Ein getreues Herze wissen | Text und Noten

Manchmal, in den stillen Momenten, wenn der Tag zur Ruhe kommt und die Dämmerung sanft ihre Schatten wirft, erklingen die alten Weisen in deinem Inneren. Da ist ein Lied, ein Volkslied, das die Seele berührt und Erinnerungen an vergangene Zeiten weckt. „Ein getreues Herze wissen“ – es ist wie ein Flüstern aus einer anderen Welt, ein Versprechen, das über die Jahrhunderte hinweg Bestand hat.
In den zarten Klängen und poetischen Worten spiegelt sich die Sehnsucht nach der wahren Treue wider, nach jener unverbrüchlichen Liebe, die wie ein seltener Schatz bewahrt wird. Dieses Lied ist mehr als nur Melodie; es ist eine Empfindung, die im Herzen nachhallt, ein stilles Gebet, das die Seele umarmt. Es ist die Harmonie der Gefühle, die die Zeit überdauert und in uns allen den Wunsch weckt, ein treues Herz zu finden und zu halten.
historischer Hintergrund
Das Lied „Ein getreues Herze wissen“ entstammt der Feder des deutschen Barockdichters Paul Fleming, der von 1609 bis 1640 lebte. Fleming, bekannt für seine gefühlvolle Lyrik, verfasste den Text in einer Epoche, die von tiefem religiösem Empfinden und der Suche nach Beständigkeit in unruhigen Zeiten geprägt war. Die Melodie, die das Gedicht erst zu einem Volkslied erhebt, wurde später von Joseph Gersbach komponiert, der von 1787 bis 1830 lebte. Gersbachs musikalische Umsetzung verleiht dem Text eine zeitlose Melodie, die das Gefühl von Treue und Beständigkeit eindrucksvoll unterstreicht.
Als Volkslied klassifiziert, erfreut sich „Ein getreues Herze wissen“ einer weiten Verbreitung, insbesondere im deutschsprachigen Raum. Diese Liederart, die oft mündlich überliefert wird, zeichnet sich durch ihre einfache Melodieführung und tiefgründigen Texte aus, die Generationen verbinden. In der Geschichte des Liedes lassen sich zahlreiche Varianten und Interpretationen finden, die von der klassischen bis zur zeitgenössischen Musik reichen. Die eindringliche Botschaft und die harmonische Melodie machen es zu einem festen Bestandteil im Kanon deutscher Volkslieder.
Noten und Liedtext
- Ein getreues Herze wissen
hat des höchsten Schatzes Preis;
der ist selig zu begrüßen
der ein treues Herze weiß.
Mir ist wohl bei höchstem Schmerz
denn ich weiß ein treues Herz. - Läuft das Glücke gleich zu Zeiten
anders als man will und meint;
ein getreues Herz hilft streiten
wider alles, was ist feind.
Mir ist wohl bei höchstem Schmerz
denn ich weiß ein treues Herz. - Sein Vergnügen steht alleine
in des andern Redlichkeit;
hält des andern Not für seine
weicht nicht auch bei böser Zeit.
Mir ist wohl bei höchstem Schmerz
denn ich weiß ein treues Herz.
Text: Paul Fleming (1609-1640)
Melodie: Joseph Gersbach (1787-1830)
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Textinterpretation
In den sanften Klängen des Liedes „Ein getreues Herze wissen“ erwacht die ewige Suche nach wahrer Treue und Beständigkeit. Es ist ein poetisches Flehen nach der Erkenntnis des höchsten Schatzes, der sich in der Unerschütterlichkeit eines treuen Herzens offenbart. Diese Zeilen umhüllen den Leser wie ein zarter Schleier aus Sehnsucht und Hoffnung, während der Gedanke an eine bedingungslose Liebe durch die Strophen webt und das Herz mit stiller Freude erfüllt.
Heute, in einer Welt voller schneller Begegnungen und flüchtiger Momente, kann dieses Volkslied als sanfte Erinnerung an die zeitlose Kraft der Treue dienen. Es flüstert uns zu, dass wahre Liebe nicht im Glanz der Oberfläche erstrahlt, sondern in der tiefen Verbundenheit zweier Seelen, die einander in allen Lebenslagen stützen. Der Leser mag sich fragen, ob er selbst solch ein treues Herz kennt oder wonach er in der eigenen Suche strebt.
Das Lied lädt dazu ein, die Augen für die unsichtbaren Fäden zu öffnen, die Herzen miteinander verweben. In einer modernen Welt, die oft von Oberflächlichkeit geprägt ist, mahnt es uns, die leisen, aber kraftvollen Zeichen der Treue zu ehren. Der Leser fühlt vielleicht ein sanftes Ziehen im Inneren, eine Melodie der Zuversicht, dass wahre, treue Liebe nicht nur in alten Liedern lebt, sondern in den Echos des eigenen Lebens widerhallt.
Ein treues Herz, in Schmerz und Glück, bleibt standhaft, wenn alles vergeht; es ist der treueste Schatz, der in der Vergänglichkeit Bestand hat und uns in dunklen Zeiten leitet.






