Fuchs, du hast die Gans gestohlen | Text und Noten

Ein kühler Morgenhauch streift durch den Wald, als das Rascheln der Blätter ein leises Geheimnis verrät. Inmitten dieser erwachenden Natur entfaltet sich eine Geschichte, die du vielleicht aus deiner Kindheit kennst. Ein schelmischer Fuchs, mit listigen Augen und einem flinken Schwanz, hat sich im Schutz der Nacht davongeschlichen, eine Gans unter seinem Arm. Der Spaßvogel der Wälder hat wieder sein Spiel begonnen.
Die Melodie des bekannten Kinderliedes schwingt in der Luft, als würdest du sie auf den Lippen einer Großmutter vernehmen, die mit einem wissenden Lächeln in die Vergangenheit blickt. Sie erzählt von der Jagd des listigen Fuchses, dessen Frechheit selbst den Jäger herausfordert. Ein Klassiker, der uns lehrt, dass selbst in den einfachsten Geschichten ein Hauch von Abenteuer und Schalk steckt.
Lachend und mit fröhlichen Reimen ruft das Lied nach dir, erinnert dich an unbeschwerte Tage des Kindseins, an Zeiten, in denen Tiere Freunde und Rivalen in einer Welt voller Wunder waren. Es ist diese kindliche Unbeschwertheit, die das Lied unvergesslich macht, ein kleines Juwel, das die Fantasie beflügelt.
historischer Hintergrund
Das Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ entstammt der Feder von Ernst Anschütz, einem vielseitigen deutschen Pädagogen und Dichter des 19. Jahrhunderts. Unter dem ursprünglichen Titel „Warnung“ verfasste er diesen Text, der bis heute in der Kategorie der Kinderlieder einen festen Platz einnimmt. Die Melodie hingegen ist eine traditionelle Volksweise, deren Ursprünge im Dunkeln liegen, aber deren eingängige Klänge Generationen von Kindern begeistert haben.
In der Welt der Kinderlieder sticht „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ durch seine lebhafte Erzählweise hervor, die das Geschehen bildhaft und nachvollziehbar darstellt. Die Geschichte des hinterlistigen Fuchses, der eine Gans entwendet, hat sich über die Jahre in zahlreichen Varianten verbreitet, wobei der Kern der Erzählung stets erhalten blieb. Diese Vielseitigkeit in der Interpretation und Anpassung hat dem Lied eine bemerkenswerte Langlebigkeit verliehen.
Ernst Anschütz‘ Werk, eingebettet in eine eingängige Melodie, schlägt eine Brücke zwischen volkstümlicher Tradition und pädagogischem Anspruch. Deshalb bleibt „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ ein zeitloses Beispiel für die Kunst, lehrreiche Inhalte spielerisch zu vermitteln und gleichzeitig die Fantasie der Kinder anzuregen.
Noten und Liedtext
- Fuchs, du hast die Gans gestohlen,
|: gib sie wieder her! :|
|: Sonst wird dich der Jäger holen,
mit dem Schießgewehr. :| - Seine große, lange Flinte
|: schießt auf dich den Schrot, :|
|: dass dich färbt die rote Tinte
und dann bist du tot. :| - Liebes Füchslein, lass dir raten,
|: sei doch nur kein Dieb; :|
|: nimm, du brauchst nicht Gänsebraten,
mit der Maus vorlieb. :|
Text: Ernst Anschütz (1780-1861) unter dem Namen „Warnung“
Melodie: Volksweise
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Textinterpretation
Im sanften Reigen der Worte tanzt die Geschichte des schlauen Fuchses, der in der Dämmerung der Nacht die Gans stiehlt. Ein kindliches Lachen schwingt mit, während die Gewehrläufe des Jägers drohend im Hintergrund lauern. Der Reim, so leicht und unbeschwert, malt ein Bild von Abenteuer und listigem Übermut. Doch jenseits der kindlichen Heiterkeit verbirgt sich die ewige Frage nach der Moral: Was bedeutet es, zu nehmen, was nicht dein ist?
In der heutigen Welt, wo Besitz und Verlust alltägliche Themen sind, erinnert uns das Lied an die spielerische Unschuld der Kindheit. Es ruft die Erinnerung wach an die Zeiten, als die Regeln des Lebens noch einfach schienen und die Konsequenzen eines Diebstahls kaum mehr als ein Spiel waren. Der Leser fühlt womöglich eine Mischung aus Nostalgie und einem sanften Schmunzeln über die Einfachheit der kindlichen Moralvorstellungen.
Vielleicht ist der Fuchs in uns allen – jener Teil, der die Grenzen überschreiten möchte, sei es aus Neugier oder Notwendigkeit. Und der Jäger? Er symbolisiert die Konsequenzen, die unweigerlich folgen. In dieser Melodie aus Reimen und Rhythmen finden wir nicht nur ein Kinderlied, sondern auch eine Einladung, über Recht und Unrecht nachzudenken, über die Balance zwischen Freiheit und Verantwortung. Es ist ein zeitloses Echo, das in uns allen widerhallt.
In der Jagd nach dem Verbotenen lehrt das Lied, dass Gier und Unrecht stets mit Konsequenzen verbunden sind. Der Verzicht auf das Verbotene wahrt das Leben und die Freiheit des Geistes.







