Häschen in der Grube | Text und Noten

Ein sanfter Windhauch streicht über die Wiese und trägt das leise Wispern der Grashalme mit sich. Zwischen all dem Grün, verborgen und doch so nah, ruht ein kleines Wesen in der Stille, ein Häschen in seiner Grube. Die Welt um ihn herum ist in Bewegung, doch er bleibt still, eingehüllt in einen zarten Traum. Erinnerst du dich an die Tage, als du selbst durch die Gräser sprangst, deine Fantasie beflügelt von den Geschichten, die in Kinderliedern lebendig wurden?
Diese zarten Melodien, die von kleinen Abenteuern und großen Gefühlen erzählen, berührten dein Herz mit ihrer Einfachheit. „Häschen in der Grube“ ist genau solch ein Lied, voller Mitgefühl und kindlicher Sorge. Es malt ein Bild von einem kleinen Geschöpf, das krank und verletzt ist, und weckt den Wunsch, ihm zu helfen, es wieder auf seine Pfoten zu bringen. Die Reime sind wie sanfte Wellen, die das Herz bewegen und ein Gefühl der Verbundenheit schaffen.
historischer Hintergrund
„Häschen in der Grube“ ist ein traditionsreiches Kinderlied, dessen Text auf den deutschen Pädagogen Friedrich Fröbel (1782–1852) zurückgeht. Fröbel, bekannt als Begründer des Kindergartens, verfasste den Text, um spielerisch die Fantasie und Bewegungsfreude von Kindern zu fördern. Die eingängige Melodie entstammt der Volksweise „Wer die Gans gestohlen hat“, was dem Lied eine vertraute Klangstruktur verleiht.
Als Kinderlied hat „Häschen in der Grube“ einen festen Platz in der musikalischen Früherziehung und wird häufig in Kindergärten und Grundschulen gesungen. Seine einfache, aber lebendige Melodie, kombiniert mit einem leicht verständlichen Text, macht es ideal für junge Hörer und Sänger. Die spielerische Aufforderung, das „schlafende“ Häschen zu wecken, lädt Kinder zum Mitmachen und Nachahmen ein, wodurch das Lied auch eine motorische Komponente erhält.
Im Laufe der Jahre entstanden verschiedene Varianten und regionale Abwandlungen, die die Beliebtheit und Anpassungsfähigkeit des Liedes unterstreichen. In vielen Kulturen hat es seinen Weg in die Herzen von Kindern gefunden, stets begleitet von der fröhlichen Aufgabe, das Häschen aus seiner Grube zu locken.
Noten und Liedtext
- Häschen in der Grube |: saß und schlief. :|
Armes Häschen, bist du krank,
daß du nicht mehr hüpfen kannst?
|: Häschen, hüpf! :| Häschen, hüpf! - Häschen vor dem Hunde |: hüte dich! :|
Hat gar einen scharfen Zahn,
packt damit mein Häschen an.
|: Häschen, lauf! :| Häschen, lauf!
Text: Friedrich Fröbel (1782-1852)
Melodie: Volksweise (nach „Wer die Gans gestohlen hat“)
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Textinterpretation
In der stillen Ecke des Waldes ruht das Häschen, sanft umhüllt von Moos und Blätterrauschen. Es schläft, doch der Schlaf wirkt schwer und trüb, als ob die Träume von einer unsichtbaren Bürde beschwert wären. Dieses einfache Kinderlied erzählt von mehr als nur einem müden Tier; es spricht die zarte Frage des Mitgefühls an, die wir uns stellen, wenn wir auf stille, leidende Kreaturen blicken. Es spiegelt die universelle Sorge wider, die wir für das Zerbrechliche in unserer Welt empfinden.
Der sanfte, melodische Reim erinnert uns daran, dass das scheinbar Unbedeutende oft tiefe Wahrheiten birgt. „Armes Häschen, bist du krank?“ – eine Frage, die sich leicht auf unsere eigenen Leben übertragen lässt. Wir alle kennen Momente, in denen wir uns kraftlos fühlen, als wären wir selbst kleine Häschen, die nicht mehr hüpfen können. Das Lied lädt uns ein, innezuhalten und Mitgefühl zu zeigen, sowohl für andere als auch für uns selbst, wenn das Leben uns schwerfällt.
Heute könnte dieses Lied als sanfte Mahnung dienen, achtsam mit unseren eigenen Kräften umzugehen und die kleinen Zeichen der Erschöpfung zu erkennen. Es ruft uns auf, die einfachen Freuden des Lebens zu schätzen und uns gegenseitig zu unterstützen, wenn wir in der Grube des Alltags verharren. In der kindlichen Einfachheit der Melodie liegt eine Weisheit verborgen, die uns daran erinnert, dass selbst das kleinste Wesen in seiner Stille eine Geschichte zu erzählen hat.
In der Melodie des Häschenliedes schwingt die Sorge um Verletzlichkeit und die Aufforderung zur Flucht vor Bedrohungen mit; es lehrt uns, die eigene Sicherheit und die Lebendigkeit im Angesicht der Gefahr zu schätzen.







