Wie schön blüht uns der Maien | Text und Noten

Der Duft des jungen Mais schwebt wie ein zarter Schleier über den Wiesen, und die Farben des Frühlings tanzen in einem lebhaften Kaleidoskop. In dieser Zeit, wenn die Natur aus ihrem tiefen Winterschlaf erwacht, verspürst du ein leises Kribbeln im Herzen, als würde die Welt ihre Arme weit öffnen, um dich willkommen zu heißen.
Mit jedem Schritt auf dem weichen Gras unter deinen Füßen fühlst du die pulsierende Energie des Lebens, die durch die Adern der Erde fließt. Die Melodie des Liedes „Wie schön blüht uns der Maien“ erklingt in deinem Inneren und lässt Erinnerungen an unbeschwerte Tage aufleben, an denen du inmitten der blühenden Landschaft verweiltest, umgeben von der Freude und Hoffnung des Frühlings.
In diesen Momenten scheint die Zeit stillzustehen, und die Welt wird zu einem poetischen Gemälde, das mit der süßen Melancholie und der unendlichen Schönheit der Natur erstrahlt. Das Lied fängt diese Magie ein und nimmt dich mit auf eine Reise, die dich die Wunder des Lebens neu entdecken lässt.
historischer Hintergrund
„Wie schön blüht uns der Maien“ ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Beständigkeit und Wandlungsfähigkeit traditioneller Volkslieder. Der ursprüngliche Text entstand um 1550, während die Melodie etwa ein halbes Jahrhundert später, um 1600, folgte. Beide Komponenten vereinen sich zu einem harmonischen Ganzen, das die Schönheit des Frühlings besingt und in seiner Einfachheit berührt.
Im frühen 20. Jahrhundert verlieh Max Pohl dem Lied durch eine Neufassung von Text und Melodie neuen Glanz. Diese Überarbeitung trug maßgeblich zur weiteren Verbreitung und Beliebtheit des Liedes bei und machte es zu einem festen Bestandteil der deutschen Volksliedkultur. Die Melodie ist eingängig und leicht zu erlernen, was die mündliche Weitergabe über Generationen hinweg erleichtert hat.
Besonders bemerkenswert ist die Vielfalt der Varianten, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind. Sie reflektieren regionale Unterschiede und individuelle Interpretationen, die das Lied lebendig halten. So bleibt „Wie schön blüht uns der Maien“ ein faszinierendes Zeugnis kultureller Kontinuität und kreativer Anpassung.
Noten und Liedtext
- Wie schön blüht uns der Maien,
der Sommer fährt dahin.
Mir ist ein schön’ Jungfräulein
Gefallen in meinen Sinn.
Bei ihr, da wär mir’s wohl,
wenn ich nur an sie denke,
mein Herz ist freudevoll. - Bei ihr, da wär ich gerne,
bei ihr, da wär mir’s wohl.
Sie ist mein Morgensterne,
strahlt mir ins Herz so voll.
Sie hat ein roten Mund,
sollt ich sie darauf küssen,
mein Herz würd mir gesund. - Wollt Gott, ich fänd im Garten
drei Rosen auf einem Zweig.
Ich wollte auf sie warten,
ein Zeichen wär mir’s gleich.
Das Morgenrot ist weit,
es streut schon seine Rosen;
Ade, mein schöne Maid!
Text: um 1550, Melodie: um 1600
Neufassung von Text und Melodie von Max Pohl (um 1900)
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Textinterpretation
Der Mai entfaltet seine Blütenpracht wie ein Versprechen an das Leben, das voll und ungebändigt in seiner Schönheit erstrahlt. Die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf und hüllt sich in ein lebendiges Gewand, das die Herzen mit Freude füllt. In dieser Jahreszeit spiegelt sich das Erwachen neuer Gefühle wider, die wie junge Knospen im Herzen aufbrechen. Die Natur lädt uns ein, die Schönheit des Augenblicks zu feiern und uns ihrer Vergänglichkeit bewusst zu werden.
Wie der Sommer verweilt die Jugend nicht lange; sie gleitet mit flüchtiger Anmut dahin und hinterlässt einen Hauch von Nostalgie. Das Lied erinnert uns daran, dass das Leben, ebenso wie der Mai, ein flüchtiges Geschenk ist, das in seiner Fülle genossen werden will. Der Gedanke an ein „schön‘ Jungfräulein“ symbolisiert die Suche nach Liebe und Erfüllung, die uns alle antreibt. Diese Sehnsucht verbindet uns mit der Natur, die uns lehrt, im Einklang mit dem Wandel der Jahreszeiten zu leben.
Für den heutigen Leser birgt das Lied eine Einladung, innezuhalten und den Augenblick zu schätzen. Es ermutigt uns, die kleinen Wunder des Alltags zu entdecken und die flüchtigen Momente der Freude zu umarmen. In der Hektik des modernen Lebens kann die Erinnerung an die Einfachheit und Schönheit der Natur eine Quelle der Ruhe und Inspiration sein, die uns daran erinnert, dass auch in der Vergänglichkeit etwas Wunderbares liegt.
Im Blütenrausch des Lebens, wo Sehnsucht und Freude verschmelzen, offenbart die Liebe ihren Zauber: Sie erblüht im Herzen und heilt die Wunden der Seele – ein Lichtstrahl im Morgenrot des Daseins.







