Schöner Frühling, komm doch wieder! | Text und Noten

Ein leises Flüstern zieht durch die kahlen Äste, die noch vom Winter gezeichnet sind. Ein Versprechen von Wärme und blühendem Leben, das jedes Herz mit zarter Hoffnung erfüllt. Erinnerst du dich, wie die ersten Sonnenstrahlen deine Wangen streichelten und die Welt aus dem Winterschlaf erweckten? Die Natur selbst schien ein Lied anzustimmen, ein zartes Flehen: „Schöner Frühling, komm doch wieder!“
In diesem Volkslied schwingt eine tiefe Sehnsucht nach der Rückkehr des Lebens, nach den Farben und Düften, die der Frühling uns schenkt. Es ist ein Ruf, der die Seele berührt, ein poetisches Gemälde aus Blumen, Laub und Liedern, das uns an die unendliche Zyklen der Jahreszeiten erinnert. Wenn du die Augen schließt, kannst du beinahe das sanfte Rauschen der neuen Blätter hören, das Versprechen von Neuanfang und Erneuerung, das in jedem Vers mitschwingt.
historischer Hintergrund
Das Lied „Schöner Frühling, komm doch wieder!“ verdankt seine Entstehung der poetischen Feder von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, einem der bedeutendsten deutschen Dichter des 19. Jahrhunderts. Geboren 1798, schuf Hoffmann von Fallersleben zahlreiche Werke, die bis heute als kulturelles Erbe Deutschlands gelten. Sein Text, der die Sehnsucht nach dem Frühling und der Wiederkehr der Natur beschreibt, wird von einer eingängigen Volksweise begleitet, deren Ursprünge sich in der mündlichen Überlieferung verlieren.
In der Kategorie der Volkslieder angesiedelt, ist dieses Lied ein klassisches Beispiel für die Verbindung von Poesie und Musik, die im 19. Jahrhundert weit verbreitet war. Volkslieder wie dieses dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Bewahrung kultureller Identität und Tradition. Die einfache, aber ausdrucksstarke Melodie ermöglicht es, dass das Lied mühelos von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
Besonders bemerkenswert ist die Vielfalt an Varianten, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Unterschiedliche Regionen haben eigene Interpretationen und Textanpassungen hervorgebracht, was die reiche und lebendige Tradition der deutschen Volksmusik unterstreicht. Diese Anpassungsfähigkeit hat dazu beigetragen, dass das Lied bis heute in Schulen und Chören gesungen wird und seine Frische und Aktualität bewahrt hat.
Noten und Liedtext
- Schöner Frühling, komm doch wieder!
Lieber Frühling, komm doch bald!
Bring uns Blumen, Laub und Lieder,
schmücke wieder Feld und Wald!
La lala lalala . . . . - Auf die Berge möcht ich fliegen,
möchte seh´n ein grünes Tal,
möcht in Gras und Blumen liegen
und mich freu´n am Sonnenstrahl.
La lala lalala . . . . - Möchte hören die Schalmeien
und der Herden Glockenklang,
möchte freuen mich im Freien
an der Vögel süßem Sang.
La lala lalala . . . .
Text: Hoffmann von Fallersleben (1798–1874)
Melodie: Volksweise
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Textinterpretation
In der zarten Melodie von „Schöner Frühling, komm doch wieder!“ schwingt eine tiefe Sehnsucht nach dem Neubeginn und der Erneuerung mit. Der Frühling, Symbol für Hoffnung und Wachstum, wird herbeigesehnt wie ein alter Freund, der Licht und Farbe in den grauen Alltag bringt. Die Natur, die in Blüten und Liedern erwacht, spiegelt die menschliche Sehnsucht wider, sich selbst zu erneuern und dem Leben erneut mit Freude zu begegnen. Es ist ein Lied der Hoffnung, das uns daran erinnert, dass nach jedem Winter ein Frühling kommt.
Heute könnte dieses Volkslied eine Metapher für persönliche Veränderungen und Neuanfänge sein. Im Alltag, gefangen in Routine und Herausforderungen, sehnt sich das Herz nach Momenten der Leichtigkeit und des Neubeginns. Der Leser fühlt vielleicht die stille Hoffnung, dass auch in seinem Leben bald wieder Farben und Freude Einzug halten. Der Frühling wird so zur inneren Reise, die uns einlädt, alte Sorgen hinter uns zu lassen und mit offenem Herzen neue Wege zu gehen.
Der Frühling, Symbol der Erneuerung, weckt in uns die Sehnsucht nach Lebensfreude und Naturverbundenheit; er erinnert uns daran, dass Schönheit und Freude im einfachen Dasein verborgen liegen.







