Herzlich tut mich erfreuen | Text und Noten

Ein leises Rascheln im Wind kündigt den Tanz der Blätter an, während die ersten Sonnenstrahlen des Sommers ihr goldenes Licht über die weiten Felder gießen. In dieser zauberhaften Zeit, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, entfaltet sich vor deinen Augen ein Gemälde der Freude und Liebe. Es ist die Melodie des alten Volksliedes „Herzlich tut mich erfreuen“, die in deinem Herzen widerhallt und Erinnerungen an längst vergangene Sommertage weckt.
Die Worte tragen dich sanft auf den Schwingen der Lerche, hoch hinauf in den klaren, blauen Himmel, wo das Herz vor Leichtigkeit sprudelt und die Seele ihre Flügel ausbreitet. Die fröhliche Sommerzeit, von der das Lied erzählt, erneuert nicht nur die Natur, sondern auch das Blut in deinen Adern, lässt es jubeln und tanzen. Es ist ein Lied, das die Poesie der Liebe und die Schönheit des Lebens in jedem Vers einfängt und dir das Gefühl schenkt, von der Welt umarmt zu werden.
historischer Hintergrund
„Herzlich tut mich erfreuen“ ist ein bemerkenswertes Volkslied, das sowohl in weltlichen als auch geistlichen Kontexten seine Wurzeln schlägt. Der Text basiert auf einem traditionellen Volkslied, während die geistliche Version von Johann Walter, einem bedeutenden Komponisten der Reformationszeit, geprägt wurde. Johann Walter, geboren 1496 und verstorben 1570, trug mit seiner Melodie maßgeblich zur Verbreitung des Liedes bei.
Innerhalb der Kategorie der Volkslieder nimmt dieses Werk eine besondere Stellung ein. Es verbindet volkstümliche Einfachheit mit der spirituellen Tiefe der Reformation. Walters musikalische Interpretation verlieh dem Lied eine neue Dimension, die es sowohl in kirchlichen als auch in weltlichen Kreisen populär machte.
Die Geschichte und Verbreitung von „Herzlich tut mich erfreuen“ sind geprägt von zahlreichen Varianten, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Diese Vielfalt zeugt von der zeitlosen Anziehungskraft und der kulturellen Bedeutung des Liedes. So bleibt es bis heute ein lebendiges Zeugnis der Verbindung zwischen Volkskultur und geistlichem Erbe.
Noten und Liedtext
- Herzlich tut mich erfreuen
die fröhlich Sommerzeit,
all mein Geblüt verneuen,
der Mai viel Wollust beut.
Die Lerch tut sich erschwingen
mit ihrem hellen Schall,
lieblich die Vöglein singen
voraus die Nachtigall. - Der Kuckuck mit seim Schreien
macht fröhlich jedermann.
Des Abends fröhlich reihen
die Maidlein wohlgetan;
spazieren zu dem Brunnen
pflegt man in dieser Zeit.
All Welt sucht Freud und Wonnen
mit Reisen fern und weit. - Darum lob ich den Summer,
dazu den Maien gut,
der wendt uns allen Kummer
und bringt viel Freud und Mut.
Der Zeit will ich genießen,
dieweil ich Pfennig hab,
und wen es tut verdrießen,
der fall die Stiegen ab!
Text: Volkslied, (geistliche Version von Johann Walter)
Melodie: Johann Walter (1496-1570)
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Textinterpretation
Die Zeilen von „Herzlich tut mich erfreuen“ entführen dich in eine Welt, in der der Sommer mit seiner vollen Pracht das Herz erblühen lässt. Es ist, als ob der Mai mit seinen Farben und Klängen die Seele erneuert und mit einer unbeschwerten Freude erfüllt. Die Lerche, die hoch oben singt, erinnert uns daran, die kleinen Momente des Lebens zu schätzen und die Freude des Augenblicks zu umarmen.
In der heutigen Zeit, wo die Tage oft von Hektik und Sorgen geprägt sind, bietet das Lied eine wohltuende Flucht. Es lädt dich ein, innezuhalten und die Schönheit der Natur und die Einfachheit der Liebe zu feiern. Die alten Worte klingen wie ein sanfter Weckruf, der dein Herz öffnet und dich daran erinnert, die Liebe zu den kleinen Dingen und den Menschen um dich herum neu zu entdecken.
Beim Hören oder Singen solch eines Volksliedes spürst du vielleicht eine tiefe Verbundenheit mit den unvergänglichen Gefühlen von Liebe und Freude. Es ist ein poetischer Tanz der Worte, der dein Innerstes berührt und dir zeigt, dass die Schönheit des Lebens in jedem Atemzug verborgen liegt, bereit, von dir entdeckt und gelebt zu werden.
Im Sommer blüht das Leben, die Freude überwindet Kummer; die Natur entfaltet ihr Lied, und in der Gemeinschaft finden wir Glück und Mut. Genieße den Augenblick, solange du kannst.






