Der Herbststurm braust durch Wald und Feld | Text und Noten

Sankt Martin reitet im Sturm auf weißem Pferd durch dunklen Wald, Kinder mit Fackeln im Hintergrund, wirbelnde Blätter und Nebel, stimmungsvolle Kinderbuchszene.

Der Wind erhebt seine Stimme und erzählt vom Wandel der Jahreszeiten. In diesen Tagen, wenn der Herbststurm durch Wald und Feld braust, wird die Natur zur Bühne eines kraftvollen Schauspiels. Die Blätter, einst in sattem Grün, tanzen nun in leuchtendem Gold und Rot durch die Luft, bevor sie sanft zu Boden gleiten. Ihr Rascheln unter den Füßen ruft Erinnerungen wach an längst vergangene Spaziergänge, an Tage voller Abenteuer und Entdeckungen in den bunten Wäldern.

Der Himmel, ein dunkles, unendliches Zelt, spannt sich über das Land. Wolken ziehen in rascher Folge vorbei, als würden sie sich dem wilden Tanz der Blätter anschließen. In diesem Moment, in dem die Natur ihre ungezähmte Kraft zeigt, spürst du die Verbindung zu allem Lebendigen stärker denn je. Das Lied „Der Herbststurm braust durch Wald und Feld“ fängt diese Energie ein und lässt dich die unbändige, rohe Schönheit der herbstlichen Natur förmlich hören und fühlen. Es ist ein Lied, das die Seele berührt und dich dazu einlädt, die Magie des Augenblicks zu genießen.

historischer Hintergrund

In den stürmischen Tagen des Herbstes erhebt sich das Lied „Der Herbststurm braust durch Wald und Feld“ als ein klingendes Zeugnis der Naturgewalten und des Wandels. Der Text der ersten drei Strophen stammt aus der Feder des berühmten deutschen Dichters Ludwig Uhland (1787-1862), der mit seinen Worten die wilde Schönheit und unbändige Kraft eines Herbststurms einfängt. Die letzten beiden Strophen, volkstümlichen Ursprungs, erweitern das Werk um eine volkstümliche Note, die das Lied in den Herzen der Menschen verankert hat.

Albert Methfessel (1785-1869), ein Zeitgenosse Uhlands, verlieh dem Gedicht seine eindrucksvolle Melodie. Diese musikalische Untermalung hebt die dramatische Stimmung des Textes hervor und lässt die Hörer die ungestüme Natur des Herbstes miterleben. Als Herbstlied kategorisiert, gehört es zur Tradition der Jahreszeitenlieder, die die Veränderungen in der Natur und im Leben der Menschen thematisieren.

Besonders in den deutschsprachigen Ländern ist das Lied weit verbreitet und wird oft in Schulen und Chören gesungen. Die Kombination aus Uhlands poetischem Ausdruck und Methfessels kraftvoller Melodie hat es zu einem zeitlosen Klassiker gemacht, der in verschiedenen Varianten und Arrangements bis heute lebendig bleibt. So erzählt es nicht nur von der Natur, sondern auch von der kulturellen Kontinuität und dem gemeinsamen Erleben der Jahreszeiten.

Noten und Liedtext

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  1. Der Herbststurm braust durch Wald und Feld,
    die Blätter fallen wieder und
    |: von dem dunklen Himmelzelt
    sehn schwarz die Wolken nieder. :|
  2. Sankt Martin reitet dann sein Pferd
    so schnell die Wolken eilen,
    |: in seiner Rechten blitzt das Schwert,
    die Nebel zu zerteilen. :|
  3. Das Schwert, womit als Kriegersmann
    den Mantel er zerschnitten,
    |: den er geschenkt dem armen Mann,
    und weiter ist geritten. :|
  1. Sankt Martin war ein tapf’rer Held,
    war unverzagt im Streite,
    |: doch hing er nicht an dieser Welt,
    sein Herz dem Herrn er weihte. :|
  2. Wenn anderwärts auf Bergeshöh’n
    die Martinsfeuer flammen,
    |: dann zieh’n wir hier in Reihen schön
    mit Fackeln all zusammen. :|

Text: Strophe 1 bis 3 von Ludwig Uhland (1787-1862) vom Gedicht „Der Herbststurm“, Strophe 4+5 volkstümlich
Melodie: Albert Methfessel (1785-1869)

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Textinterpretation

Der Herbststurm, der durch Wald und Feld braust, verkörpert die unaufhaltsame Kraft der Natur, die zyklische Erneuerung und den ständigen Wandel. Die fallenden Blätter symbolisieren das Loslassen und die Vergänglichkeit, während der dunkle Himmel über allem wacht. Diese Szenerie erinnert uns daran, dass auch im Leben Phasen des Umbruchs und der Veränderung unvermeidlich sind. Der Sturm wirkt gleichermaßen bedrohlich und befreiend, ein Spiegelbild der inneren Kämpfe, die wir alle durchleben müssen.

In unserer modernen Welt, die oft von Hektik und Rastlosigkeit geprägt ist, kann dieses Herbstlied als Einladung zur Reflexion dienen. Der Herbst, mit seiner rauen Schönheit, fordert uns auf, innezuhalten und uns den natürlichen Rhythmen hinzugeben. Es erinnert uns daran, dass es in Ordnung ist, Altes loszulassen und Platz für Neues zu schaffen. Der Leser mag dabei Trost finden, eine Verbindung zur Natur spüren und erkennen, dass jede Jahreszeit, ob im Außen oder Innen, ihren eigenen Wert hat.

Der kraftvolle Sturm könnte auch als Metapher für die Herausforderungen des Lebens stehen. Wie der Wind, der die Bäume biegt, aber nicht bricht, so zeigt uns das Lied, dass auch wir flexibel bleiben und uns anpassen können. Der Herbst lädt uns ein, die Stille nach dem Sturm zu schätzen und die Ruhe in uns selbst zu finden. In diesem Prozess der Transformation liegt eine tiefe Schönheit, die uns lehrt, stark zu werden und das Leben in all seinen Facetten zu umarmen.

Hörbeispiele

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