Es ist ein Ros‘ entsprungen | Text und Noten

Ein leises Klingen erfüllt den Raum, ein Klang, der wie ein sanfter Winterhauch über schneebedeckte Felder zieht. Es ist die Zeit des Advents, und die Kerzen flackern im Takt der Melodie. Ein Gefühl von Nostalgie und Frieden schleicht sich in dein Herz, während die ersten Töne von „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ erklingen. Das Lied erhebt sich wie ein zarter Hauch aus der Kindheit, der dich an die stillen Abende in der Kirche erinnert, an das warme Licht und den Duft von Tannenzweigen.
Die Stimme des Chores trägt die Melodie, die von einer zarten Blume erzählt, die aus der Wurzel Jesse entsprungen ist – ein Symbol der Hoffnung und des Neubeginns. In diesen Momenten spürst du die Verbundenheit mit den Generationen vor dir, die dieses Lied sangen und die gleiche ehrfürchtige Ruhe empfanden. Der barocke Klang ist wie ein kunstvoll gewebtes Tuch, das dich sanft umhüllt und dich in eine Welt der Besinnlichkeit entführt, in der die Hektik des Alltags für einen kostbaren Augenblick verschwunden ist.
historischer Hintergrund
„Es ist ein Ros‘ entsprungen“ ist ein anmutiges Weihnachtslied, das seine Wurzeln im 16. Jahrhundert hat. Der Text der ersten beiden Strophen ist anonym, was dem Lied eine geheimnisvolle Aura verleiht. Die Melodie, ebenfalls aus dieser Zeit, trägt zur zeitlosen Schönheit des Liedes bei. Im 19. Jahrhundert fügte Friedrich Layriz eine dritte Strophe hinzu, die das Werk abrundet und seine spirituelle Tiefe verstärkt.
Als Weihnachts- und Adventslied gehört „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ zu den Klassikern der festlichen Musiktradition. Seine schlichte, aber eindringliche Melodie und der poetische Text machen es zu einem beliebten Bestandteil von Weihnachtsgottesdiensten und -konzerten. Die zarte Metapher der Rose, die aus dem Wurzelstock Jesse erwächst, symbolisiert die Geburt Christi und verbindet das Lied mit prophetischen alttestamentlichen Texten.
Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das Lied zahlreiche Bearbeitungen und Übersetzungen, die seine Popularität über den deutschen Sprachraum hinaus sicherten. Von klassischen Komponisten wie Michael Praetorius bis hin zu modernen Interpreten wurde es immer wieder aufgegriffen, was seine universelle Anziehungskraft unterstreicht. So bleibt „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ ein lebendiger Teil der weihnachtlichen Musikkultur.
Noten und Liedtext
- Es ist ein Ros‘ entsprungen
aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen:
von Jesse kam die Art
und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter
wohl zu der halben Nacht. - Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaia sagt,
ist Maria, die Reine,
die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ew’gen Rat
hat sie ein Kind geboren
wohl zu der halben Nacht. - Das Blümelein so kleine,
das duftet uns so süß;
mit seinem hellen Scheine
vertreibt’s die Finsternis:
wahr‘ Mensch und wahrer Gott,
hilf uns aus allem Leide,
rettet von Sünd‘ und Tod.
Text: 1. und 2. Strophe unbekannt (16. Jahrhundert), 3. Strophe Friedrich Layriz (1808-1859)
Melodie: unbekannt (16. Jahrhundert)
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Textinterpretation
In den sanften Klängen von „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ webt sich eine zeitlose Erzählung von Hoffnung und Neubeginn. Das zarte Bild einer Rose, die aus der Wurzel Jesses emporwächst, symbolisiert die Geburt Christi und die Erfüllung alter Prophezeiungen. Diese barocke Melodie schwingt leise durch die Adventszeit, ein stilles Versprechen auf Frieden und Erneuerung. Inmitten des hektischen Alltags erinnert uns das Lied daran, in uns selbst Raum für Besinnlichkeit und Wunder zu schaffen.
Der Bezug zu Maria, der „Rose“, legt den Fokus auf die Sanftheit und Reinheit, die das Weihnachtsfest umgibt. Als ein Marienlied strahlt es eine heilige Ruhe aus, die in der modernen Welt oft verloren geht. Es lädt uns ein, innezuhalten und die kleinen Blüten des Alltags zu schätzen, die uns Hoffnung bringen. Die alten Melodien, die einst in den Kirchenhallen widerhallten, können auch heute unsere Herzen berühren und uns mit einer stillen Freude erfüllen.
Während der Adventszeit, wenn die Dunkelheit zunimmt, leuchtet das Bild der Rose wie ein Lichtstrahl in die Dunkelheit hinein. Dieses Lied ermutigt uns, die tiefere Bedeutung von Weihnachten zu suchen und uns auf das Wesentliche zu besinnen: Liebe, Gemeinschaft und die stille Erwartung auf das, was kommen mag. Es ruft uns auf, die alten Geschichten neu zu hören und daraus Kraft zu schöpfen, um unsere eigenen Wurzeln zu nähren und zu wachsen.
Im zarten Ros‘ erblüht das Göttliche, ein Licht in der Dunkelheit, das Hoffnung und Erlösung bringt; es erinnert uns, dass aus Schwäche Stärke und aus Kälte Wärme erwächst – das Wunder des Lebens.







