D’r hellije Zinter Mätes | Text und Noten

Herzliche Kinderbuch-Illustration: Der heilige Sankt Martin reitet mit rotem Mantel auf einem Pferd, umgeben von Kindern mit bunten Laternen, leuchtenden Kerzen und warmen Winterjacken bei einem festlichen Martinsumzug durch eine alte Straße.

Ein leises Flackern taucht die Straßen in ein warmes, goldenes Licht, und der Duft von Kerzenwachs vermischt sich mit der kühlen Abendluft. Die Erinnerungen an die Kindheit kehren zurück, wenn du das Lied „D’r hellije Zinter Mätes“ hörst, und lassen die Zeiten aufleben, in denen du mit deiner kleinen Laterne durch die Gassen zogst. In diesen Momenten scheint die Welt voller Wunder und Geschichten, erzählt von einem Mann, der nicht nur ein Heiliger war, sondern auch ein Freund der Kinder.

Die Melodie trägt dich in eine vertraute, kölsche Welt, in der Brauchtum und Gemeinschaft Hand in Hand gehen. Hier, wo der heilige Martin die Herzen mit seiner Großzügigkeit erwärmt, werden Erinnerungen an frohe Kindergesichter wach, die staunend ihre Lichter in die Dunkelheit halten. Der Refrain, ein fröhliches „Butz, butz wieder bu…“, verbindet Generationen und erleuchtet die Seele mit einem Gefühl der Zusammengehörigkeit. Es ist ein Lied, das mehr ist als nur Töne – es ist ein Stück Heimat, ein Stück Herz.

historischer Hintergrund

„D’r hellije Zinter Mätes“ ist ein traditionelles Martinslied, dessen Wurzeln tief in der mündlichen Überlieferung der rheinischen Kultur verankert sind. Als ein Lied, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde, spiegelt es die zeitlose Verehrung des heiligen Martin wider, der als Symbol der Nächstenliebe und Barmherzigkeit gilt. Der Ursprung des Textes und der Melodie ist nicht genau datierbar, was dem Lied eine geheimnisvolle Aura verleiht.

In der Kategorie der Martinslieder nimmt „D’r hellije Zinter Mätes“ einen besonderen Platz ein. Es wird traditionell am 11. November gesungen, wenn Kinder mit Laternen durch die Straßen ziehen, um das Licht und die Wärme, die der heilige Martin verkörpert, zu feiern. Diese Lieder sind nicht nur musikalische Begleiter der Umzüge, sondern auch wichtige Träger kultureller Werte und lokaler Bräuche.

Die Verbreitung des Liedes ist bemerkenswert, da es in zahlreichen Varianten existiert, die sich in Melodie und Text leicht unterscheiden. Diese Vielfalt zeugt von der lebendigen Tradition und der Anpassungsfähigkeit des Liedes an unterschiedliche regionale Gegebenheiten. So bleibt „D’r hellije Zinter Mätes“ ein lebendiger Teil des kulturellen Erbes, der bis heute Menschen verbindet und begeistert.

Noten und Liedtext

Melodie abspielen
  1. D’r hellije Zinter Mätes, dat wor ne jode Mann,
    dä jof de Kinder Kääzcher un stoch se selver an.
    Butz, butz wieder butz, dat wor ne jode Mann.
    Hier wohnt ein reicher Mann,
    der uns was geben kann.
    Viel soll er geben,
    lange soll er leben.
    Selig soll er sterben,
    das Himmelreich erwerben.
    Lass uns nicht so lange, lange steh’n,
    denn wir müssen weiter geh’n, weitergeh’n.
  2. D’r hellije Zinter Mätes, dä kütt och hück zo uns,
    dröm jo’mer met de Fackele, et freut sich Klein un Jruss.
    Butz, butz, wieder butz, dat wor ne jode Mann.
    Hier wohnt ein reicher Mann…
  3. D’r hellije Zinter Mätes, dä rick lans jede Döör,
    un sähnt de Huus un Hätze, de Frösch in Schobb un Schöör.
    Butz, butz, wieder butz, dat wor ne jode Mann.
    Hier wohnt ein reicher Mann…
  1. D’r hellije Zinter Mätes kütt immer huh ze Pääd,
    hä steiht en huhe Ihre em Himmel un op Äd.
    Butz, butz, wieder butz, dat wor ne jode Mann.
    Hier wohnt ein reicher Mann…

Text und Melodie: mündlich überliefert

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Textinterpretation

In den Zeilen von „D’r hellije Zinter Mätes“ schimmert die Wärme eines alten Brauchtums, das uns zu den Wurzeln unserer Kindheit führt. Der heilige Martin, dargestellt als gütiger Mann, der den Kindern Kerzen schenkt, symbolisiert Großzügigkeit und Licht in der Dunkelheit. Dieses Bild erinnert uns daran, dass selbst in der kältesten Jahreszeit ein kleines Licht der Hoffnung und Freude brennen kann. Der kölsche Dialekt verleiht dem Lied eine lokale Vertrautheit, die uns in eine Zeit trägt, in der einfache Gesten große Bedeutung hatten.

Der Martinsbrauch, in dem Kinder mit leuchtenden Laternen durch die Straßen ziehen, ist mehr als ein festlicher Umzug. Es ist ein Akt der Gemeinschaft und der kindlichen Unbeschwertheit, die in unserer modernen, oft hektischen Welt leicht verloren gehen kann. Das Lied ruft uns dazu auf, die Freude und den Zusammenhalt zu bewahren, die wir als Kinder verspürten. Die Melodie und der Text wecken Erinnerungen an unbeschwerte Nächte, an denen die Dunkelheit von bunten Lichtern vertrieben wurde, und laden uns ein, diese Tradition mit neuen Generationen zu teilen.

Hörbeispiele

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Quellen

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