Nach grüner Farb mein Herz verlangt | Text und Noten

Ein leises Sehnen durchzieht die Luft, wie der sanfte Hauch eines Frühlingswindes, der zaghaft durch kahle Zweige streift. Dein Herz, gefangen in der kühlen Umarmung des Winters, sehnt sich nach dem satten Grün, das einst die Welt umhüllte. Die Melodie von „Nach grüner Farb mein Herz verlangt“ fängt dieses Verlangen ein, webt es in Worte und Klänge, die wie ein warmer Strom durch deine Seele fließen.
Die Natur ruht noch unter ihrem weißen Mantel, und doch spürst du das Pochen des Lebens, das bald erwacht. Der Text des Volksliedes malt Bilder von schneebedeckten Wegen und der endlosen Kälte, die dich umgibt. Doch inmitten dieser Frostwelt klingt eine Hoffnung, ein unstillbares Verlangen nach dem Neubeginn, nach der Liebe, die im Grünen blüht. Es ist, als würde die Melodie die Erinnerungen an längst vergangene, sonnigere Tage heraufbeschwören und dich sanft in ihre Arme nehmen.
historischer Hintergrund
Im Herzen der deutschen Volksliedtradition verwurzelt, entfaltet „Nach grüner Farb mein Herz verlangt“ seine zeitlose Melodie und Poesie. Der Text und die Melodie stammen aus der Feder des bedeutenden Komponisten Michael Praetorius, der von 1571 bis 1621 lebte. Als Meister der Renaissance-Musik schuf er mit diesem Werk ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Melancholie und Sehnsucht, die das Volksliedgenre prägt.
In der Kategorie der Volkslieder angesiedelt, erzählt das Lied von der Sehnsucht nach der Natur und der Vergänglichkeit des Lebens. Diese Themen resonieren bis heute und machen den Reiz des Liedes aus. Die Einfachheit der Melodie und der emotionale Tiefgang des Textes tragen zur Popularität bei und ermöglichen es, dass das Lied über Jahrhunderte hinweg in verschiedenen Versionen und Interpretationen weiterlebt.
Besondere Merkmale finden sich in der weiten Verbreitung und den unzähligen Varianten, die regional unterschiedliche Facetten des Originals hervorheben. So bleibt Praetorius‘ Werk ein lebendiges Beispiel für die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Volksmusik, die stets neue Generationen berührt und inspiriert.
Noten und Liedtext
- Nach grüner Farb mein Herz verlangt
in dieser trüben Zeit.
Der grimmig Winter währt so lang
der Weg ist mir verschneit.
Die süßen Vöglein jung und alt,
die hört man lang nit meh´.
Das tut des argen Winters G’walt,
der treibt die Vöglein aus dem Wald
mit Reif und kaltem Schnee. - Er macht die bunten Blümlein fahl
im Wald und auf der Heid,
dem Laub und Gras allüberall,
dem hat er widerseit.
All Freud und Lust wird jetzo feil,
die uns der Sommer bringt.
Gott geb dem Sommer Glück und Heil,
der zieht nach Mittentag am Seil,
daß er den Winter zwingt.
Text und Melodie: bei Michael Praetorius (1571-1621)
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Textinterpretation
In der lyrischen Reise des Liedes „Nach grüner Farb mein Herz verlangt“ spiegelt sich eine tiefe Sehnsucht wider, die aus dem Inneren zu sprechen scheint. Der Protagonist, gefangen in der Kälte und Dunkelheit des Winters, sehnt sich nach dem lebendigen Grün, nach Wärme und Erneuerung. Diese Sehnsucht wird zu einem Symbol für Hoffnung und den unaufhörlichen Kreislauf der Natur. In einer Zeit, die von Trübsinn und Kälte geprägt ist, wirkt die Natur als tröstliche Muse und Verheißung zugleich.
Das Lied evoziert eine universelle menschliche Erfahrung: das Verlangen nach Veränderung und Erneuerung. Inmitten der Herausforderungen des Alltags magst du dich nach Momenten purer Lebendigkeit und Liebe sehnen. Die poetische Sprache und der Reim transportieren dich in eine Welt, in der die Natur selbst zu sprechen scheint, und laden dich ein, in deinem Inneren nach jenem Grün zu suchen, das du in der Welt um dich herum vermisst. Es ist eine Einladung, die Augen für die Schönheit des Lebens zu öffnen.
Im Kontext der heutigen Welt könnte das Lied als Metapher für die Suche nach innerem Frieden und Harmonie verstanden werden. In Zeiten des Wandels und der Unsicherheit verspürst du vielleicht den Wunsch, zu den Wurzeln zurückzukehren und dich mit der Natur zu verbinden. Die Melodie des Volksliedes trägt nicht nur die Erinnerungen vergangener Generationen, sondern auch das zeitlose Streben nach einer tieferen Verbindung zur Welt um uns herum. Es erinnert daran, dass selbst in der Dunkelheit der Wintertage ein Frühling im Herzen heranwachsen kann.
Im Winter der Seele sehnt das Herz nach Leben und Licht; die Hoffnung auf den Sommer erblüht, wenn Kälte und Grau dem bunten Farbenrausch weichen. Erinnere dich: Nach Dunkelheit folgt stets der Neubeginn.






