Brüderchen, komm, tanz mit mir | Text und Noten

Die sanften Klänge eines vertrauten Kinderliedes schweben durch das Zimmer, und die Welt um dich herum scheint für einen kurzen Moment stillzustehen. Inmitten dieser Melodie entfaltet sich eine Szenerie aus Freude und Unbeschwertheit. „Brüderchen, komm, tanz mit mir!“ – die Worte klingen wie ein liebevoller Ruf durch die Zeit, der dich zurück zu einer Kindheit voller Lachen und spielerischer Tänze führt. Du siehst vor deinem inneren Auge zwei kleine Gestalten, die Hand in Hand im Kreis wirbeln, als gäbe es nichts Einfacheres als diese naiven Schritte im Takt der Musik.
Es ist ein Lied, das nicht nur die Füße in Bewegung bringt, sondern auch die Herzen berührt. Die Melodie zieht dich hinein in eine Welt, in der Geschwisterbande die stärksten Fäden spinnen. „Einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer“ – diese einfache, eingängige Reimfolge wird zum Versprechen einer Zeit, in der das Tanzen mit einem geliebten Bruder oder einer Schwester alle Sorgen vergessen lässt. Hier, in diesem Augenblick, bist du frei.
historischer Hintergrund
„Brüderchen, komm, tanz mit mir“ ist ein bezauberndes Kinderlied, dessen Wurzeln in der fruchtbaren Kulturlandschaft Thüringens um das Jahr 1800 liegen. Diese Volksweise, ursprünglich mündlich überliefert, fand ihren Weg in die Herzen vieler Generationen. Die Melodie, von schlichter Schönheit, lädt Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Mitmachen ein.
Adelheid Wette, eine bedeutende Figur der Literaturgeschichte und Schwester des berühmten Komponisten Engelbert Humperdinck, verlieh dem Lied seine heute bekannte Form. Durch ihre Bearbeitung wurde der Text zu einem festen Bestandteil der deutschen Kinderliedtradition. Ihre Version strahlt Wärme und Einfühlsamkeit aus, die den familiären Zusammenhalt und die Freude am gemeinsamen Spiel betont.
Im Laufe der Jahre erfuhr das Lied zahlreiche Varianten, die seine Popularität weiter festigten. In Kindergärten und Schulen ist es bis heute ein fester Bestandteil des Repertoires. Die einfache, aber eingängige Melodie und der fröhliche Text machen es zu einem idealen Begleiter für Kinderfeste und Tanzspiele. Dadurch bleibt „Brüderchen, komm, tanz mit mir“ ein lebendiges Zeugnis deutscher Kulturgeschichte.
Noten und Liedtext
- Brüderchen, komm, tanz mit mir!
Beide Hände reich ich dir.
Einmal hin, einmal her,
rundherum, das ist nicht schwer. - Mit den Händchen klapp, klapp, klapp,
mit den Füßchen trapp, trapp, trapp!
Einmal hin, einmal her,
rundherum, das ist nicht schwer. - Ei, das hast du gut gemacht,
ei, das hätt ich nicht gedacht!
Einmal hin, einmal her,
rundherum, das ist nicht schwer.
Text und Melodie: Volksweise aus Thüringen, um 1800.
Text in heut bekannter Form von Adelheid Wette (1858-1916) bearbeitet.
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Textinterpretation
„Brüderchen, komm, tanz mit mir“ entfaltet sich wie ein zarter Faden aus Kindheitserinnerungen, in dem das Tanzen als Metapher für das spielerische Entdecken der Welt steht. Die Hände des Bruders zu ergreifen, lädt ein zu einem Reigen der Unbeschwertheit. Es ist ein Tanz der Nähe, des Vertrauens und der kindlichen Unschuld. Die rhythmischen Bewegungen, „einmal hin, einmal her“, spiegeln die einfache Freude wider, die in den kleinen Dingen des Lebens liegt.
In der heutigen Welt, die oft von Hektik und Ernsthaftigkeit geprägt ist, ruft das Lied die Sehnsucht nach unbeschwerten Momenten wach. Es erinnert daran, wie wichtig es ist, sich Zeit für spielerische Leichtigkeit zu nehmen, die Verbindung zu den Liebsten zu pflegen und gemeinsam Freude zu finden. Der Leser mag sich dabei an seine eigene Kindheit erinnert fühlen, an Zeiten, in denen das Leben noch so einfach und voller Wunder war.
Die Melodie und der eingängige Reim des Liedes sind wie ein Versprechen, dass die Essenz des Spiels und der Verbundenheit niemals ganz verloren geht. Sie laden ein, den Alltag zu unterbrechen und sich auf das Wesentliche zu besinnen: die Liebe und das Lachen, die in den gemeinsamen Momenten mit Familie und Freunden zu finden sind. So bleibt der Tanz ein Symbol für das Miteinander und die Freude, die über Generationen hinweg Bestand hat.
Im Tanz des Lebens vereinen wir uns, Hand in Hand, spielerisch und voller Freude. Die Leichtigkeit des Miteinanders lehrt uns, dass Freude im einfachen Spiel verborgen liegt.







