In einem kühlen Grunde | Text und Noten

Ein leises Murmeln durchzieht die Luft, als das alte Mühlenrad seinen ewigen Tanz vollführt. Der kühle Grund, in dem es ruht, birgt Geheimnisse, die nur das Flüstern des Windes zu kennen scheint. Hier, an diesem Ort, wo die Natur in ihrer stillen Anmut erstrahlt, spürst du die Melodie des Herzens, die in jedem Tropfen des klaren Wassers widerhallt. In dieser friedvollen Kulisse schlummert eine Geschichte von Liebe und Verlust, die so alt ist wie die Mühle selbst.
Der Schmerz der verlorenen Liebe zieht wie ein feiner Nebel durch deine Gedanken, untrennbar verbunden mit der Erinnerung an ein Lächeln, das einst in diesem Tal wohnte. Die Melancholie des Liedes „In einem kühlen Grunde“ fängt diese Emotionen ein und webt sie zu einem zeitlosen Klangteppich. Die Worte sind wie zarte Fäden, die die Sehnsucht und den Herzschmerz zu einem Bild verweben, das sowohl tröstet als auch schmerzt. Lass dich von dieser Melodie umarmen, die dich sanft an die Macht der Erinnerungen erinnert.
historischer Hintergrund
„In einem kühlen Grunde“ entspringt der Feder des berühmten Romantikers Joseph von Eichendorff. Ursprünglich als Gedicht „Das zerbrochene Ringlein“ verfasst, greift der Text die Themen Verlust und Sehnsucht auf, die charakteristisch für die Epoche der Romantik sind. Eichendorff, der von 1788 bis 1857 lebte, schuf mit seinen Werken bleibende Klassiker der deutschen Literatur.
Die Melodie, die diesem tiefgründigen Text Leben einhaucht, stammt von Friedrich Glück. Der Komponist, geboren 1793, verstarb bereits 1840, doch seine Vertonung trägt erheblich zur Popularität des Liedes bei. Diese Melodie verleiht dem Gedicht eine volksliedhafte Schlichtheit, die es leicht einprägsam und weit verbreitet macht.
Innerhalb der Kategorie der Volkslieder nimmt „In einem kühlen Grunde“ einen besonderen Platz ein. Es wurde in vielfältigen Varianten gesungen und interpretiert, wobei es Generationen überdauerte. Von der Romantik bis zur Gegenwart zieht es Menschen in seinen Bann, indem es universelle menschliche Emotionen anspricht. Diese zeitlose Qualität macht das Lied zu einem festen Bestandteil des deutschen Kulturerbes.
Noten und Liedtext
- In einem kühlen Grunde,
da geht ein Mühlenrad;
mein Liebchen ist verschwunden,
das dort gewohnet hat. - Sie hat mir Treu‘ versprochen,
gab mir ein‘ Ring dabei,
sie hat die Treu gebrochen,
das Ringlein sprang entzwei. - Ich möcht‘ als Spielmann reisen
weit in die Welt hinaus,
und singen meine Weisen
und geh’n von Haus zu Haus.
Text: Gedicht „Das zerbrochene Ringlein“ von Joseph von Eichendorff (1788-1857)
Melodie: Friedrich Glück (1793-1840)
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Textinterpretation
In dem sanft rauschenden Klang des Mühlenrads spiegelt sich der Herzschlag des Liebeskummers wider. Der kühle Grund ist nicht nur ein Ort der Natur, sondern auch eine Metapher für die kühle Distanz und unerreichbare Sehnsucht. Hier, wo einst die Liebe blühte, herrscht nun das Echo der Abwesenheit. Das Mühlenrad dreht sich unaufhörlich, wie die Gedanken, die um das verlorene Liebchen kreisen, das dort einst wohnte.
Das Lied, tief in der Tradition der Volkslieder verwurzelt, erzählt von einer universellen Erfahrung: dem Schmerz der unerwiderten oder verlorenen Liebe. In der heutigen hektischen Welt erinnert es uns daran, innezuhalten und die Verbindung zwischen Herz und Natur zu spüren. Die Melancholie des Liedes lässt uns reflektieren, wie Vergänglichkeit und Verlust Teil des menschlichen Erlebens sind, und lädt uns ein, die Schönheit der Erinnerung zu würdigen.
Beim Hören oder Lesen des Liedes fühlt sich der Zuhörer in eine andere Zeit versetzt, in der Gefühle unverstellt und intensiv gelebt wurden. Es ist ein sanfter Trost, zu wissen, dass Liebeskummer ein zeitloses Thema ist, das Generationen verbindet. Die Natur, die das Lied umgibt, bietet einen stillen Rückzugsort, einen Raum für Einkehr und Besinnung, wo das Herz heilen kann, während das Mühlenrad sich unermüdlich weiterdreht.
In der Kühle des Verlusts verwundet die Treue, gebrochen wie ein Ring; der Schmerz der Erinnerung sehnt nach Flucht und Stille, während das Mühlrad der Zeit unaufhörlich weiterdreht.






