Martin war ein frommer Mann | Text und Noten

Das leise Flackern der Laternen erhebt sich aus der Dunkelheit des Novemberabends und wirft warme, tanzende Schatten auf die gespannten Gesichter der Kinder. Inmitten dieser lebendigen Lichterprozession ertönt das Lied, das dich in die Zeit zurückträgt, als auch du mit klopfendem Herzen und einer Laterne in der Hand die Straßen entlang zogst.
„Martin war ein frommer Mann“ – die Melodie umhüllt dich sanft, wie die Umarmung einer vertrauten Erinnerung. Der Klang der Stimmen vereint sich mit der kühlen Nachtluft und erzählt von Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe, von einem Reiter, der in seiner Güte ein Licht entzündet, das über die Jahrhunderte hinweg leuchtet.
Es ist die Geschichte von Sankt Martin, die dich dazu einlädt, innezuhalten und die Wärme der Gemeinschaft zu spüren. Dieses Lied, so alt und dennoch so lebendig, verbindet Generationen und weckt die Sehnsucht nach einer Welt voller Licht und Wärme.
historischer Hintergrund
„Martin war ein frommer Mann“ ist ein traditionsreiches Martinslied, dessen Wurzeln tief in der mündlichen Überlieferung Thüringens verankert sind. Diese Region, bekannt für ihre reiche Volksliedkultur, hat das Lied durch Generationen hinweg bewahrt und weitergegeben. Der Text und die Melodie sind typische Beispiele für die Volkskunst, die das Leben und die Tugenden des heiligen Martin von Tours verehren.
Als Martinslied gehört es zu einer besonderen Kategorie von Liedern, die traditionell am Martinstag, dem 11. November, gesungen werden. Sie zeichnen sich durch eingängige Melodien und einfache, aber bedeutungsvolle Texte aus, die die barmherzige Tat des Heiligen, seinen Mantel mit einem Bettler zu teilen, thematisieren.
Im Laufe der Zeit entstanden verschiedene Varianten des Liedes, die sich in Melodie und Text leicht unterscheiden können. Diese Vielfalt spiegelt die regionale Anpassung und die kreative Weiterentwicklung der ursprünglichen Fassung wider. So bleibt „Martin war ein frommer Mann“ ein lebendiges Zeugnis der Volksfrömmigkeit und des kulturellen Erbes Thüringens.
Noten und Liedtext
- Martin, Martin,
Martin war ein frommer Mann,
zündet viele Lichter an,
dass er oben sehen kann,
was er unten hat getan. - Martin, Martin,
Martin ritt durch dunklen Wald,
Wind, der wehte bitterkalt,
sah am Weg ein Bettler alt,
wäre gar erfroren bald. - Martin, Martin,
Martin hält und unverweilt,
seinen Mantel mit ihm teilt,
ohne Dank er weiter eilt,
Bettlers Not war nun geheilt.
Text und Melodie: mündlich überliefert aus Thüringen
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Textinterpretation
Der Gesang von Martin, dem frommen Mann, zieht uns in eine Welt, in der Licht und Dunkelheit miteinander ringen, und erinnert uns an die kindliche Freude der Martinsumzüge. Wenn Martin seine Lichter entzündet, offenbart sich das Bild eines Ritters, der durch seine Taten erleuchtet wird. Es ist ein Symbol für das Streben nach Gutem, das Licht in die Schatten des Alltags bringt und uns daran erinnert, wie wichtig es ist, anderen zu helfen.
In der heutigen Zeit, wo die Dunkelheit oft in Form von Einsamkeit und Kälte erscheint, könnte das Lied von Martin uns dazu anregen, unsere eigenen Lichter anzuzünden. Es lädt uns ein, die Wärme der Gemeinschaft zu teilen und uns der Aufgabe zu stellen, die Welt ein wenig heller zu machen. Beim Hören spürt der Leser die nostalgische Wärme von Kindheit und Tradition, die uns lehrt, dass selbst kleine Gesten große Bedeutung haben können.
Der Reiter Sankt Martin wird zum Sinnbild für selbstlosen Einsatz und Nächstenliebe. Auch heute kann das Lied uns dazu inspirieren, über die Bedeutung von Mitgefühl und Teilen nachzudenken. Während wir uns an die Legenden erinnern, wird uns bewusst, dass in jedem von uns das Potenzial steckt, Licht zu spenden und die Welt ein wenig heller zu gestalten. So bleibt der Geist von Sankt Martin lebendig, als ein leuchtendes Beispiel in einer oft dunklen Welt.
Im Licht der Nächstenliebe leuchtet wahrer Glaube; durch selbstlose Taten erhellt der Mensch das Dunkel der Welt und findet so seinen eigenen Weg zur Erlösung.






