Abend wird es wieder | Text und Noten

Der Abend legt seinen sanften Schleier über das Land, und mit ihm entfaltet sich eine stille Poesie der Dämmerung. Die Schatten werden länger, während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet, und du spürst, wie eine beruhigende Stille die Natur umhüllt. In dieser friedlichen Stunde, wenn der Tag sich zur Ruhe begibt, beginnt das Lied „Abend wird es wieder“ seine leise Melodie zu weben, als ob es das flüsternde Echo der Landschaft selbst wäre.
Die Worte tragen dich auf sanften Flügeln über Wälder und Felder, wo der Frieden wie ein stiller Atemzug durch die Bäume zieht. Du erinnerst dich an jene lauen Sommerabende deiner Kindheit, an denen die Welt sich in einem goldenen Licht badete und die Zeit für einen Moment stehen blieb. Das Rauschen eines Baches, das durch die Stille bricht, ist der einzige Klang, der die Harmonie nicht stört, sondern sie verstärkt, als wäre es die Natur selbst, die in sanftem Takt weitersingt.
historischer Hintergrund
Das Lied „Abend wird es wieder“ ist ein eindrucksvolles Beispiel deutscher Volksliedertradition, das durch die Zusammenarbeit zweier bedeutender Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts entstand. Der Text stammt von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, einem renommierten Dichter und Germanisten, der durch seine einprägsamen und gefühlvollen Texte bekannt wurde. Die Melodie komponierte Christian Heinrich Rinck, ein angesehener Komponist und Organist, dessen musikalisches Schaffen die Romantik prägte.
Als Volkslied erfreut sich „Abend wird es wieder“ großer Beliebtheit und wird häufig in Chören und Schulen gesungen. Es zeichnet sich durch seine schlichte, aber zugleich tief berührende Melodie aus, die den beruhigenden Charakter des Abendlieds unterstreicht. Die Verbindung von Hoffmann von Fallerslebens poetischem Text und Rincks einfühlsamer Melodie macht das Lied zu einem zeitlosen Klassiker.
Im Laufe der Jahre hat „Abend wird es wieder“ zahlreiche Varianten und Bearbeitungen erfahren, die seine Verbreitung und Beliebtheit nur verstärkten. Besonders in der Romantik fand das Lied Anklang, da es die Naturverbundenheit und die Sehnsucht nach Ruhe und Einkehr widerspiegelt, die für diese Epoche charakteristisch sind. So bleibt das Lied bis heute ein fester Bestandteil des deutschen Kulturerbes.
Noten und Liedtext
- Abend wird es wieder
über Wald und Feld
säuselt Frieden nieder,
und es ruht die Welt. - Nur der Bach ergießet
sich am Felsen dort,
und er braust und fließet
immer, immerfort. - Und kein Abend bringet
Frieden ihm und Ruh,
keine Glocke klinget
ihm ein Rastlied zu.
Text: Hoffmann von Fallersleben (1798–1874)
Melodie: Christian Heinrich Rinck (1770-1846)
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Textinterpretation
Wenn du den ersten Vers des Liedes „Abend wird es wieder“ lauschst, spürst du ein sanftes Eintauchen in die Stille der Dämmerung. Der Tag neigt sich dem Ende zu, und der Abend senkt seinen friedlichen Schleier über Wälder und Felder. Diese friedvolle Ruhe erinnert uns an die Momente im Leben, in denen wir innehalten und die stillen Schönheiten der Welt um uns herum wahrnehmen. Es ist ein Ruf, den hektischen Alltag loszulassen und den Augenblick der Entspannung zu genießen.
Die fortlaufende Melodie des Baches, der sich unaufhaltsam ergießt, symbolisiert das stete Fließen der Zeit. Auch wenn die Welt zur Ruhe kommt, bleibt der Fluss des Lebens ungebrochen. In dieser Harmonie von Bewegung und Stille liegt eine zeitlose Weisheit, die uns lehrt, dass selbst in Momenten der Ruhe das Leben weitergeht. Es ist ein leiser, aber kraftvoller Appell an uns, die Balance zwischen Aktivität und Ruhe zu finden und im Einklang mit der Natur zu leben.
Heute, in einer Welt voller Lärm und Eile, bietet dieses Volkslied eine willkommene Rückbesinnung auf die Einfachheit und Schönheit der Natur. Es lädt dich ein, die Augen zu schließen und die beruhigende Wirkung eines Sonnenuntergangs zu spüren, der dir Frieden und Erneuerung schenkt. Indem du das Lied in deinem Herzen trägst, findest du vielleicht die Gelassenheit, die in der hektischen modernen Welt oft fehlt, und erkennst die kleinen Wunder, die in der Stille des Abends verborgen liegen.
In der Stille des Abends offenbart sich das Streben nach innerem Frieden; nur durch die Verbindung zu Höherem findet das Herz die ersehnte Ruhe in einer unruhigen Welt.






