Die Blümelein, sie schlafen | Text und Noten

Wenn die Nacht ihren samtigen Schleier über die Welt breitet und der Mond sanft über die Landschaft wacht, beginnt eine stille Symphonie, die nur für dich zu spielen scheint. In diesem Moment, wenn die Blümelein im Garten ihre Köpfe wie müde Kinder neigen, fühlst du die Magie der Nacht in jedem Atemzug. Erinnerst du dich an jene nächtlichen Stunden deiner Kindheit, als du sicher unter der warmen Decke lagst, während dieses sanfte Schlaflied wie ein zarter Flügelschlag durch das Zimmer schwebte?
Die Melodie von „Die Blümelein, sie schlafen“ ist ein vertrauter Begleiter, eine tröstende Umarmung, die dich in die friedliche Stille der Natur entführt. Jedes Wort, jeder Ton malt Bilder von Blumen, die im Mondlicht ruhen, und von einer Welt, die in liebevoller Harmonie verharrt. Lass dich von diesen Klängen tragen, spüre den Hauch der Nachtluft und die leise Melancholie, die zugleich Geborgenheit schenkt.
historischer Hintergrund
Anton Wilhelm von Zuccalmaglio, ein bedeutender Sammler und Bearbeiter von Volksliedern, verfasste den Text des bezaubernden Schlafliedes „Die Blümelein, sie schlafen“. Diese lyrische Komposition fügt sich harmonisch in die Tradition der Wiegenlieder ein, deren sanfte Melodien seit jeher Kinder in den Schlaf begleiten. Die Melodie des Liedes ist eine Volksweise, die auch dem Weihnachtslied „Zu Bethlehem geboren“ zugrunde liegt, und verleiht dem Werk eine vertraute Klangfarbe.
Schlaflieder wie dieses haben eine lange Tradition und sind in vielen Kulturen tief verwurzelt. Ihre beruhigenden Melodien und poetischen Texte schaffen eine Atmosphäre der Geborgenheit und Ruhe. „Die Blümelein, sie schlafen“ hat sich im deutschen Sprachraum weit verbreitet und wird oft in Kindergärten und Familien gesungen, was seine Bedeutung als kulturelles Erbe unterstreicht.
Bemerkenswert ist die Beständigkeit dieses Liedes durch die Jahrhunderte. Verschiedene Varianten und Interpretationen zeugen von seiner Anpassungsfähigkeit und zeitlosen Anziehungskraft. In der Welt der Schlaflieder steht „Die Blümelein, sie schlafen“ als ein leuchtendes Beispiel für die Verbindung von Volkskunst und literarischer Kunstfertigkeit.
Noten und Liedtext
- Die Blümelein, sie schlafen
schon längst im Mondenschein,
sie nicken mit den Köpfen
auf ihren Stängelein.
Es rüttelt sich der Blütenbaum,
er säuselt wie im Traum:
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein! - Die Vögelein, sie sangen
so süß im Sonnenschein,
sie sind zur Ruh gegangen
in ihre Nestchen klein.
Das Heimchen in dem Ährengrund,
es tut allein sich kund.
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein! - Sandmännchen kommt geschlichen
und guckt durchs Fensterlein,
ob irgend noch ein Liebchen
nicht mag zu Bette sein.
Und wo er nur ein Kindchen fand,
streut er ins Aug ihm Sand.
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein!
Text: Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869)
Melodie: Volksweise, gleiche Melodie wie „Zu Bethlehem geboren“
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Textinterpretation
In der sanften Umarmung der Nacht, wo der Mond mit silbrigem Glanz über die Welt wacht, ruhen die Blümelein in friedlichem Schlummer. Ihre zarten Köpfe wiegen sich sanft im Rhythmus des leisen Nachtwindes. Dieses Bild von Schlaf und Ruhe, eingefangen in der Natur, lädt uns ein, selbst den Alltagslärm abzustreifen und in die Stille einzutauchen. Es ist ein Lied vom Frieden der Kindheit, der uns an die Unschuld und Geborgenheit jener Tage erinnert.
Der Schlaf der Blumen spiegelt wider, wie die Natur in ihrer Einfachheit und Schönheit Trost und Ruhe bietet. Für den Leser wird dieses Schlaflied zu einer zarten Erinnerung an die Momente, in denen die Welt stillsteht und die Seele zur Ruhe kommt. Es spricht von der universellen Geborgenheit, die wir in der Natur finden können, und ermutigt uns, uns diesen Momenten hinzugeben, um Kraft und Balance zu schöpfen.
Im Hier und Jetzt kann dieses Lied als liebevolle Aufforderung verstanden werden, die Hektik der modernen Welt für einen Moment hinter sich zu lassen. Es erinnert daran, dass selbst in der Stille der Nacht, in der Ruhe der Natur, eine tiefe Weisheit und ein Trost liegen, der uns erdet und stärkt. Der Leser fühlt sich eingeladen, die Augen zu schließen und sich in die friedvolle Dunkelheit der Nacht zu wiegen, wo die Sorgen des Tages verblassen.
In der sanften Umarmung des Schlafes finden wir Frieden und Geborgenheit; das Lied erinnert uns daran, dass Ruhe und Träumen essenzielle Begleiter auf dem Weg zur inneren Harmonie sind.







