In dulci jubilo | Text und Noten

In der kühlen, klaren Luft des Advents erhebt sich ein Lied, das die Zeit durchdringt wie der sanfte Schein einer Kerze im Dunkel. „In dulci jubilo“ – schon die ersten Töne umhüllen dich wie ein vertrauter Mantel, der die Kälte fernhält und die Wärme der Erinnerungen entfacht. Kein anderes Lied vermag es, die Herzen so sanft zu berühren und die Seele in ein sanftes Wiegen der Freude zu versetzen.
Die lateinischen Worte fließen wie ein alter Fluss, der seine Geschichten von Generation zu Generation trägt. Jeder Vers erstrahlt in einem Licht, das nicht nur die Geburt eines Kindes in Bethlehem feiert, sondern auch die Sehnsüchte und Hoffnungen, die tief in uns wohnen. Die Melodie tanzt in dir, so wie die Flammen eines Kaminfeuers, das an langen Winternächten Geschichten erzählt. In diesem Lied findest du die Essenz der Weihnacht – ein Gefühl der Geborgenheit, das uns alle verbindet.
historischer Hintergrund
„In dulci jubilo“ ist ein bezauberndes Kirchenlied aus dem 15. Jahrhundert, das mit seiner einzigartigen Mischung aus lateinischen und deutschen Textzeilen eine besondere Stellung unter den Weihnachtsliedern einnimmt. Diese alternierende Sprachgestaltung spiegelt die damalige kulturelle Verflechtung wider und verleiht dem Lied seinen unverwechselbaren Charakter. Die katholische Fassung findet sich unter der Nummer 253 im Gotteslob, dem katholischen Gebet- und Gesangbuch.
Als Advents- und Weihnachtslied erfreut sich „In dulci jubilo“ einer weitreichenden Beliebtheit. Die vollends deutsche Variante „Nun singet und seid froh“, die erstmals 1646 in einem hannoverschen Gesangbuch veröffentlicht wurde, ist heute im Evangelischen Gesangbuch als EG 35 enthalten. Diese Version verdeutlicht die Anpassungsfähigkeit und die kulturelle Durchdringung des Liedes über Jahrhunderte hinweg.
Besonders bemerkenswert ist die historische Verbreitung des Liedes, das in zahlreichen Variationen und Bearbeitungen in der europäischen Musikgeschichte auftaucht. Es inspiriert Komponisten bis heute und verbindet Generationen durch seine festliche Melodie und den frohen Text. So bleibt „In dulci jubilo“ ein lebendiger Teil des weihnachtlichen Erbes.
Noten und Liedtext
- In dulci jubilo,
nun singet und seid froh!
Unsers Herzens Wonne
liegt in praesepio
und leuchtet wie die Sonne
matris in gremio.
Alpha es et O. - O Jesu parvule,
nach dir ist mir so weh.
Tröst mir mein Gemüte,
o puer optime,
durch alle deine Güte,
o princeps gloriae.
Trahe me post te! - Ubi sunt gaudia?
Nirgend mehr denn da,
da die Engel singen
nova cantica,
und die Schellen klingen
in regis curia.
Eia, wär’n wir da!
Text und Melodie: Kirchenlied aus dem 15. Jahrhundert, katholische Fassung
Die alternierend lateinisch-deutsche Version steht im katholischen Gebet- und Gesangbuch Gotteslob unter der Nummer 253, eine vollständig deutsche Fassung „Nun singet und seid froh“ findet sich heute im Evangelischen Gesangbuch (EG 35).
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Textinterpretation
In der heiteren Melodie von „In dulci jubilo“ schwingt eine zeitlose Freude mit, die das Herz erleuchtet wie das Licht der Sonne an einem klaren Wintertag. Die lateinischen Töne tragen die Botschaft von Wärme und Geborgenheit, die in der Krippe eines Neugeborenen verborgen liegt. Dieses Lied, ein sanfter Begleiter durch die Adventszeit, erinnert uns daran, die Einfachheit und Reinheit der Freude in unseren Herzen zu bewahren, während wir auf das Wunder der Weihnacht warten.
Die Jahrhunderte alten Worte laden uns ein, innezuhalten und die kindliche Wonne zu spüren, die im Alltag oft verloren geht. Sie mahnen uns, die Freude in den kleinen Dingen zu suchen, sei es in der Wärme eines lächelnden Gesichtes oder im Frieden eines stillen Moments. Die Melodie ist ein sanfter Anstoß, die hektische Welt kurz hinter sich zu lassen und die Schönheit des Augenblicks zu umarmen.
„In dulci jubilo“ verwebt Tradition und Gegenwart, verbindet das Heilige mit dem Menschlichen. Es fordert uns auf, die Stärke der Gemeinschaft und die Bedeutung von Hoffnung und Liebe zu erkennen. So wird das Lied zu einem leuchtenden Stern, der uns den Weg weist, unsere Herzen für die Wunder der Welt zu öffnen und die Freude, die in uns wohnt, mit anderen zu teilen.
In der süßen Freude des Gesangs offenbart sich das Licht der Geburt, das Herz und Seele tröstet; es erinnert uns, dass wahres Glück im Glauben und der Gemeinschaft mit dem Göttlichen erblüht.







