Alles still in süßer Ruh | Text und Noten

Eine Mutter sitzt liebevoll am Bett ihres schlafenden Kindes. Durch das Fenster scheint der volle Mond und taucht das Zimmer in sanftes Licht. Im Hintergrund ist ein kleines Häuschen auf einer Wiese zu sehen. Die Szene wirkt ruhig, warm und geborgen – gemalt in weichen Aquarellfarben.

Ein leises Wispern zieht durch die Nacht, wie eine zärtliche Melodie, die von längst vergangenen Zeiten erzählt. Erinnerst du dich an jene Abende, als der Tag seine Farben verlor und die Welt in ein sanftes Dunkel gehüllt wurde? In diesen stillen Momenten, wenn die Welt zur Ruhe kommt, zogen die vertrauten Klänge von „Alles still in süßer Ruh“ durch die Zimmer wie ein liebliches Wiegenlied, das die Sorgen des Tages fortspülte.

Die Worte sind ein sanfter Windhauch, der die Seele streichelt, während draußen nur das leise Säuseln des Windes zu hören ist. Eine Einladung, in die süße Ruhe einzutauchen, die Geborgenheit und Wärme verspricht. Jedes „su su su“ gleicht einem flüsternden Versprechen, dass die Nacht über dich wacht. Dieses Volkslied, so einfach und doch so tief, verbindet Generationen durch seine zeitlose Melodie, die wie ein sicherer Hafen ist, ein Ort, an den man immer zurückkehren kann.

historischer Hintergrund

Im Herzen des 19. Jahrhunderts entstand das Lied „Alles still in süßer Ruh“, ein Werk, das die harmonische Zusammenarbeit zweier bedeutender Persönlichkeiten seiner Zeit widerspiegelt. Der Text stammt aus der Feder von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, einem renommierten Dichter und Germanisten, der vor allem für das „Lied der Deutschen“ bekannt ist. Seine lyrische Ausdruckskraft paart sich in diesem Lied mit der musikalischen Komposition von Carl von Winterfeld, einem angesehenen Musikwissenschaftler und Komponisten.

Als Volkslied kategorisiert, reiht sich „Alles still in süßer Ruh“ in die Tradition jener Lieder ein, die durch ihre eingängige Melodie und den poetischen Text Generationen überdauern. Die Melodie von Winterfeld verleiht dem Text eine sanfte, beruhigende Atmosphäre, die das zentrale Motiv des Friedens und der Ruhe unterstreicht. Diese besondere Mischung aus Text und Musik hat dazu beigetragen, dass das Lied in verschiedenen Varianten und Adaptionen Einzug in das deutsche Kulturgut gefunden hat.

Besonders bemerkenswert ist die Verbreitung des Liedes in der deutschen Volksliedkultur, die es nicht nur in Liederbüchern, sondern auch in mündlichen Überlieferungen lebendig hält. So bleibt „Alles still in süßer Ruh“ ein berührendes Zeugnis der deutschen Romantik und ihrer zeitlosen Themen, die bis heute nachklingen.

Noten und Liedtext

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  1. Alles still in süßer Ruh,
    drum, mein Kind, so schlaf auch du!
    Draußen säuselt nur der Wind,
    su su su, schlaf ein, mein Kind!
  2. Schließ du deine Äugelein,
    lass sie wie zwei Knospen sein!
    Morgen, wenn die Sonn erglüht,
    sind sie wie die Blum erblüht.
  3. Und die Blümlein schau ich an,
    und die Äuglein küss ich dann,
    und der Mutter Herz vergisst,
    dass es draußen Frühling ist.

Text: Hoffmann von Fallersleben (1798–1874)
Melodie: Carl von Winterfeld (1784-1852)

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Textinterpretation

In der sanften Umarmung der Nacht, wo jeder Laut in süßer Ruhe verhallt, lädt das Lied „Alles still in süßer Ruh“ dazu ein, sich der Geborgenheit hinzugeben. Die Melodie wiegt dich fast unmerklich, während der Wind draußen leise sein Lied singt. Diese alten Klänge, die von Generation zu Generation weitergetragen werden, erinnern daran, wie wohltuend und schützend die Dunkelheit sein kann, die uns in ihren Armen wiegt, bis die Träume uns langsam in ihr Reich entführen.

Für viele von uns, gefangen im Lärm des Alltags, ist das Lied ein sanfter Weckruf, die Augen zu schließen und den Moment zu genießen. Es spiegelt das Bedürfnis wider, den hektischen Rhythmus des Lebens zu verlangsamen und in die Geborgenheit der Kindheit zurückzukehren, als alles noch einfacher und unbeschwerter schien. Das Lied ist eine Erinnerung daran, dass es in jeder Nacht, in jedem Windhauch, einen Ort der Ruhe gibt, den wir aufsuchen können.

Der Leser mag in diesem Lied eine tiefe Sehnsucht verspüren, nach einem Anker in der stürmischen See des Lebens. In einer Welt, die oft von Rastlosigkeit geprägt ist, schenkt es einen Moment der Stille, der das Herz beruhigt und die Seele nährt. Es ist ein Geschenk der Tradition, das uns lehrt, wie wichtig es ist, innezuhalten, loszulassen und sich dem Schlaf hinzugeben, der uns neue Kraft und Frieden schenkt.

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