lädt das Lied dazu ein, innezuhalten und Dankbarkeit zu empfinden. Es erinnert daran, dass die Natur uns immer wieder mit neuen Wundern beschenkt und dass in der Einfachheit des Seins oft die größte Erfüllung liegt. Heute, in einer Welt voller Ablenkungen und ständiger Eile, könnte das Lied als sanfter Weckruf verstanden werden, die Schönheit im Alltäglichen zu suchen und das Herz für die unvergänglichen Momente zu öffnen.
Wenn die Melodie erklingt, mag der Leser eine warme Melancholie spüren, ein Streben nach der Unbeschwertheit vergangener Tage. Doch zugleich entsteht das Gefühl, dass die Freude des Lebens immer zugänglich ist, eingebettet in die gegenwärtige Erfahrung. Durch die poetische Erinnerung, das Leben zu feiern, wird man eingeladen, den Wert der Gegenwart zu erkennen und die Schönheit des Augenblicks zu umarmen, bevor er, wie die Rose, verblüht.
Feiert das Leben in seiner Vergänglichkeit; erkennt die Schönheit im Kleinen und wahrt Freundschaft und Güte, denn in der Verbundenheit blüht das Glück und wandelt selbst Dunkelheit in Licht.





