Goldne Abendsonne, wie bist du so schön | Text und Noten

Die Abendsonne gleitet sanft über die Dächer, taucht die Welt in ein warmes, goldenes Licht, das wie flüssiger Honig die Herzen berührt. Erinnerst du dich an jene Sommerabende, die du als Kind erlebt hast, wenn der Himmel in Farben explodierte und die Zeit für einen Moment stillstand? Genau dieses Gefühl beschwört das Lied „Goldne Abendsonne, wie bist du so schön“ herauf – ein Volkslied, das wie ein sanfter Windhauch durch die Seele streift und tief verborgene Erinnerungen wachruft.
Mit jedem Vers entfaltet sich ein Bild der Natur, das dich umhüllt und mit leiser Melancholie und zarter Freude zugleich erfüllt. Es ist die stille Harmonie von Licht und Schatten, von Natur und Seele, die in diesen Zeilen zu einem unvergesslichen Klang verschmilzt. Spürst du das sanfte Flüstern der Dämmerung, das dir erzählt, wie die Welt zur Ruhe kommt und in sich selbst versinkt? Diese poetische Reise lädt dich ein, die Schönheit der Abendstunden neu zu entdecken und die stille Magie der Natur zu feiern.
historischer Hintergrund
Mit einem strahlenden Bild der Abendsonne im Titel, „Goldne Abendsonne, wie bist du so schön“, schuf Anna Barbara Urner ein zeitloses Volkslied, das die Schönheit der Natur einfängt. Urner, die von 1760 bis 1803 lebte, war eine talentierte Dichterin, deren Werke oft durch ihre tiefgründige Einfachheit bestechen. Ihre Worte wurden von Hans Georg Nägeli, einem einflussreichen Komponisten und Musikpädagogen des frühen 19. Jahrhunderts, vertont. Nägeli, der von 1773 bis 1836 lebte, verlieh dem Text durch seine Melodie eine musikalische Untermalung, die das Lied zu einem beliebten Volkslied machte.
Als Volkslied gehört „Goldne Abendsonne“ zu einer Kategorie von Musik, die in ihrer Einfachheit und Zugänglichkeit eine breite Bevölkerungsschicht anspricht. Volkslieder zeichnen sich durch ihre mündliche Überlieferung und regionale Varianten aus. Auch dieses Lied wurde in verschiedenen Regionen verbreitet und erlebte im Laufe der Zeit diverse Anpassungen und Interpretationen. Die Melodie, eingängig und harmonisch, trägt dazu bei, dass das Lied in zahlreichen Gesangsbüchern Einzug fand und bis heute gesungen wird.
Noten und Liedtext
- Goldne Abendsonne,
wie bist du so schön!
Nie kann ohne Wonne
deinen Glanz ich sehn. - Schon in früher Jugend
sah ich gern nach dir,
und der Trieb der Tugend
glühte mehr in mir. - Wenn ich so am Abend
staunend vor dir stand
und, an dir mich labend,
Gottes Huld empfand.
Text: Anna Barbara Urner (1760-1803)
Melodie: Hans Georg Nägeli (1773-1836)
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Textinterpretation
Die „goldne Abendsonne“ strahlt mit einem unvergänglichen Glanz, der selbst das tiefste Herz mit einer warmen Wonne erfüllt. In ihrer leuchtenden Pracht spiegelt sich die Ruhe und Vollkommenheit der Natur wider, ein tägliches Schauspiel, das niemals an Faszination verliert. In dieser poetischen Betrachtung der Natur finden wir eine Einladung zur Kontemplation, eine Gelegenheit, innezuhalten und das Wunder des Augenblicks zu genießen, fernab vom hektischen Treiben des Alltags.
Schon in der frühen Jugend verzaubert uns die Abendsonne mit ihrer Magie. Sie weckt eine kindliche Freude und das Gefühl der Verbundenheit mit der Welt. Im Kontrast zu den flüchtigen Momenten des Lebens bleibt sie beständig und erinnert uns daran, dass Schönheit oft im Einfachen liegt. Das Lied ist ein zeitloses Echo dieser Erfahrung, das uns auffordert, die kleinen Wunder des Lebens wahrzunehmen und zu schätzen.
Heute, in einer Welt voller Ablenkungen, lädt uns das Lied ein, die Ruhe des Abends bewusst zu erleben. Es erinnert uns daran, dass die Natur uns Kraft und Inspiration schenken kann. Die goldene Abendsonne könnte als Symbol für Hoffnung und Beständigkeit gesehen werden, ein Trost in unruhigen Zeiten. In ihrer Betrachtung finden wir nicht nur Schönheit, sondern auch die Möglichkeit zur inneren Einkehr und Reflexion.
In der goldenen Abendsonne spiegelt sich die Schönheit des Lebens und die innere Suche nach Erfüllung; sie lehrt uns, in der Vergänglichkeit das Göttliche im Selbst zu erkennen und Dankbarkeit zu empfinden.






