Schlaf, Herzenssöhnchen | Text und Noten

Sanft wie ein Flüstern im Sommerwind schleicht sich die Melodie in dein Herz, ein Wiegenlied aus längst vergangener Zeit. Es ist Nacht, und der Mond malt silberne Muster auf die Wände, während die Welt draußen in wohliger Stille ruht. Die Worte des Liedes sind wie zärtliche Hände, die dein Innerstes berühren, während du dich an die Wärme der Liebe erinnerst, die dich einst in den Schlaf wiegte.
„Schlaf, Herzenssöhnchen, mein Liebling bist du“, singt die Stimme, und du fühlst dich geborgen, als würdest du in eine Decke aus Sternen gehüllt. Die blauen Guckäugelein, die sich schließen, sind wie ein geheimer Zugang zu Träumen voller Wunder und Geborgenheit. Alles um dich herum wird ruhig und still, als hielte die Welt den Atem an, um diesen Moment der Liebe und des Friedens nicht zu stören.
Dieses Lied, so einfach und doch voller zarter Poesie, entführt dich in eine Welt, in der die Zeit stehen bleibt und die Liebe in jeder Note mitschwingt. Es ist ein Wiegenlied, das nicht nur Kinder, sondern auch die Herzen der Erwachsenen sanft zur Ruhe bettet.
historischer Hintergrund
„Schlaf, Herzenssöhnchen“ entstammt der Feder des renommierten Komponisten Carl Maria von Weber, der den Text als Teil seiner Sammlung „Fünf Gesänge mit Gitarre op. 13“ verfasste. Die Melodie hingegen stammt von Franz Carl Hiemer, einem geschätzten Komponisten seiner Zeit. Diese kreative Zusammenarbeit führte zu einem Werk, das sich nahtlos in die Tradition deutscher Volkslieder einfügt und die Zuhörer mit seiner schlichten, aber eindringlichen Melodie verzaubert.
Als Volkslied zeichnet sich „Schlaf, Herzenssöhnchen“ durch eine zugängliche Melodik und eine emotionale Tiefe aus, die sowohl die Intimität der häuslichen Musizierpraxis als auch die breite Verbreitung im volksmusikalischen Kontext fördert. Die Kombination von Webers poetischem Text mit Hiemers einfühlsamer Melodie hat zu einer anhaltenden Beliebtheit geführt, die das Lied bis heute lebendig hält.
Im Laufe der Zeit sind verschiedene Varianten des Liedes entstanden, die die Anpassungsfähigkeit und den zeitlosen Charakter des Stücks unterstreichen. Ob in ländlichen Stuben oder auf Konzertbühnen, „Schlaf, Herzenssöhnchen“ bleibt ein berührendes Beispiel für die kunstvolle Verschmelzung von Poesie und Musik, das Generationen von Zuhörern in seinen Bann zieht.
Noten und Liedtext
- Schlaf, Herzenssöhnchen, mein Liebling bist du,
schließe die blauen Guckäugelein zu.
Alles ist ruhig und still wie im Grab,
schlaf nur, ich wehre die Fliegen dir ab. - Engel vom Himmel, so lieblich wie du,
schweben ums Bettchen und lächeln dir zu.
Später zwar steigen sie auch noch herab,
aber sie trocknen nur Tränen dir ab. - Jetzt noch, mein Söhnchen, ist goldene Zeit,
später, ach später ist‘s nimmer wie heut;
stellen erst Sorgen ums Lager sich her,
Herzchen, da schläft sich‘s so ruhig nicht mehr.
Text: Carl Maria von Weber (1786–1826), Nr. 2 aus Fünf Gesänge mit Gitarre op. 13
Melodie: Franz Carl Hiemer (1768–1822)
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Textinterpretation
In der sanften Umarmung der Nacht flüstert das Wiegenlied „Schlaf, Herzenssöhnchen“ eine zärtliche Botschaft von Liebe und Geborgenheit. Die blauen Guckäugelein des Kindes sollen sich schließen, während die Welt in eine beruhigende Stille eintaucht. Es ist ein Moment des Innehaltens, in dem die Sorgen des Alltags verblassen und das Herz im Einklang mit der sanften Melodie schlägt. Diese Zeilen sind ein zärtliches Versprechen, dass Liebe wie ein schützender Mantel über die Schlafenden gebreitet wird.
Im modernen Leben, geprägt von Hektik und Unruhe, erinnert uns das Lied daran, wie kostbar solche Momente der Ruhe und Zweisamkeit sind. Für den Leser könnte dieses Wiegenlied eine Einladung sein, die eigenen Liebsten in ähnlicher Wärme zu hüllen, ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Frieden zu schenken. Wie ein sanftes Flüstern ermutigt es, die Augen zu schließen und sich der beruhigenden Umarmung der Nacht hinzugeben, um in den Träumen Kraft und Trost zu finden.
In der zarten Umarmung der Nacht ruht die Unschuld, während die mütterliche Liebe Wächterin über das Kind ist; ein stilles Versprechen, dass selbst im Sturm der Sorgen Geborgenheit bleibt.






