So treiben wir den Winter aus | Text und Noten

Kinder ziehen mit bunten Stäben und einer Strohpuppe durch das Frühlingsdorf, letzte Schneereste schmelzen, Blumen blühen.

Mit dem ersten Licht des Frühlings, wenn die Kälte noch in den Schatten lauert und die Erde unter den Füßen knistert, erwacht ein uraltes Ritual. Kinderstimmen, hell und klar, durchbrechen die winterliche Stille. Es ist, als ob der Wind selbst die Melodie trägt, ein sanftes Flüstern, das von Hoffnung und Erwachen erzählt.

In diesen Momenten, wenn du die ersten Blüten siehst, die sich zaghaft durch den Schnee kämpfen, erinnert dich das Lied „So treiben wir den Winter aus“ an jene unbeschwerten Tage. Damals, als das Leben ein Fest war und du mit leuchtenden Augen Teil dieses Brauches warst, den Winter aus der Stadt zu jagen. Die Klänge der Melodie sind wie ein warmer Mantel, der dir verspricht: Der Frühling ist nah.

Es ist ein Lied von Abschied und Neubeginn, eine Einladung, die kalten Monate hinter dir zu lassen und die Frische des Frühlings zu umarmen. Ein Lied, das Herz und Geist öffnet, voller Freude und kindlicher Unbeschwertheit – ein wahrer Schatz der Erinnerung.

historischer Hintergrund

„So treiben wir den Winter aus“ ist ein traditionsreiches Volkslied, dessen Wurzeln bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Sowohl der Text als auch die Melodie entstammen dieser Epoche, in der das Lied als Teil der Frühlings- und Fastnachtstraditionen in Mitteleuropa populär wurde. Es zeugt von der tiefen Verbundenheit der Menschen mit den Jahreszeiten und dem Wunsch, den Winter symbolisch zu vertreiben, um den Frühling willkommen zu heißen.

Als Volkslied gehört es zu einer Kategorie von Musikstücken, die mündlich überliefert und von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Diese Form der Musik zeichnet sich durch einfache Melodien und eingängige Rhythmen aus, die es den Menschen leicht machten, sie zu erlernen und weiterzugeben.

Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das Lied zahlreiche Varianten und Anpassungen, die je nach Region und Tradition unterschiedlich ausfielen. Besonders in deutschsprachigen Gebieten fand es weite Verbreitung und wurde häufig bei Volksfesten und Umzügen gesungen. Bis heute bleibt „So treiben wir den Winter aus“ ein lebendiges Zeugnis für die kulturelle Praxis, die Naturzyklen musikalisch zu begleiten und zu feiern.

Noten und Liedtext

Melodie abspielen
  1. So treiben wir den Winter aus,
    durch unsre Stadt zum Tor hinaus
    und jagen ihn zuschanden,
    hinweg aus unsern Landen.
  2. Wir stürzen ihn von Berg zu Tal,
    damit er sich zu Tode fall
    und uns nicht mehr be-trü-ge
    durch sei-ne spä-ten Zü-ge.
  3. Wir jagen den Winter vor die Tür,
    den Sommer bringen wir herfür,
    den Sommer und den Maien,
    die Blümlein mancherleien.

Text und Melodie: aus dem 16. Jahrhundert

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Textinterpretation

In diesem alten Volkslied, das von der Vertreibung des Winters erzählt, erwacht die lebendige Tradition des Winteraustreibens zu neuem Leben. Die heitere Zeremonie, den Winter symbolisch durch die Straßen zu jagen, spiegelt die Sehnsucht nach dem Erwachen der Natur wider. Der Winter, kalt und schattenhaft, wird durch den fröhlichen Marsch aus den Herzen und Häusern verbannt, um Platz für den Hoffnungsschimmer und die Wärme des Frühlings zu schaffen.

Für viele von uns erweckt das Lied Erinnerungen an unbeschwerte Kindertage, als wir mit leuchtenden Augen und bunten Bändern in den Händen am Festzug teilnahmen. Es ist ein poetisches Sinnbild für den Neubeginn, das nicht nur die Jahreszeiten betrifft, sondern auch persönliche Neuanfänge im Leben symbolisiert. Die Melodie trägt eine zeitlose Botschaft: das Alte loszulassen und das Neue mit offenen Armen zu empfangen.

In der heutigen Zeit kann das Lied als Metapher für den Wunsch nach Veränderung und Hoffnung stehen. Es erinnert uns daran, dass wir die Kälte und Dunkelheit – sei es im Außen oder im Inneren – vertreiben können. Das Lied ruft dazu auf, den Kreislauf der Natur zu ehren und die Schönheit der Wandlung zu feiern, während wir im Einklang mit den Jahreszeiten unser eigenes Wachstum und unsere Entwicklung bejahen.

Hörbeispiele

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