Ein Männlein steht im Walde | Text und Noten

Ein sanfter Windhauch streift durch die Bäume, und die Melodie eines vertrauten Kinderliedes erwacht in deinem Herzen. Es ist, als ob die Natur selbst das Lied summt, das du einst als Kind so oft gesungen hast. „Ein Männlein steht im Walde“ – schon die ersten Worte rufen Erinnerungen an unbeschwerte Tage hervor, als die Wälder noch voller Geheimnisse steckten und jeder Schatten eine Geschichte erzählte.
Die Vorstellung eines kleinen, stummen Männleins, das in einem purpurnen Mantel verborgen steht, entfacht die Fantasie und weckt das kindliche Staunen in dir. Du spürst das Rätselhafte, das in den Reimen mitschwingt, und die Ahnung, dass die einfachsten Dinge oft die tiefsten Geheimnisse bergen. Dieses Lied, so eingängig und doch voller Wunder, lädt dich ein, die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen – neugierig, spielerisch und voller Entdeckerfreude.
historischer Hintergrund
„Ein Männlein steht im Walde“ ist ein charmantes Kinderlied, dessen Text von dem renommierten Dichter Hoffmann von Fallersleben stammt. Geboren 1798, war Hoffmann von Fallersleben ein bedeutender Vertreter der deutschen Dichtung und insbesondere für seine Kinderlieder bekannt. Die Melodie des Liedes entstammt einer traditionellen Volksweise und trägt zur eingängigen und fröhlichen Stimmung des Werkes bei.
Als Kinderlied erfreut sich „Ein Männlein steht im Walde“ großer Beliebtheit und wird seit Generationen in Familien und Kindergärten gesungen. Es gehört zur Kategorie der Natur- und Rätsellieder, die Kinder spielerisch an die Natur heranführen und ihre Fantasie anregen. Die bildhafte Sprache und die einfache, aber prägnante Melodie machen es leicht für Kinder, das Lied zu lernen und zu lieben.
Besonders bemerkenswert ist die Verbreitung des Liedes, das im deutschsprachigen Raum weit bekannt ist und in verschiedenen Varianten existiert. Diese Varianten spiegeln regionale Eigenheiten wider und zeigen, wie flexibel und lebendig Volkslieder sind. Die zeitlose Anziehungskraft von „Ein Männlein steht im Walde“ liegt in seiner Fähigkeit, Jung und Alt gleichermaßen zu begeistern und eine Verbindung zur Natur zu schaffen.
Noten und Liedtext
- Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm.
Es hat vor lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
das da steht im Wald allein
mit dem purpurroten Mäntelein? - Das Männlein steht im Walde auf einem Bein
und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
das da steht im Wald allein
mit dem kleinen schwarzen Käppelein?
Text: Hoffmann von Fallersleben (1798–1874)
Melodie: Volksweise
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Textinterpretation
Im Herzen des Waldes, wo die Stille wohnt, steht ein Männlein – ein stilles Rätsel aus Purpur gekleidet. Dieses Kinderlied lädt dich ein, die Fantasie zu wecken und in die geheimnisvolle Welt der Natur einzutauchen. Der Reim wiegt sanft hin und her, wie ein Blätterrauschen im Wind, und lässt dich die Magie des Verborgenen spüren. Was das Männlein wohl verbirgt? Vielleicht ist es ein Sinnbild für all das Unbekannte, das in unserem hektischen Alltag oft verloren geht.
Die purpurne Gestalt im Wald erinnert dich daran, innezuhalten und die kleinen Wunder um dich herum zu erkennen. In einer Welt, die oft so laut und schnelllebig ist, mahnt das Männlein zur Stille und Betrachtung. Es ist ein Aufruf, deinen Blick auf die Schönheit und die Geheimnisse des Alltäglichen zu richten. Dabei entsteht ein Gefühl der Geborgenheit und des Staunens, wie es nur die kindliche Vorstellungskraft hervorbringen kann.
Das Lied, obwohl für Kinder geschrieben, trägt eine zeitlose Weisheit in sich. Es fordert dich auf, die Augen zu öffnen und das Unscheinbare zu ergründen. Der stille Begleiter im Wald wird zum Symbol für das, was uns im Leben oft entgeht – die Poesie der Natur und der Augenblick der Ruhe. Lass dich von dieser Melodie leiten und finde im Rätselhaften die Freude des Entdeckens und des kindlichen Staunens.
Im stillen Wald, verborgen und allein, steht das Männlein, Symbol der Einsamkeit und des Geheimnisses; es lehrt uns, die verborgenen Facetten des Lebens zu erforschen und die Stille im Inneren zu hören.







