Muss i denn zum Städtele hinaus | Text und Noten

Ein junger Mann mit Rucksack verlässt im Morgengrauen ein kleines Städtchen, während ihm eine junge Frau traurig am Gartentor nachblickt. Die Szene ist freundlich, liebevoll und detailreich im Stil eines klassischen Kinderbuchs gezeichnet. Im Hintergrund blüht die Natur, die Sonne geht langsam auf, und am Wegrand stehen Bäume und kleine Tiere.

Ein leises Seufzen durchzieht die klare Abendluft, als ob der Wind selbst die Melodie eines alten Liedes flüstern würde. In diesem Moment fühlst du das Ziehen des Herzens, eine sanfte Melancholie, die dich an längst vergangene Abschiede erinnert. Die Melodie von „Muss i denn zum Städtele hinaus“ trägt die bittersüße Essenz von Trennung und Wiedersehen, wie ein vertrauter Freund, der in der Dämmerung von der Ferne erzählt.

Jeder Ton, jede Silbe ist ein zärtliches Versprechen, das die Zeit überdauert hat. Du spürst die Wärme der Erinnerungen an vergangene Lieben und die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Der Klang der Reise, der Pflicht und der Liebe verschmilzt in einem Lied, das wie ein vertrautes Flüstern in der Seele widerhallt. Die Melancholie des Augenblicks wird zur Brücke zwischen dir und den unzähligen Herzen, die diesen Abschied schon vor dir erlebten.

Es ist die Sehnsucht, die in den Noten mitschwingt, die diesen Moment so besonders macht. Eine Einladung, die Reise des Herzens zu verstehen, die jeder Abschied mit sich bringt, und die leise Gewissheit, dass die Liebe die Zeit überdauert.

historischer Hintergrund

„Muss i denn zum Städtele hinaus“ ist ein bekanntes Volkslied, dessen Wurzeln tief in der deutschen Kulturgeschichte verankert sind. Die erste Strophe des Liedes bleibt anonym, während die zweite und dritte Strophe von Heinrich Wagner (1783–1863) stammen. Die Melodie, die das Lied so unverwechselbar macht, wurde von Friedrich Silcher (1789–1860) auf Grundlage einer altwürttembergischen Melodie arrangiert.

Volkslieder wie dieses zeichnen sich durch ihre einfache, eingängige Struktur und die emotionale Tiefe aus, die sie über Generationen hinweg bewahrt haben. „Muss i denn zum Städtele hinaus“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie Musik und Text eine innige Verbindung eingehen, um Gefühle von Abschied und Hoffnung zu vermitteln.

Die Verbreitung des Liedes ist bemerkenswert, denn es hat nicht nur in Deutschland Herzen berührt, sondern auch international Anklang gefunden. Besonders interessant ist die Adaption des Liedes durch Elvis Presley, der es als „Wooden Heart“ bekannt machte. Diese Varianten und Interpretationen unterstreichen die universelle Anziehungskraft und die zeitlose Relevanz des Liedes, das in seiner Einfachheit und Melancholie Generationen von Menschen bewegt hat.

Noten und Liedtext

Melodie abspielen
  1. Muß i denn, muß i denn
    zum Städtele hinaus, Städtele hinaus
    und du mein Schatz bleibst hier.
    Wenn i komm, wenn i komm,
    wenn i wieder, wieder komm, wieder, wieder komm,
    kehr i ein mein Schatz bei dir.
    Kann i glei net allweil bei dir sein,
    han i doch mei Freud an dir!
    Wenn i komm, wenn i komm,
    wenn i wieder, wieder komm, wieder, wieder komm,
    kehr i ein mein Schatz bei dir.
  2. Wenn du weinst, wenn du weinst,
    dass i wandere muss, wandere muss,
    wie wenn d’Lieb jetzt wär vorbei.
    Sind au drauß, sind au drauß,
    der Mädele viel, Mädele viel,
    lieber Schatz, i bleib dir treu.
    Denk du nett wenn i a andre seh
    no sei mei Lieb vorbei.
    Sind au drauß, sind au drauß,
    der Mädele viel, Mädele viel,
    lieber Schatz, i bleib dir treu.
  3. Übers Jahr, übers Jahr,
    wenn mer Träubele schneid’t, Träubele schneid’t,
    stell i hier mi wiedrum ein;
    Bin i dann, bin i dann,
    dein Schätzele noch, Schätzele noch,
    so soll die Hochzeit sein.
    Übers Jahr do ist mein Zeit vorbei,
    do g’hör i mein und dein;
    Bin i dann, bin i dann,
    dein Schätzele noch, Schätzele noch,
    so soll die Hochzeit sein.

Text: Strophe 1 unbekannt; Strophe 2 und 3 von Heinrich Wagner (1783–1863)
Melodie: nach Friedrich Silcher (1789-1860) von einer altwürttembergischen Melodie

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Textinterpretation

In der sanften Melodie des Volksliedes „Muss i denn zum Städtele hinaus“ schwingt die bittersüße Melancholie des Abschieds mit. Die Zeilen erzählen von einer Trennung, die das Herz schwer und die Gedanken sehnsuchtsvoll macht. Doch inmitten der Trauer über das Verlassen des geliebten Ortes und Menschen, blüht die Hoffnung auf Rückkehr und Wiedersehen. Es ist ein uraltes Thema, das uns alle berührt: Der schmerzhafte Weggang und die stille Verheißung, dass Liebe die Distanz überbrücken kann.

Heute, in unserer schnelllebigen Welt, erinnert uns das Lied daran, dass Abschiede Teil des Lebens sind, egal ob wir für immer oder nur für eine Weile fortgehen. Es spricht zu denen, die zwischen Städten und Kontinenten pendeln, und jenen, die ihre Liebsten zurücklassen müssen. Die Melodie flüstert uns zu, dass die Bindungen, die wir knüpfen, die Entfernungen überwinden können, und dass die Rückkehr, so ungewiss sie auch sein mag, stets im Herzen wohnt.

Beim Zuhören oder Singen fühlen wir vielleicht die bittersüßen Erinnerungen an vergangene Abschiede, die uns geprägt haben. Das Lied gibt uns die Möglichkeit, innezuhalten und die Schönheit und Tragik der Vergänglichkeit zu reflektieren. Es ist eine Einladung, die Kraft der Liebe und die Hoffnung auf ein Wiedersehen zu feiern, auch wenn die Wege uns voneinander trennen. In diesen Momenten wird die Musik zum Trost, ein leiser Begleiter auf all unseren Reisen.

Hörbeispiele

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https://youtu.be/Fw2k9aLCZws?list=RDFw2k9aLCZws

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