Guten Abend, gut’ Nacht | Text und Noten

In der stillen Umarmung der Nacht, wenn die Welt in ein sanftes Dunkel gehüllt ist, kehrt ein vertrautes Flüstern zurück in dein Herz. „Guten Abend, gut’ Nacht“ – wie ein sanfter Windhauch, der über eine blühende Wiese streicht und zarte Rosenblätter tanzen lässt. Erinnerst du dich an diese Momente, als du als Kind unter die warme Decke schlüpftest und die sanfte Melodie dich in den Schlaf wiegte?
Die Worte, gespickt mit Rosen und Näglein, weben eine zarte Decke aus Geborgenheit und Schutz. Es ist, als ob die Nacht selbst über dich wacht, deine Träume mit einem sanften Lächeln segnet und dich in eine Welt führt, die nur im Schlummer existiert. Mit jedem Ton, der durch die Dunkelheit schwebt, fühlst du die Liebe, die in diesem Lied wohnt – eine Liebe, die Generationen verbindet, wie ein unsichtbares Band durch die Zeit.
historischer Hintergrund
„Guten Abend, gut’ Nacht“ ist ein bezauberndes Schlaflied, das auf eine reiche kulturelle Geschichte zurückblicken kann. Die erste Strophe des Textes stammt aus der berühmten Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“, die 1808 veröffentlicht wurde und als bedeutende Quelle für Volkslieder im deutschsprachigen Raum gilt. Die zweite Strophe wurde von Georg Scherer, einem deutschen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, hinzugefügt.
Die sanfte Melodie, die das Lied unvergesslich macht, wurde von Johannes Brahms komponiert. Sein Wiegenlied op. 49,4, veröffentlicht im Jahr 1868, hat Generationen von Eltern und Kindern in den Schlaf begleitet. Brahms‘ Musik verbindet sich harmonisch mit dem lyrischen Text und schafft eine beruhigende Atmosphäre.
Als klassisches Schlaflied hat „Guten Abend, gut’ Nacht“ eine weite Verbreitung gefunden. Es existieren zahlreiche Varianten und Übersetzungen, die seine universelle Botschaft von Geborgenheit und Ruhe unterstreichen. Seine Melodie und der einprägsame Text haben es zu einem zeitlosen Klassiker gemacht, der in vielen Kulturen gepflegt und geschätzt wird.
Noten und Liedtext
- Guten Abend, gut‘ Nacht,
mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt,
schlupf unter die Deck‘,
|: Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt. :| - Guten Abend, gut‘ Nacht,
von Englein bewacht,
die zeigen im Traum
dir Christkindlein’s Baum.
|: Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum’s Paradies. :|
Text: 1. Strophe aus „Des Knaben Wunderhorn“ (1808) | 2. Strophe – Georg Scherer (1824-1909)
Melodie: nach Johannes Brahms (1833-1897), Wiegenlied op. 49,4
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Textinterpretation
In der sanften Melodie von „Guten Abend, gut’ Nacht“ webt sich die zarte Berührung der Nacht wie ein schützender Mantel um die Seele. Die Rosen, zart und duftend, symbolisieren die Wärme und Geborgenheit, die wir suchen, wenn der Tag zur Neige geht. Es ist der Moment, in dem die alltäglichen Sorgen wie fallende Blütenblätter von uns abgleiten. Der Leser spürt die Einladung, sich diesem Frieden hinzugeben, in die wohlige Umarmung des Schlafes zu schlüpfen, um am Morgen mit neuer Kraft zu erwachen.
Dieses Wiegenlied erinnert uns an die Unbeschwertheit der Kindheit, als die Nacht kein Raum für Angst, sondern ein Versprechen von Träumen war. Es ruft eine nostalgische Sehnsucht hervor, nach der Zeit, in der eine sanfte Stimme unsere Ängste besänftigte. Heute kann das Lied uns helfen, inmitten des hektischen Alltags einen Moment der Ruhe zu finden, eine Insel der Stille, auf der wir uns selbst wieder begegnen können, um am nächsten Tag neu zu beginnen.
Der Leser mag sich in der poetischen Einfachheit dieses Liedes geborgen fühlen, als ob es ein uraltes Versprechen einlöst: dass nach jeder Nacht ein neuer Morgen kommt. In der modernen Welt, die oft von Rastlosigkeit geprägt ist, bietet das Lied eine Einladung, loszulassen und Vertrauen in den kommenden Tag zu fassen. Es erinnert uns daran, dass trotz aller Unsicherheiten ein neuer Anfang immer möglich ist, wenn wir uns dem Moment hingeben und auf das Gute hoffen.
In sanfter Nacht, umhüllt von Liebe, findet der Geist Frieden und Hoffnung; der Schlaf wird zum Tor zu Träumen, wo das Heilige blüht und der Morgen neue Möglichkeiten verspricht.







