Alleweil ein wenig lustig | Text und Noten

Ein leises Kichern weht durch die Stube, als ob der Wind selbst einen Scherz gemacht hätte. In der Ecke knistert das Feuer und malt flackernde Schatten an die Wände, während das Holz leise knackt, als wollte es seine eigene Geschichte erzählen. Ein Gefühl der Vertrautheit breitet sich aus, warm und einladend, wie der erste Schluck von einem frisch eingeschenkten Glas Wein. Hier, in dieser kleinen Welt, wo Zeit und Sorgen für einen Moment innehalten, entfaltet sich die Melodie von „Alleweil ein wenig lustig“.
Die Töne sind wie alte Freunde, die dich mit einem Augenzwinkern begrüßen und dich in eine Welt voller Einfachheit und Freude entführen. Jeder Vers trägt ein Stück Alltag in sich, die kleinen Freuden und Laster, die das Leben so lebenswert machen. Humorvoll und mit einem Augenzwinkern besingt das Lied den stetigen Durst nach mehr – mehr Lachen, mehr Leichtigkeit, ein wenig mehr Abenteuer in der gewohnten Routine. Es erinnert dich daran, dass es die kleinen, unbeschwerten Momente sind, die das Herz zum Tanzen bringen.
historischer Hintergrund
Das Lied „Alleweil ein wenig lustig“ entstammt der Feder des Komponisten und Benediktinermönchs Valentin Rathgeber, der von 1682 bis 1750 lebte. Ursprünglich im „Augsburger Tafelkonfekt“ veröffentlicht, einer Sammlung von weltlichen und geistlichen Liedern, vereint es die Leichtigkeit volkstümlicher Melodien mit Rathgebers charakteristischer Musikalität.
Als Volkslied kategorisiert, spiegelt es die Lebensfreude und Unbeschwertheit wider, die in vielen traditionellen deutschen Liedern jener Zeit zu finden sind. Besonders bemerkenswert ist die Melodie, die sich durch ihre eingängige Struktur und den fröhlichen Charakter auszeichnet, wodurch sie leicht in Erinnerung bleibt und zum Mitsingen einlädt.
Im Laufe der Jahrhunderte hat das Lied zahlreiche Varianten und Interpretationen erfahren, was seine Beliebtheit und Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellt. Es bleibt ein fester Bestandteil des deutschen Liedguts und wird bei kulturellen und geselligen Anlässen gern gesungen, wobei es stets die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart lebendig hält.
Noten und Liedtext
alleweil ein wenig durstig,
alleweil ein wenig Geld im Sack,
alleweil ein wenig Schnupftabak,
allzeit so – so!
Man rede, was man will;
ich aber schweig fein still.
Alleweil ein wenig Geld im Sack,
alleweil ein wenig Schnupftabak,
allzeit so – so!
Text und Melodie: Valentin Rathgeber (1682-1750), aus dem „Augsburger Tafelkonfekt“
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Textinterpretation
In den Zeilen von „Alleweil ein wenig lustig“ offenbart sich eine schlichte, doch tiefgründige Lebensphilosophie. Der Narr des Alltags, der stets ein wenig Lust und Durst in sich trägt, verkörpert den unermüdlichen Tanz des Lebens. Es ist die Kunst, im Kleinen das Große zu finden, in der Einfachheit die Fülle. Dieses Volkslied lädt uns ein, die Gegenwart zu umarmen, im Wissen, dass das Glück oft im Moment verborgen liegt, und erinnert uns daran, dass ein Hauch von Humor und Leichtigkeit selbst die schwersten Tage erhellen kann.
Heute könnte das Lied als Ode an die Unbeschwertheit dienen, eine Erinnerung daran, dass das Leben nicht immer ernst genommen werden muss. In einer Welt, die oft von Eile und Sorgen bestimmt wird, ermutigt es uns, innezuhalten und die einfachen Freuden zu schätzen. Der Leser spürt vielleicht die Wärme einer herzlichen Umarmung, das Kitzeln frischer Luft auf der Haut und das Lachen, das aus tiefstem Herzen kommt. Es ist ein Aufruf, das Leben mit einem Augenzwinkern zu betrachten und die kleinen Freuden zu feiern.
Im Spiel des Lebens liegt die Kunst im Gleichgewicht: Ein Hauch von Freude, ein Funken Durst und das stille Akzeptieren des Moments – so entfaltet sich die Essenz des Seins in seiner Unvollkommenheit.






