Auf, auf zum fröhlichen Jagen | Text und Noten

Ein sanftes Morgenlicht streift über die schlafende Landschaft, während der Tau auf den Gräsern in tausend funkelnden Tropfen glänzt. Der frische Duft des Waldes, der sich langsam mit der Wärme des anbrechenden Tages vermischt, weckt in dir eine tiefe Sehnsucht nach Abenteuer und Freiheit. Es ist der Beginn eines neuen Morgens, der dich mit einem verheißungsvollen Ruf in die grüne Heid lockt.
Mit jedem Schritt auf dem weichen Waldboden spürst du die lebendige Kraft der Natur, die dich umgibt. Die Vögel erwachen und ihr frohes Zwitschern begleitet dich wie eine zarte Melodie, die an vergangene Tage erinnert, an denen du mit Freunden und Familie die Wälder durchstreift hast. Dieses Lied, „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“, erzählt von dieser unbändigen Freude und der Verbundenheit mit der Natur – ein Moment des Innehaltens, in dem die Welt für einen Augenblick stillzustehen scheint.
historischer Hintergrund
In den Tiefen der deutschen Volksliedtradition verwurzelt, erhebt sich das Lied „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ aus dem 18. Jahrhundert. Der Text basiert auf dem Gedicht „Jägerlied“ von Gottfried Benjamin Hancke, einem Dichter, dessen Werke die Lebendigkeit und Naturverbundenheit seiner Zeit widerspiegeln. Hancke, geboren 1695, hinterließ durch seine Schöpfungen einen bleibenden Eindruck und trug zur kulturellen Erhaltung der Jagdtradition bei.
Die Melodie des Liedes entstammt einer Volksweise, die sich durch ihre eingängige und lebhafte Struktur auszeichnet. Volkslieder wie dieses sind nicht nur musikalische Werke, sondern auch kulturelle Artefakte, die Geschichten und Stimmungen vergangener Epochen einfangen. Sie wurden traditionell mündlich überliefert und fanden ihren Weg in die Herzen der Menschen, indem sie von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
Besondere Merkmale des Liedes zeigen sich in seiner weitreichenden Verbreitung und den zahlreichen Varianten, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Unterschiedliche Regionen bereicherten das Lied mit eigenen Nuancen, was seine Anpassungsfähigkeit und zeitlose Beliebtheit unterstreicht. So bleibt „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ ein lebendiges Zeugnis deutscher Kulturgeschichte.
Noten und Liedtext
- Auf, auf zum fröhlichen Jagen,
Auf in die grüne Heid;
es fängt schon an zu tagen,
es ist die höchste Zeit.
Die Vögel in den Wäldern
sind schon vom Schlaf erwacht
und haben auf den Feldern
das Morgenlied vollbracht.
Tri-di-he-jo, di-he-jo, di-he-di-he-di-o, tri-di-o,
he-jo, di-he-jo, di-he, di-o, tri-di-o. - Frühmorgens, als der Jäger
in grünen Wald ’neinkam,
da sah er mit Vergnügen
das schöne Wildbret an.
Die Gamslein Paar um Paare,
sie kommen von weit her;
die Rehe und das Hirschlein,
das schöne Wildbret schwer.
Tri-di-he-jo, di-he-jo, di-he-di-he-di-o, tri-di-o,
he-jo, di-he-jo, di-he, di-o, tri-di-o. - Das edle Jägerleben
vergnüget meine Brust;
dem Wilde nachzustreifen
ist meine höchste Lust.
Wir laden unsre Büchsen
mit Pulver und mit Blei;
wir führ’n das schönste Leben,
im Walde sind wir frei.
Tri-di-he-jo, di-he-jo, di-he-di-he-di-o, tri-di-o,
he-jo, di-he-jo, di-he, di-o, tri-di-o.
Text: nach dem Gedicht „Jägerlied“ von Gottfried Benjamin Hancke (1695 – um 1750)
Melodie: Volksweise
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Textinterpretation
„Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ ruft uns in die erwachende Welt der Dämmerung, wo die Natur mit jedem Atemzug Leben einhaucht. Die Jagd, einst ein Akt des Überlebens, wird hier zum Symbol für den Drang nach Abenteuer und Freiheit. Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Nebel durchdringen, erhebt sich die Melodie der Vögel, die den Jäger in eine Welt der Unschuld und Ursprünglichkeit einlädt. Diese Zeilen malen ein Bild von Harmonie und Verbundenheit mit der Natur, das uns in unserer hektischen, modernen Welt oft verloren geht.
In der heutigen Zeit könnte das Lied als eine Einladung verstanden werden, den Alltag hinter sich zu lassen und sich auf die Suche nach den einfachen Freuden des Lebens zu begeben. Es erinnert uns daran, dass es höchste Zeit ist, innezuhalten und die Schönheiten der Natur bewusst zu erleben. Der Leser mag eine Sehnsucht spüren, dem Ruf der Wildnis zu folgen, die Hektik des Alltags zu vergessen und sich der Stille des Waldes hinzugeben, um dort innere Ruhe zu finden.
Im fröhlichen Jagen spiegelt sich die Sehnsucht nach Freiheit und Naturverbundenheit, während der Mensch im Einklang mit dem Wild die pulsierende Lebenskraft der Erde entdeckt und die Schönheit des Lebens feiert.






