Kommt ein Vogel geflogen | Text und Noten

Ein sanftes Flügelschlagen durchbricht die Stille eines warmen Sommertages. Ein Vogel, leicht wie ein flüchtiger Gedanke, gleitet durch die Luft und setzt sich behutsam auf deinen Fuß. In diesem Moment verschmilzt die Gegenwart mit kostbaren Erinnerungen an unbeschwerte Kindheitstage. Solche Augenblicke sind wie kleine Wunder, die uns die Zärtlichkeit der einfachen Dinge ins Herz tragen.
Der Vogel, ein poetischer Bote, hält einen Zettel im Schnabel, und in diesem Zettel steckt eine Botschaft von Liebe und Geborgenheit. Es ist, als ob die Liebe selbst Flügel bekäme und auf dem Luftweg zu dir käme, getragen von einem unsichtbaren Band, das dich mit deiner Mutter verbindet. Diese kleine Szene, so schlicht und doch voller Gefühl, weckt in dir die Erinnerung an die Melodie eines alten Volksliedes, das Generationen verbindet und von der zeitlosen Kraft der mütterlichen Grüße erzählt.
historischer Hintergrund
„Kommt ein Vogel geflogen“ erhebt sich aus den Klängen des 19. Jahrhunderts als ein bezauberndes Volkslied, das seinen Ursprung in Österreich findet. Die Melodie, die von der Leichtigkeit eines fliegenden Vogels erzählt, ist ebenso eingängig wie der Text, der im Laufe der Zeit mannigfaltige Wandlungen durchlief. Ursprünglich anonym verfasst, spiegelt der Text die Sehnsucht und Melancholie wider, die in der Volksmusik jener Epoche oft anzutreffen sind.
Als Vertreter der Kategorie der Volkslieder, zeichnet sich „Kommt ein Vogel geflogen“ durch seine schlichte, aber eindringliche Melodie aus. Diese Einfachheit trug wesentlich zur weiten Verbreitung des Liedes bei, das über die Jahrzehnte hinweg Generationen von Menschen berührte und in verschiedenen Regionen kulturell adaptiert wurde.
Besonders bemerkenswert ist die Vielfalt der Varianten, die das Lied im Laufe seiner Geschichte hervorgebracht hat. In verschiedenen Dialekten und mit regionalen Anklängen versehen, bleibt die Kernbotschaft des Liedes stets erhalten: die Hoffnung auf eine glückliche Wiedervereinigung. So fliegt der Vogel, getragen von den Winden der Zeit, in die Herzen der Menschen.
Noten und Liedtext
- Kommt ein Vogel geflogen,
setzt sich nieder auf mein’ Fuß,
hat ein’ Zettel im Schnabel,
von der Mutter ein’ Gruß. - Lieber Vogel, flieg‘ weiter,
nimm ein Gruß mit und ein Kuss,
denn ich kann dich nicht begleiten,
weil ich hier bleiben muss.
Text und Melodie: Volkslied aus Österreich, 19. Jahrhundert. Text im Laufe der Zeit verändert.
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Textinterpretation
Ein Vogel, leicht wie ein Gedanke, bringt Botschaften aus fernen Welten, ein stiller Bote der Sehnsucht. Er setzt sich auf den Fuß, als wolle er uns erden, während er uns in die Lüfte entführt. Der Zettel im Schnabel ist mehr als bloße Tinte auf Papier; er ist eine Verbindung, ein Gruß von der Mutter, der wärmt und tröstet. In der Einfachheit der Reime schwingt eine Melodie der Liebe, die uns durchdringt und umhüllt.
In dieser modernen Welt, in der Nachrichten oft digital und flüchtig sind, erinnert uns der Vogel an die Schönheit des Einfachen, an die greifbare Zärtlichkeit einer handgeschriebenen Nachricht. Er ist ein Symbol für die zeitlose Natur der menschlichen Verbindung, die keine großen Worte braucht, um tief zu berühren. Der Leser mag ein Gefühl der Nostalgie verspüren, ein leises Verlangen nach der sanften, unverfälschten Kommunikation von einst.
Die Botschaft des Liedes regt uns an, innezuhalten und die kleinen Wunder des Alltags zu schätzen. Vielleicht inspiriert es dazu, selbst ein Bote der Liebe zu sein, ein Gruß zu senden, der Herzen öffnet und Brücken schlägt. So fliegt der Vogel weiter, durch Zeit und Raum, und erinnert uns daran, dass wir alle miteinander verbunden sind, getragen von den Winden der Zuneigung und des Mitgefühls.
Der Vogel, Träger unerfüllter Wünsche, symbolisiert die Sehnsucht nach Freiheit und Verbundenheit; er erinnert uns, dass das Leben oft uns trennt, doch die Liebe stets bleibt, auch wenn wir nicht fliegen können.







