Der Winter ist vergangen | Text und Noten

Illustration zum Frühlingslied „Der Winter ist vergangen“: Ein junges Liebespaar steht in einer bunten Blumenwiese, er hält einen Strauß Frühlingsblumen, im Hintergrund blühende Bäume, singende Vögel und ein Fachwerkhaus mit geöffnetem Fenster.

Ein sanftes Flüstern weckt dich aus dem Winterschlaf der Seele. Es ist das erste Streicheln des Frühlings, das die kalte Starre der vergangenen Monate bricht. In diesem Moment, wenn der erste Sonnenstrahl zaghaft die Wolken durchbricht, spürst du ein leises Ziehen im Herzen. Es ist, als ob die Natur selbst zu singen beginnt, ein Lied, das von Abschied und Neubeginn erzählt, von einer Welt, die sich aus ihrem eisigen Kokon erhebt.

„Der Winter ist vergangen“, eine Melodie, die wie ein vertrauter Freund zurückkehrt, lässt die Erinnerungen an vergangene Frühlinge aufleben. Die Blüten, die sich öffnen, sind wie kleine Versprechen, die der Wind flüstert. Sie sprechen von Hoffnung und der unbändigen Kraft des Lebens. In der Luft liegt der Duft von frischem Gras und neuen Anfängen, während der Winter leise Abschied nimmt. Es ist ein Lied, das mit jedem Ton die Sehnsucht nach der Wärme des Lebens entfacht und das Herz mit Freude erfüllt.

historischer Hintergrund

„Der Winter ist vergangen“ ist ein bezauberndes Volkslied, dessen Wurzeln tief in die Geschichte des 16. Jahrhunderts reichen. Der Text entspringt einer niederländischen Liederhandschrift aus dem Jahr 1537, die als wertvolles Zeugnis der damaligen Liedkunst gilt. Die Übersetzung ins Deutsche verdanken wir Franz Magnus Böhme, einem bedeutenden Musikforscher des 19. Jahrhunderts, der sich um die Bewahrung und Verbreitung von Volksliedern verdient gemacht hat.

Die Melodie des Liedes stammt aus einem Lautenbuch um 1600, das die musikalische Vielfalt jener Zeit widerspiegelt. Volkslieder wie „Der Winter ist vergangen“ zeichnen sich durch ihre einfache, aber eindringliche Melodieführung aus, die Generationen von Menschen berührt hat. Diese musikalische Schlichtheit ermöglicht eine breite Verbreitung und zahlreiche Varianten, die in verschiedenen Regionen leicht abgewandelt gesungen wurden.

Besonders bemerkenswert ist die Anpassungsfähigkeit des Liedes an unterschiedliche kulturelle und historische Kontexte. So fanden die Melodie und der Text Eingang in das Repertoire von Singkreisen und Chören, die das Lied als Symbol für den Übergang von der kalten Jahreszeit in die frühlingshafte Erneuerung schätzen. „Der Winter ist vergangen“ bleibt ein lebendiger Bestandteil der Volksliedtradition und beeindruckt durch seine zeitlose Schönheit.

Noten und Liedtext

Melodie abspielen
  1. Der Winter ist vergangen,
    ich seh des Maien Schein.
    Ich seh die Blümlein prangen,
    des ist mein Herz erfreut.
    So fern in jenem Tale,
    da ist gar lustig sein,
    da singt Frau Nachtigale
    und manch Waldvögelein.
  2. Ich geh den Mai zu hauen,
    hin durch das grüne Gras.
    Schenk meinem Buhl die Treue,
    die mir die Liebste was.
    Und ruf, daß sie mag kommen,
    wohl an dem Fenster stahn,
    empfangen den Mai mit Blumen,
    er ist gar wohlgetan.
  3. Und als die Allerliebste
    sein Reden hatt gehört,
    da stand sie Traurigliche
    und sprach zu ihm ein Wort:
    „Ich hab den Mai empfangen
    mit großer Würdigkeit!“
    Er küßt sie an die Wangen
    war das nicht Ehrbarkeit?
  1. Er nahm sie sonder Trauern
    in seine Arme blank,
    der Wächter auf der Mauern
    hub an ein Lied und sang:
    „Ist jemand noch darinnen,
    der mag bald heimwärts gahn.
    Ich seh den Tag herdringen
    schon durch die Wolken klar.“
  2. „Ach, Wächter auf der Mauern,
    wie quälst du mich so hart!
    Ich lieg in schweren Trauern,
    mein Herze leidet Schmerz.
    Das macht die Allerliebste,
    von der ich scheiden muß;
    das klag ich Gott dem Herren,
    daß ich sie lassen muß“.
  3. Ade, mein Allerliebste,
    ade, schöns Blümlein fein.
    Ade, schön Rosenblume,
    es muß geschieden sein!
    Bis daß ich wiederkomme,
    bleibst du die Liebste mein;
    das Herz in meinem Leibe
    gehört ja allzeit dein.

Text: niederländische Liederhandschrift aus dem Jahr 1537
Übersetzung ins Deutsche von Franz Magnus Böhme (1798 – 1874)
Melodie: aus einem Lautenbuch um 1600

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Textinterpretation

Der Winter ist vergangen, und mit ihm zieht sich der Schleier der Dunkelheit zurück, der die Welt so lange umhüllt hat. Der Frühling, der zarte Bote des Neubeginns, lässt die Knospen der Natur erwachen. Deine Seele, die sich in den kalten Monaten in sich selbst zurückgezogen hat, öffnet sich nun wie die Blümlein, die im Maienlicht prangen. Es ist die Zeit, Abschied zu nehmen von der Stille des Winters und den Gesang des Lebens wieder zu begrüßen.

Im Lied schwingt eine universelle Wahrheit mit: Jeder Winter des Lebens trägt den Keim eines neuen Frühlings in sich. Abschied und Neubeginn gehen Hand in Hand, und so wie die Jahreszeiten unaufhaltsam wechseln, so wandelt sich auch dein Inneres. Lass die alten Sorgen und die Kälte los, die dich beschwert haben, und vertraue darauf, dass der Frühling neue Wege und Möglichkeiten bereithält. Das Herz erblüht, ebenso wie die Natur, in leuchtenden Farben der Hoffnung.

In der heutigen schnelllebigen Zeit erinnert uns das Lied daran, innezuhalten und die kleineren Wunder des Lebens zu schätzen. Die Rückkehr der Blütenpracht und das Zwitschern der Vögel sind nicht nur ein Zeichen der äußeren, sondern auch der inneren Erneuerung. Lass dich von der Melodie durchfluten und spüre, wie dein Herz mit jedem Takt ein wenig leichter wird. In der Natur liegt eine tiefe Weisheit, die uns lehrt, dass nach jedem Winter ein Frühling kommt – ein Versprechen, das uns mit Freude und Zuversicht erfüllt.

Hörbeispiele

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Gitarre – Noten und Tabs

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