Herbei, o ihr Gläubigen | Text und Noten

Der erste Klang der Orgel, tief und majestätisch, erfüllt die kalte Winterluft der alten Kirche und löst ein Echo aus, das sich wie ein sanfter Schleier über die versammelten Gläubigen legt. Es ist der Klang, der die Herzen wärmt, der die Seelen emporhebt und die Gedanken zurückführt zu jenen heiligen Nächten, die in goldenen Erinnerungen erstrahlen.
Du stehst dort, umgeben von vertrauten Gesichtern, und die Welt jenseits der Kirchenmauern scheint für einen Moment zu schweigen. Die Kerzen flackern, werfen ein warmes Licht auf die alten Mauern, und der Duft von Tannenzweigen vermischt sich mit der kalten, klaren Luft. Dann erheben sich die Stimmen, vereint im Gesang, der seit Jahrhunderten die Ankunft des Heilands verkündet: „Herbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphieret.“
In diesem Lied liegt eine zeitlose Einladung, eine Feier des Glaubens und der Hoffnung. Es transportiert dich nach Bethlehem, zu jenem krippenumhüllten Wunder, das jedes Jahr neu erstrahlt. Und während die Melodie verklingt, bleibt ein Gefühl der Verbundenheit, das über die Zeiten hinausreicht.
historischer Hintergrund
„Herbei, o ihr Gläubigen“ ist ein traditionsreiches Weihnachtslied, dessen Wurzeln tief in die Geschichte der Kirchenmusik reichen. Der Text von Friedrich Heinrich Ranke, einem bedeutenden Theologen des 19. Jahrhunderts, basiert auf dem lateinischen Original „Adeste fideles“. Diese eindrucksvolle Hymne, die im 18. Jahrhundert in Portugal entstanden ist, zieht seit jeher Gläubige in ihren Bann. Die Herkunft der Melodie bleibt im Dunkeln, was ihr jedoch keinen Abbruch tut, im Gegenteil, sie verleiht dem Lied einen Hauch von Mysterium.
Als Weihnachtslied und Adventslied erfreut sich „Herbei, o ihr Gläubigen“ großer Beliebtheit. Es gibt zahlreiche Übersetzungen dieser Hymne, darunter die englische Version „O come all ye faithful“ und eine weitere deutsche Fassung „Nun freut euch, ihr Christen“. Diese Vielfalt an Übersetzungen zeugt von der universellen Anziehungskraft des Liedes, das Generationen von Gläubigen in der Adventszeit begleitet hat.
Besonders bemerkenswert ist die Verbreitung des Liedes, die sich über Kontinente erstreckt und in verschiedenen kulturellen Kontexten neue Interpretationen erfährt. Egal in welchem Gewand es erscheint, der festliche und feierliche Charakter bleibt stets erhalten, was es zu einem unverzichtbaren Bestandteil der weihnachtlichen Tradition macht.
Noten und Liedtext
- Herbei, o ihr Gläub’gen, fröhlich triumphieret,
o kommet, o kommet nach Bethlehem!
Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren!
O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten,
o lasset uns anbeten, den König! - Du König der Ehren,Herrscher der Heerscharen,
verschmähst nicht zu ruhen in Marien Schoß,
Gott, wahrer Gott, von Ewigkeit geboren.
O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten,
o lasset uns anbeten, den König! - Kommt, singet dem Herren, singt, ihr Engelchöre!
Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen:
„Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden!“
O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten,
o lasset uns anbeten, den König!
Text: Friedrich Heinrich Ranke (1798-1876) nach „Adeste fideles“
Melodie: unbekannte Herkunft, aus Portugal 18. Jahrhundert
Eine weitere deutsche Übersetzung von „Adeste fideles“ ist „Nun freut euch, ihr Christen“, eine englische ist „O come all ye faithful“.
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Textinterpretation
Herbei, du Wanderer durch die Zeit, und lausche den alten Klängen, die uns zur Krippe führen. In der Feierlichkeit dieser Melodie, getragen von Tradition und lateinischem Klang, ruft das Lied die Gläubigen zu einem freudigen Triumphzug. Es ist der Ruf zum Ursprung von Hoffnung und Heil, verborgen in der Einfachheit eines Kindes in Bethlehem. In der Kirche, im Kerzenschein, wird diese Ankunft zu einem leuchtenden Symbol des ewigen Lichtes, das selbst die dunkelste Nacht erhellt.
In der heutigen Welt, die oft von Hektik und Zweifel geprägt ist, bietet dieses Lied eine Oase der Besinnung. Es erinnert uns daran, innezuhalten und die einfachen Freuden des Lebens zu schätzen. Die Einladung, das „Kindlein“ zu sehen, ist auch eine Einladung, das Wunder und die Unschuld in uns selbst zu entdecken. Vielleicht fühlst du beim Hören eine tiefe Verbundenheit mit dem Vergangenen und eine leise Freude, die dich durch die hektischen Tage tragen kann.
So wird das Lied zu einem Spiegel, der uns zeigt, wie Tradition und Glaube die Zeiten überdauern und uns in schwierigen Momenten Halt geben. Es ist ein Ruf, der das Herz öffnet für das, was wirklich zählt, und uns einlädt, den inneren Frieden zu finden. Möge dieser Frieden dich durch die festlichen Tage begleiten und über das Jahr hinaus leuchten.
In der Anrufung versammelt sich die Menschheit im Staunen vor dem göttlichen Kind; das Lied zelebriert die Demut und Freude des Glaubens, der in der Anbetung des Königs der Liebe seinen höchsten Ausdruck findet.







