Der Mond ist aufgegangen | Text und Noten

Vollmond und goldene Sterne leuchten am klaren Nachthimmel, über einer friedlichen Wiese mit aufsteigendem Nebel und einem dunklen, ruhigen Wald.

Du sitzt am offenen Fenster, der Abendwind streicht sanft durch die Gardinen, und es scheint, als würde die Welt endlich zur Ruhe kommen. Der Himmel verwandelt sich in ein tiefes Blau, durchbrochen von den ersten funkelnden Sternen, die wie winzige, goldene Augen am Firmament leuchten. In diesem magischen Moment entfaltet sich das alte Lied in deinem Inneren, und die Melodie von „Der Mond ist aufgegangen“ beginnt sanft zu klingen.

Die Worte tragen dich zurück in eine Zeit, als du als Kind neben deinen Eltern saßest, eingehüllt in warme Decken, während die vertraute Melodie durch den Raum schwebte. Jede Zeile ist wie ein zartes Flüstern, das von der Stille des Waldes begleitet wird, tief und geheimnisvoll, als würden die Bäume selbst das Lied mitsummen. In diesen Augenblicken spürst du die zeitlose Verbindung von Mensch und Natur, das beruhigende Wissen, dass die Nacht ihren sanften Schleier über die Welt legt und alles zur Ruhe kommen lässt.

historischer Hintergrund

„Der Mond ist aufgegangen“ entspringt der Feder des deutschen Dichters Matthias Claudius, der von 1740 bis 1815 lebte. Die poetische Schönheit seines Textes wurde durch die einfühlsame Melodie von Johann Abraham Peter Schulz, einem Komponisten des 18. Jahrhunderts, in musikalische Harmonie verwandelt. Schulz, der von 1747 bis 1800 lebte, verlieh dem Gedicht eine Melodie, die es zu einem der bekanntesten deutschen Volkslieder machte.

Als Volkslied kategorisiert, hat „Der Mond ist aufgegangen“ eine besondere Stellung in der deutschen Kultur. Die sanfte Melodie und der tiefsinnige Text laden zum Innehalten und Nachdenken ein. Im Laufe der Jahrhunderte hat das Lied viele Herzen berührt und Generationen begleitet, sei es am Lagerfeuer, in der Schule oder als Wiegenlied.

Im Verlauf seiner Geschichte erlebte das Lied zahlreiche Varianten und Interpretationen. Besonders in der Romantik erfuhr es eine Wiederbelebung, als es in Liederbüchern und auf Konzerten präsent war. Die zeitlose Botschaft von Frieden und Besinnlichkeit bleibt bis heute aktuell und macht „Der Mond ist aufgegangen“ zu einem unvergänglichen Schatz der deutschen Liedkultur.

Noten und Liedtext

Melodie abspielen
  1. Der Mond ist aufgegangen,
    die goldnen Sternlein prangen
    am Himmel hell und klar;
    der Wald steht schwarz und schweiget,
    und aus den Wiesen steiget
    der weiße Nebel wunderbar.
  2. Wie ist die Welt so stille
    und in der Dämmrung Hülle
    so traulich und so hold
    als eine stille Kammer,
    wo ihr des Tages Jammer
    verschlafen und vergessen sollt.
  3. Seht ihr den Mond dort stehen?
    Er ist nur halb zu sehen
    und ist doch rund und schön.
    So sind wohl manche Sachen,
    die wir getrost belachen,
    weil unsre Augen sie nicht sehn.
  1. Wir stolze Menschenkinder
    sind eitel arme Sünder
    und wissen gar nicht viel.
    Wir spinnen Luftgespinste
    und suchen viele Künste
    und kommen weiter von dem Ziel.
  2. Gott, lass dein Heil uns schauen,
    auf nichts Vergänglichs trauen,
    nicht Eitelkeit uns freun;
    lass uns einfältig werden
    und vor dir hier auf Erden
    wie Kinder fromm und fröhlich sein.
  3. Wollst endlich sonder Grämen
    aus dieser Welt uns nehmen
    durch einen sanften Tod;
    und wenn du uns genommen,
    lass uns in‘ Himmel kommen,
    du unser Herr und unser Gott.
  4. So legt euch denn, ihr Brüder,
    in Gottes Namen nieder;
    kalt ist der Abendhauch.
    Verschon uns, Gott, mit Strafen
    und lass uns ruhig schlafen.
    Und unsern kranken Nachbarn auch!

Text: Matthias Claudius (1740-1815)
Melodie: Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800)

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Textinterpretation

Der Mond erhebt sich majestätisch am Firmament, seine silberne Scheibe von einem glitzernden Sternenteppich umgeben. Diese nächtliche Szenerie lädt uns ein, die Stille zu genießen und die Hektik des Alltags hinter uns zu lassen. Der Wald, in tiefem Schwarz getaucht, schweigt ehrfürchtig, als ob er die Erhabenheit des Himmels bewundern würde. In diesem Moment fühlen wir uns mit dem Universum verbunden, als ob jede Sorge in der friedlichen Dunkelheit aufgelöst wird.

Ein solches Lied, ein Volkslied im klassischen Sinne, erinnert uns an die zeitlose Schönheit der Natur und die ewige Wiederkehr der Nacht. Es ruft uns zu, innezuhalten und die kleinen Wunder des Lebens wahrzunehmen. In unserer modernen Welt, in der künstliches Licht die Nacht oft verdrängt, lehrt uns der Mond, dass es eine stille Kraft in der Dunkelheit gibt, die uns Ruhe und Klarheit schenkt.

Die sanfte Melodie und die poetischen Worte des Liedes begleiten uns wie ein vertrauter Freund, der uns durch die Nacht geleitet. In der Betrachtung des Mondes finden wir Trost und Hoffnung, dass hinter jeder Dunkelheit ein neuer Morgen erwacht. Es ist ein Ruf zur inneren Einkehr, eine Einladung zur Reflektion und zur Wertschätzung der einfachen, aber tiefen Schönheit, die uns umgibt. Der Leser spürt vielleicht eine tiefe Verbundenheit und Frieden, während er die Zeilen auf sich wirken lässt.

Hörbeispiele

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Gitarre – Noten und Tabs

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