An der Saale hellem Strande | Text und Noten

In der sanften Umarmung des Morgens, wenn das erste Licht die Welt in goldene Töne taucht, erhebt sich eine Melodie, die dich an längst vergangene Tage erinnert. Der Fluss flüstert Geschichten, während er an den Füßen alter Burgen vorbeizieht, deren stolze Silhouetten sich gegen den Himmel abzeichnen. Diese Burgen, einst Zeugen von Ruhm und Pracht, stehen nun schweigend da, ihre Dächer vom Zahn der Zeit gezeichnet, der Wind streicht durch ihre stillen Hallen.
Hier, an der Saale, wo das Wasser in einer unaufhörlichen Umarmung die Ufer küsst, erwacht eine Sehnsucht in dir. Es ist eine Sehnsucht nach Heimat, nach der zeitlosen Schönheit dieser Landschaft, die sich wie ein vertrautes Gedicht in dein Herz eingebrannt hat. Die Melodie des Volksliedes „An der Saale hellem Strande“ entfaltet sich wie ein sanfter Windhauch, der dir von der Romantik und der Poesie dieser Orte erzählt. Sie nimmt dich mit auf eine Reise, die keine Grenzen kennt, eine Reise, die in der Tiefe deiner Seele beginnt.
historischer Hintergrund
„An der Saale hellem Strande“ ist ein deutsches Volkslied, das seine Ursprünge im 19. Jahrhundert hat. Der Text stammt von Franz Theodor Kugler, einem vielseitigen Schriftsteller und Historiker, der zwischen 1808 und 1858 lebte. Kugler, bekannt für seine lyrischen Werke, schuf mit diesem Lied eine poetische Hommage an die malerische Landschaft entlang der Saale.
Die Melodie wurde von Friedrich Ernst Fesca komponiert, einem talentierten Komponisten der frühen Romantik. Fesca, der zwischen 1789 und 1826 lebte, war für seine einfühlsame und melodische Musik bekannt. Seine Melodie für „An der Saale hellem Strande“ unterstreicht die sanfte und zugleich feierliche Stimmung des Textes, wodurch das Lied zu einem beliebten Volkslied wurde.
Charakteristisch für Volkslieder, hat „An der Saale hellem Strande“ zahlreiche Varianten und Adaptionen erlebt. Besonders in Mitteldeutschland verbreitet, wird es oft bei regionalen Festen und kulturellen Veranstaltungen gesungen. Die Einfachheit und der emotionale Gehalt des Liedes haben dazu beigetragen, dass es bis heute in der deutschen Volksliedtradition lebendig bleibt.
Noten und Liedtext
- An der Saale hellem Strande
stehen Burgen stolz und kühn;
ihre Dächer sind verfallen,
und der Wind streicht durch die Hallen,
Wolken ziehen drüber hin. - Zwar die Ritter sind verschwunden,
nimmer klingen Speer und Schild;
doch dem Wandersmann erscheinen
in den altbemoosten Steinen
oft Gestalten zart und mild. - Droben winken schöne Augen,
freundlich lacht manch roter Mund,
Wandrer schaut wohl in die Ferne,
schaut in holder Augen Sterne,
Herz ist heiter und gesund.
Text: Franz Theodor Kugler (1808-1858)
Melodie: Friedrich Ernst Fesca (1789-1826)
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Textinterpretation
An der Saale, wo das Wasser glitzernd fließt, erheben sich Burgen, stolz und unerschütterlich, trotz ihrer zerfallenen Dächer. Der Wind, ein ewiger Begleiter, haucht durch die Mauern, als wolle er Geschichten vergangenen Glanzes erzählen. Diese Szenerie, in sanfter Melancholie getaucht, ruft Erinnerungen an eine Heimat wach, die in der Seele des Betrachters widerhallt. Der Fluss, Symbol der Zeit, trägt die Gedanken fort, verbindet Vergangenes mit dem Jetzt, und lässt die Romantik der Landschaft in unser Inneres strömen.
In der heutigen Welt, wo Veränderungen rasen und die Moderne oft den Blick auf das Einfache verstellt, erinnert uns das Lied an die beständige Schönheit der Natur und die Kraft der Erinnerung. Es ist, als ob die alten Burgen uns einladen, innezuhalten und die Geschichten, die wir selbst schreiben, mit Bedacht zu verknüpfen. Die Saale, ein stiller Zeuge, mahnt zur Geduld und Gelassenheit, während ihre Wasser uns lehren, dass auch in der Vergänglichkeit eine unergründliche Schönheit liegt.
Der Leser, der sich in diese poetische Landschaft begibt, mag die Ruhe und den Frieden spüren, die von der Saale ausgehen. Die Melodie der Worte, gleich einem Volkslied, webt ein Band zwischen den Zeitaltern und lässt uns die gegenwärtigen Momente bewusster erleben. In dieser Reflexion finden wir nicht nur Heimat, sondern auch einen Ort, an dem wir uns selbst begegnen können, getragen von den Wellen der Zeit, umwoben von der sanften Poesie des Lebens.
Im Verweben von Vergangenheit und Gegenwart offenbart das Lied, wie Erinnerungen an Vergängliches die Seele des Wandersmanns erhellen; Abschied und Hoffnung tanzen im Wind, während die Zeit unaufhaltsam fließt.






