Ihr Kinderlein kommet | Text und Noten

Ein zarter Klang zieht durch die kalte Winterluft, wie das Flüstern eines vertrauten Freundes. Es ist die Melodie von „Ihr Kinderlein kommet“, die leise aus einer kleinen Kirche am Rande des Dorfes dringt. Die Töne sind wie Schneeflocken, die sanft auf die Erde fallen und die Welt in ein weiches, weißes Kleid hüllen. Erinnerungen an vergangene Weihnachtsfeste erwachen in dir – an warme Stuben, in denen der Duft von frisch gebackenen Plätzchen die Luft erfüllt.
Die Worte des Liedes laden dich ein, zur Krippe zu kommen, wie ein Kind, das voller Staunen und Erwartung die Wunder des Lebens entdeckt. In der Stille der Nacht, unter dem schützenden Dach des Sternenhimmels, entfaltet sich eine Szene von tiefem Frieden und Hoffnung. Es ist ein Lied, das die Herzen berührt und Generationen verbindet, ein zeitloses Versprechen von Freude und Liebe, das in der Einfachheit seiner Botschaft so besonders ist.
historischer Hintergrund
„Ihr Kinderlein, kommet“ ist ein klassisches Weihnachtslied, das tief in der deutschsprachigen Tradition verwurzelt ist. Der Text stammt aus der Feder von Christoph von Schmid, einem deutschen Priester und Schriftsteller, der von 1768 bis 1854 lebte. Seine Worte, ursprünglich als Gedicht konzipiert, laden die Kinder ein, zur Krippe zu kommen und das neugeborene Jesuskind zu bewundern. Die Melodie, die das Gedicht untermalt, wurde von Johann Abraham Peter Schulz komponiert, einem einflussreichen Komponisten der Klassik, der von 1747 bis 1800 lebte.
Als Advents- und Weihnachtslied hat „Ihr Kinderlein, kommet“ einen festen Platz in der festlichen Musikkultur. Es gehört zu den Liedern, die in der Vorweihnachtszeit in vielen Familien und bei kirchlichen Anlässen gesungen werden. Seine eingängige Melodie und der bildhafte Text haben dazu beigetragen, dass es über Generationen hinweg weitergegeben wurde.
In der Geschichte des Liedes sind besonders die zahlreichen Varianten und Übersetzungen bemerkenswert, die seine Verbreitung über den deutschsprachigen Raum hinaus förderten. So erklingt es in unterschiedlichen Kulturen und Sprachen, wobei der ursprüngliche Charme und die Botschaft der kindlichen Freude und Andacht stets erhalten bleiben.
Noten und Liedtext
- Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all,
zur Krippe her kommet, in Bethlehems Stall,
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht. - O seht in der Krippe im nächtlichen Stall,
seht hier bei des Lichtleins hell glänzendem Strahl
in reinlichen Windeln das himmlische Kind,
viel schöner und holder als Engel es sind. - Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh,
Maria und Josef betrachten es froh,
die redlichen Hirten knien betend davor,
hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.
Text: Christoph von Schmid (1768-1854) (hier Strophe 1,2,3,6)
Melodie: Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800)
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Textinterpretation
„Ihr Kinderlein, kommet“ lädt uns ein, die Reise zur Krippe im Stall von Bethlehem anzutreten, wo das Wunder des Lebens seinen ersten Atemzug nahm. Es ist eine Aufforderung, mit kindlicher Neugier und Offenheit die Geburt des Heilands zu betrachten. Dieses Lied, ein Klassiker der Weihnachtszeit, ruft uns zu einer gemeinsamen Besinnlichkeit auf, einer Rückkehr zu den Wurzeln und der Einfachheit, die oft im hektischen Treiben der Moderne verloren gehen.
In einer Welt, die oft von Hast und Eile geprägt ist, erinnert dieses Lied daran, innezuhalten und das Wesentliche zu betrachten. Es ermuntert uns, die Augen zu öffnen für das Wunderbare im Kleinen und Unscheinbaren. Die Reise zur Krippe wird zur Metapher für die Suche nach innerem Frieden und kindlicher Freude, die wir bewahren sollten. Es ist eine Einladung, das Herz zu öffnen und sich der festlichen Wärme hinzugeben.
Heute, inmitten des weihnachtlichen Trubels, kann dieses Lied uns dazu veranlassen, uns auf das Wesentliche zu besinnen. Es ist ein Aufruf, die Gemeinschaft zu schätzen und den Zauber der Weihnacht durch die Augen eines Kindes zu erleben. Die Melodie und der Text wecken Erinnerungen an unbeschwerte Zeiten und schenken Trost sowie Hoffnung. Sie laden uns ein, innezuhalten und die Freude des Moments zu spüren.
In der stillen Nacht erblüht das Licht der Hoffnung; das himmlische Kind vereint Herzen im Glauben und in Freude. Kommt zusammen, lasst Dank und Anbetung erstrahlen, wie die Engel im Himmel.







