Auf de schwäbsche Eisebahne | Text und Noten

Nostalgische Dampfeisenbahn fährt durch schwäbische Landschaft, Bauer mit Ziege und Frau am Bahnsteig, Ortsschilder, humorvolle Kinderbuchszene.

Die ersten Takte klingen wie das rhythmische Rattern alter Zugräder auf den Schienen, und plötzlich bist du da, mitten im Herzen Schwabens, wo die Zeit langsamer zu fließen scheint und der Dialekt wie ein warmes Heimatlied klingt. „Auf de schwäbsche Eisebahne“ entführt dich in eine Welt voll heiterer Gelassenheit, die Erinnerungen an Kindheitstagen weckt, als die Fahrt mit der Eisenbahn ein kleines Abenteuer war.

In der frischen Morgenluft mischt sich der Duft von frisch gebackenem Brot mit dem unverkennbaren Klang der schwäbischen Mundart, die Geschichten von Haltstationen erzählt: Schtuegert, Ulm, Biberach, Meckabeure, Durlesbach. Diese Namen sind mehr als Orte – sie sind Melodien, die in den Herzen der Menschen widerhallen. Das Lied malt mit seinen einfachen Worten ein lebendiges Bild von Tradition und Zusammenhalt, und in jedem Refrain klingt ein Lachen, das die Sorgen des Alltags vertreibt.

Es ist ein Lied, das nicht nur die Geografie Schwabens kartografiert, sondern auch die Seele seiner Bewohner. Ein musikalisches Denkmal, das in jedem Takt die Lebensfreude und den Humor dieser einzigartigen Region widerspiegelt.

historischer Hintergrund

Das Lied „Auf de schwäbsche Eisebahne“ entspringt der reichen Tradition der schwäbischen Volkslieder. Seine Wurzeln liegen tief im kulturellen Erbe der Region Schwaben, wo es sowohl durch seine eingängige Melodie als auch durch seine humorvollen und oft variierenden Textversionen besticht. Diese Vielseitigkeit im Text spiegelt die mündliche Überlieferung wider, die typisch für Volkslieder ist.

Als Volkslied gehört es zu einer Kategorie von Musikstücken, die durch ihre einfache Melodie und den eingängigen Refrain breite Bevölkerungsschichten ansprechen. Solche Lieder sind häufig bei Festen und geselligen Zusammenkünften zu hören, wo sie die Gemeinschaft stärken und die regionale Identität betonen.

In der Verbreitung des Liedes zeigt sich eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. Unterschiedliche Versionen, die sich in Text und manchmal auch in Melodie leicht voneinander unterscheiden, zeugen von der lebendigen Tradition, die Volkslieder wie dieses in Schwaben genießen. Diese Vielfalt macht „Auf de schwäbsche Eisebahne“ zu einem lebendigen Zeugnis schwäbischer Kultur und Lebensfreude.

Noten und Liedtext

Melodie abspielen
  1. Auf de schwäb’sche Eisebahne
    gibt’s gar viele Haltstatione.
    Schtuegert, Ulm und Biberach,
    Meckabeure, Durlesbach!
    |: Trulla, trulla, trullala. :|
    Schtuegart, Ulm und Biberach,
    Meckebeure, Durlesbach!
  2. Auf de schwäb’sche Eisebahne
    wollt amol a Bäu’rle fahre,
    geht an Schalter, lüpft de Hut:
    „Oi Billettle, seid so gut!“
    |: Trulla, trulla, trullala. :|
    Geht an Schalter, lüpft de Hut:
    „Oi Billettle, seid so gut!“
  3. Eine Geiß hat er sich kaufet
    und dass die ihm nit entlaufet,
    bindet sie de gute Ma
    hinte an de Wage a.
    |: Trulla, trulla, trullala. :|
    Bindet sie de gute Ma
    hinte an de Wage a.
  1. „Böckli, tu nur woidle springe,
    ’s Futter werd i dir scho bringe.“
    Setzt si zu seim Weible na
    und brennt’s Tabakpfeifle a.
    |: Trulla, trulla, trullala. :|
    Setzt si zu seim Weible na
    und brennt’s Tabakpfeifle a.
  2. Auf de nächste Statione,
    wo er will sei Böckle hole,
    find’t er nur no Kopf und Soil
    an dem hintre Wagetoil.
    |: Trulla, trulla, trullala. :|
    find’t er nur no Kopf und Soil
    an dem hintre Wagetoil.
  3. Do kriegt er en große Zorne,
    nimmt de Kopf mitsamt dem Horne,
    schmeißt en, was er schmeiße ka,
    den Konduktör an Schädel na:
    |: Trulla, trulla, trullala. :|
    Schmeißt en, was er schmeiße ka,
    den Konduktör an Schädel na.
  4. „So, du kannst de Schade zahle,
    warum bis d‘ so schnell gefahre!
    Du alloin bis schuld dara,
    daß i d’Goiß verlaure ha!“
    |: Trulla, trulla, trullala. :|
    Du alloin bis schuld dara,
    daß i d’Goiß verlaure ha!
  5. „So, jetzt wär das Lied gesunge,
    ’s hätt‘ euch wohl in d’Ohre geklunge.
    Wer’s no nit begreife ka,
    fang‘ no mal von vorne a!
    |: Trulla, trulla, trullala. :|
    Wer’s no nit begreife ka,
    fang‘ no mal von vorne a!

Text und Melodie: Volklied aus Schwaben.
Viele verschiedene Versionen vom Text überliefert.

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Textinterpretation

In den Zeilen von „Auf de schwäbsche Eisebahne“ entfaltet sich ein lebendiges Bild der schwäbischen Region, in dem jeder Bahnhof wie ein Herzschlag im Takt der Gleise pocht. Die Reise von Stuttgart über Ulm bis hin zu den kleineren Stationen wie Biberach und Meckabeure erzählt nicht nur von der Eisenbahn, sondern von der Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat. Es ist ein humorvolles Ritual, in dem der Dialekt wie eine Melodie klingt und die Traditionen mit jeder Station neu aufleben.

Heutzutage könnte das Lied eine Einladung sein, die Bedeutung der kleinen Dinge zu schätzen, die Verbundenheit mit der eigenen Herkunft zu spüren und die Reise als Ziel zu sehen. Während die moderne Welt oft in Eile an uns vorüberzieht, erinnert uns der schrullige Charme der schwäbischen Eisenbahn an die Freude des langsamen Reisens, an das Lachen und die Geschichten, die an den Bahnhöfen von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Wenn du das Lied hörst, magst du vielleicht lachend die Eigenheiten der Schwaben erkennen oder dich an eine Zugfahrt erinnern, bei der das Ziel weniger wichtig war als das Abenteuer. Es ist eine Ode an die Beständigkeit in einer sich schnell wandelnden Welt, ein liebevoller Blick auf das, was uns Heimat bedeutet. Es regt dazu an, mit einem Lächeln im Herzen und einem Lied auf den Lippen den eigenen Weg zu gehen.

Hörbeispiele

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