Der Herbst ist ein Geselle | Text und Noten

Im sanften Rauschen der Blätter, das durch die Straßen zieht, erwacht der Herbst als charmanter Geselle. Sein buntes Gewand, ein Mosaik aus Gold, Rot und Braun, schmückt die Welt mit einer Pracht, die das Herz wärmt und die Seele zum Tanzen bringt. Erinnerst du dich an die Spaziergänge durch den Blätterteppich, wie das Rascheln unter den Füßen ein Lächeln auf dein Gesicht zauberte?
Der Herbst, ein freudiger Vagabund, singt seine Lieder mit dem Wind, der spielerisch dein Haar zerzaust. In seinem frohen Treiben steckt eine Ausgelassenheit, die ansteckt und dich mitnimmt auf eine Reise voller Farben und Klänge. Der Himmel, oft dramatisch verhangen, erzählt Geschichten von vergangenen Sommern und kommenden Wintern, während der Herbst dich an der Hand nimmt und zum Tanz auffordert.
Mit einem Augenzwinkern zeigt er dir die Schönheit in der Vergänglichkeit. Er ist ein Meister der Verwandlung, der uns lehrt, die Momente zu feiern und das Leben in all seinen Facetten zu umarmen. Welch wunderbarer Geselle, dieser Herbst!
historischer Hintergrund
„Der Herbst ist ein Geselle“ ist ein stimmungsvolles Herbstlied, dessen Text von der deutschen Schriftstellerin Marie Nathusius (1817-1857) stammt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts verfasst, spiegelt der Text die melancholische, aber auch friedvolle Atmosphäre des Herbstes wider. Marie Nathusius, bekannt für ihre einfühlsamen und naturverbundenen Werke, verleiht dem Lied eine poetische Tiefe, die den Zuhörer in die farbenfrohe und zugleich vergängliche Welt dieser Jahreszeit entführt.
Die Melodie des Liedes basiert auf einer traditionellen Volksweise, die sich durch ihre eingängige und harmonische Struktur auszeichnet. Diese Kombination aus literarischem Talent und musikalischer Schlichtheit macht das Lied zu einer beliebten Wahl in Schulen und Chören.
Im Laufe der Jahre hat „Der Herbst ist ein Geselle“ zahlreiche Varianten und Interpretationen erfahren, die seine Popularität bezeugen. Es wurde in verschiedenen Sammlungen von Herbstliedern aufgenommen und ist ein fester Bestandteil des deutschen Liedguts. Die Verbindung von Text und Melodie schafft eine zeitlose Hymne auf den Herbst, die Generationen von Musikliebhabern begeistert.
Noten und Liedtext
- Der Herbst ist ein Geselle
der trägt ein buntes Kleid
und springt und jubilieret
vor ausgelaß‘ ner Freud. - Er singt im Brausebasse
fährt einem um den Kopf,
wirft alles drüber und drunter
und zaust die Bäum am Schopf. - Er stürmt wie wilde Buben
hin über Berg und Feld
fegt durch die falben Blätter
rauscht, heißa! in die Welt.
Text: Marie Nathusius (1817-1857)
Melodie: Volksweise
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Textinterpretation
Der Herbst, ein wahrer Gefährte, kleidet sich in ein farbenfrohes Gewand und tanzt mit ausgelassener Freude durch die Landschaft. Dieser Geselle des Wandels erinnert uns an die Schönheit der Vergänglichkeit, an die bunten Blätter, die sanft vom Baum herabschweben. In seinen Melodien spiegelt sich das Lachen und Weinen des Lebens wider, eine sinfonische Ode an die Veränderung. Der Herbst zeigt uns, dass jedes Ende auch einen neuen Anfang birgt, und lädt uns ein, die Fülle des Moments zu genießen.
Der Wind, ein unsichtbarer Tänzer, flüstert Geschichten von vergangenen Sommern und kommenden Wintern. Er ist der Bote, der die Botschaft des Herbstes weiterträgt: Alles ist im Fluss, nichts bleibt für immer. In dieser Symbolik finden wir die Parallelen zum eigenen Dasein, das geprägt ist von ständigen Wandlungen und der Suche nach Beständigkeit. Der Leser spürt eine melancholische Sehnsucht, zugleich aber auch eine tröstende Wärme, die ihn die Vergänglichkeit des Lebens akzeptieren lässt.
In der heutigen Welt, geprägt von Hektik und Veränderung, lädt uns der Herbst ein, innezuhalten und den Reichtum des Augenblicks zu schätzen. Er erinnert uns daran, dass auch wir bunt und vielfältig sein dürfen, dass es in Ordnung ist, die alten Blätter fallen zu lassen, um Platz für Neues zu schaffen. Die Melodie dieses Herbstliedes ruft ein Gefühl der Dankbarkeit hervor, ein Bewusstsein für die Schönheit der Natur und der eigenen Lebensreise, die sich stetig wandelt.
Der Herbst, ein fröhlicher Geselle, lehrt uns, die Vergänglichkeit zu umarmen: In seinem bunten Wirbel schenkt er Fülle für die ruhigen Zeiten, und lädt uns ein, das Leben in seiner Pracht zu feiern.






