Holt das Lämpchen aus dem Haus | Text und Noten

Der Abend senkt sich sanft über das kleine Dorf, während der Wind leise durch die Gassen flüstert, als ob er ein Geheimnis erzählt. Du stehst da, die kühle Luft umarmt dich, und in deiner Hand hältst du eine Laterne – ein kleines, leuchtendes Wunder, das die Dunkelheit durchbricht. Es ist der Abend des Sankt Martin, und mit jedem Schritt, den du machst, spürst du die Magie des Augenblicks. Du bist wieder Kind, verloren in einer Welt aus Licht und Schatten, in der die Flamme deiner Laterne Geschichten von Wärme und Zusammenhalt erzählt.
Die Melodie des Liedes schwebt in der Luft, eine sanfte Einladung, die Herzen zu öffnen. „Holt das Lämpchen aus dem Haus“, klingt es, und du fühlst, wie das Licht der Laterne nicht nur den Weg erhellt, sondern auch die Herzen derer, die neben dir gehen. Es ist ein Lied, das Erinnerungen weckt – an die Freude, Teil einer leuchtenden Kette zu sein, die sich wie ein funkelndes Band durch die Nacht zieht. In diesem Moment wirst du eins mit dem Rhythmus der Schritte und dem Flackern der Flammen, und das Lied wird zu einem Teil von dir, einem leuchtenden Faden in deinem Lebensgewebe.
historischer Hintergrund
„Holt das Lämpchen aus dem Haus“ ist ein traditionelles Martinslied, das in vielen Regionen Deutschlands mündlich überliefert wurde. Seine Ursprünge liegen im Dunkel der Geschichte verborgen, denn weder der genaue Zeitpunkt seiner Entstehung noch der ursprüngliche Verfasser sind bekannt. Vielmehr hat sich das Lied durch das gesellige Singen und die mündliche Weitergabe über Generationen hinweg verbreitet und verändert.
Durch die Jahrhunderte hindurch haben sich viele Varianten des Liedes entwickelt, was seine lebendige Geschichte und Anpassungsfähigkeit unterstreicht. Als Martinslied gehört es zu einer Kategorie von Liedern, die traditionell am Martinstag gesungen werden, einem Fest, das den heiligen Martin von Tours ehrt, bekannt für seine Nächstenliebe und seinen berühmten Mantelteilungsakt.
Besonders bemerkenswert ist, dass trotz der teils erheblichen regionalen Unterschiede in Text und Melodie, der Kern des Liedes – das gemeinschaftliche Erleben und das Licht als Symbol der Hoffnung und Nächstenliebe – erhalten geblieben ist. So verbindet „Holt das Lämpchen aus dem Haus“ Menschen über Generationen hinweg und lässt sie die Wärme und Freude des Martinstages spüren.
Noten und Liedtext
- Holt das Lämpchen aus dem Haus,
denn es ist Sankt Martin.
Dass es leuchte froh hinaus,
denn es ist Sankt Martin.
Tralalalala, tralalalala,
denn es ist Sankt Martin. - Zündet eure Kerzen an,
denn es ist Sankt Martin,
Lieder tönen himmelan,
denn es ist Sankt Martin.
Tralalalala, tralalalala,
denn es ist Sankt Martin. - Ziehet durch die Gassen hin,
denn es ist Sankt Martin,
froh das Herz und froh der Sinn,
denn es ist Sankt Martin.
Tralalalala, tralalalala,
denn es ist Sankt Martin.
Text und Melodie: mündlich überliefert
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Textinterpretation
In der sanften Melodie des Martinsliedes, die durch die Straßen hallt, schimmert ein nostalgisches Licht – das Licht der Kindheit. „Holt das Lämpchen aus dem Haus“ ruft uns liebevoll dazu auf, das warme Leuchten der Laterne in die Dunkelheit zu tragen. Der Brauch des Laternenumzugs erinnert an die unbeschwerte Freude der Jugend, an das Zusammensein und das Teilen von Licht und Wärme in kalten Novembernächten. Es ist eine Hymne an das einfache Glück, das wir oft in den kleinen Dingen finden.
Die leuchtende Laterne wird zum Symbol der Hoffnung und der Gemeinschaft. In einer Welt, die oft von Hektik und Einsamkeit geprägt ist, erinnert uns das Lied daran, wie wichtig es ist, das Licht der Freundlichkeit und der Zugehörigkeit in unseren Herzen zu bewahren. Der Leser spürt vielleicht eine sanfte Melancholie, gemischt mit der Zuversicht, dass selbst in der Dunkelheit ein kleiner Lichtschein ausreicht, um den Weg zu erhellen – so wie Sankt Martin einst mit seinem Mantel Wärme teilte.
In der heutigen Zeit kann das Lied als Aufruf verstanden werden, die Flamme der Menschlichkeit zu nähren. Es lädt uns ein, die Tradition des Teilens und des Mitgefühls fortzuführen und in unseren Alltag zu integrieren. Die Laterne, die wir hinaustragen, ist nicht nur ein physisches Licht, sondern auch ein inneres Leuchten, das wir mit anderen teilen. Der Leser mag innehalten und darüber nachdenken, wie er selbst ein kleines Lämpchen der Hoffnung und Freude in die Welt tragen kann.
In der Dunkelheit des Lebens entzündet das Licht der Gemeinschaft Freude und Hoffnung. Sankt Martin erinnert uns, dass Teilen und Feiern die Herzen erhellt, während Traditionen die Seelen verbinden.






