Im Frühtau zu Berge | Text und Noten

Ein erster Hauch von Morgenlicht durchbricht die Dunkelheit, während der Tau auf den Wiesen in glitzernde Juwelen verwandelt wird. Der frische Duft der erwachenden Natur umhüllt dich wie eine sanfte Umarmung, und die Welt scheint still zu stehen, nur unterbrochen vom leisen Rascheln der Blätter im Wind. Es ist dieser magische Augenblick, wenn die Berge im Frühtau erstrahlen und dich einladen, ihre Geheimnisse zu erkunden.
Mit jedem Schritt spürst du die Freiheit, die dir das Wandern schenkt. Die Sorgen des Alltags lösen sich in der klaren, kühlen Morgenluft auf, und ein Lied entfaltet sich in deinem Herzen, das alte Volkslied: „Im Frühtau zu Berge wir gehn, fallera…“. Die Melodie verbindet dich mit der Natur und den unzähligen Wanderern vor dir, die dieselbe Freude empfanden. Es ist diese zeitlose Verbindung, die das Lied besonders macht; es ist ein Echo der Vergangenheit, das im Hier und Jetzt lebendig bleibt, wenn du den Gipfel erreichst und die Welt zu deinen Füßen liegt.
historischer Hintergrund
„Im Frühtau zu Berge“ ist ein lebendiges Beispiel für die reiche Tradition der Volkslieder, die im Laufe der Zeit nationale Grenzen überschreiten. Ursprünglich basiert es auf einem schwedischen Volkslied, dessen Melodie und Themen eine universelle Anziehungskraft besitzen. Die deutsche Version, die vielen Wanderern und Naturfreunden bekannt ist, wurde von Walter Hensel (1887-1956) übersetzt, einem bedeutenden Musikpädagogen und Sammler von Volksliedern. Hensels Übersetzung bewahrt die Essenz des Originals, während sie gleichzeitig eine eigene poetische Note einbringt.
Volkslieder wie „Im Frühtau zu Berge“ zeichnen sich durch ihre mündliche Überlieferung aus, die es ihnen ermöglicht, sich im Laufe der Zeit zu verändern und anzupassen. Die Melodie ist eingängig und fröhlich, was das Lied besonders populär macht, vor allem bei Gruppenaktivitäten wie Wanderungen oder Lagerfeuern. In verschiedenen Regionen Deutschlands und darüber hinaus hat das Lied zahlreiche Varianten hervorgebracht, die lokale Traditionen und Dialekte widerspiegeln. So bleibt es ein lebendiges kulturelles Erbe, das Generationen verbindet und die Freude an der Natur feiert.
Noten und Liedtext
- Im Frühtau zu Berge wir gehn, fallera,
es grünen die Wälder, die Höh’n, fallera.
Wir wandern ohne Sorgen singend in den Morgen
noch ehe im Tale die Hähne krähn. - Ihr alten und hochweisen Leut‘, fallera,
ihr denkt wohl, wir wären nicht gescheit, fallera.
Wer wollte aber singen, wenn wir schon Grillen fingen
in dieser herrlichen Frühlingszeit. - Werft ab alle Sorgen und Qual, fallera,
und wandert mit uns aus dem Tal, fallera.
Wir sind hinausgegangen, den Sonnenschein zu fangen.
Kommt mit und versucht es doch selbst einmal.
Text und Melodie: nach einem schwedischen Volkslied
Übersetzung von Walter Hensel (1887-1956)
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Textinterpretation
Im sanften Morgentau erwachen die Berge zu neuem Leben. Die Wälder erstrahlen in frischem Grün, während du, lieber Leser, die Freiheit des Wanderns spürst. Ohne Sorgen, nur das leise Rauschen der Bäume und das fröhliche Zwitschern der Vögel begleiten dich. In dieser frühen Stunde vereint das Lied die Seele mit der Natur, und die Welt scheint ein Ort unendlicher Möglichkeiten zu sein, wo die Sorgen des Alltags keinen Platz haben.
Die morgendliche Frische der Berge lädt dich ein, die Hektik des Alltags hinter dir zu lassen. Beim Wandern liegt der Fokus auf dem Moment, auf dem Atemzug, der mit der klaren Luft gefüllt ist. Diese Volksweise erinnert uns daran, dass das Leben selbst ein Pfad ist, den wir mit Leichtigkeit und Freude beschreiten sollten. Das Lied ermutigt, die Schönheit der Natur zu schätzen und die Einfachheit des Augenblicks zu genießen.
Heute, wo das Leben oft von Eile und Stress bestimmt wird, kann das Lied eine Einladung sein, innezuhalten und die Berge der eigenen Gedankenwelt zu erklimmen. Es spricht von der Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und einem Leben im Einklang mit der Natur. Du fühlst dich vielleicht inspiriert, die Freiheit der Berge zu suchen, um Ruhe und Klarheit zu finden, so wie es die Zeilen des Liedes besingen.
Im Morgengrauen des Lebens, wo Sorgen verwehen, lädt der Gesang der Natur ein, die Freude des Augenblicks zu umarmen und die Leichtigkeit des Seins zu entdecken. Gemeinsam wandern wir ins Licht.







