Kommet, ihr Hirten | Text und Noten

Ein sanfter Glockenklang schwebt durch die kalte Winterluft und vereint sich mit dem weichen Knistern von Schnee unter den Füßen. Die Welt scheint in stiller Erwartung zu verharren, während das warme Leuchten von Kerzen in den Fenstern Geschichten von Hoffnung und Freude flüstert. In dieser besonderen Zeit des Jahres breitet sich ein Gefühl der Geborgenheit aus, das bis tief ins Herz dringt.
„Kommet, ihr Hirten“ ertönt, ein zeitloser Ruf, der die Herzen mit sanfter Dringlichkeit erfüllt. Es ist, als ob die Melodie selbst die weite, stille Nacht durchbricht und dich einlädt, in die Geschichte einzutreten. Die Hirten, einfache Menschen mit großen Herzen, folgen dem Ruf und machen sich auf den Weg zur Krippe. Ihre Schritte sind leicht, getragen von der frohen Botschaft, die in der Luft liegt.
Die schlichte Schönheit des Liedes erinnert an jene magischen Momente, in denen sich die Welt still und friedlich anfühlt. Es ist ein musikalisches Versprechen, das die Sehnsucht nach Frieden und die Freude über das Wunder der Geburt Christi in sich trägt. Lass dich von diesem Lied umarmen und spüre, wie es Erinnerungen wachruft und neue Hoffnung schenkt.
historischer Hintergrund
Das Weihnachtslied „Kommet, ihr Hirten“ entstammt der reichen Tradition böhmischer Volkslieder und geht auf das frühe 18. Jahrhundert zurück. Erst im Jahr 1880 fand es durch den deutschen Komponisten und Chorleiter Carl Riedel den Weg in eine gedruckte Sammlung, wodurch es einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wurde. Riedels Engagement für die Chormusik trug entscheidend dazu bei, das Lied in der Weihnachtszeit bekannt und beliebt zu machen.
Innerhalb der Kategorie der Advents- und Weihnachtslieder hebt sich „Kommet, ihr Hirten“ durch seine schlichte, aber eindringliche Melodie hervor, die in ihrer Ursprünglichkeit den Geist der ländlichen Weihnacht einfängt. Die Melodie, gepaart mit einem einladenden Text, erzählt von der freudigen Verkündigung der Geburt Christi an die Hirten auf dem Feld.
Seine Verbreitung erlebte das Lied vor allem im deutschsprachigen Raum, doch auch internationale Chöre haben es in ihr Repertoire aufgenommen, was seine universelle Anziehungskraft unterstreicht. Verschiedene Variationen und Arrangements existieren, die dem Lied immer wieder neue Facetten verleihen, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren.
Noten und Liedtext
- Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun,
kommet, das liebliche Kindlein zu schaun.
Christus, der Herr, ist heute geboren,
den Gott zum Heiland euch hat erkoren.
Fürchtet euch nicht! - Lasset uns sehen in Bethlehems Stall,
was uns verheißen der himmlische Schall.
Was wir dort finden, lasset uns künden,
lasset uns preisen in frommen Weisen:
Halleluja! - Wahrlich, die Engel verkündigen heut
Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud:
Nun soll es werden Friede auf Erden,
den Menschen allen ein Wohlgefallen.
Ehre sei Gott!
Text und Melodie: Volklied aus Böhmen (um 1700). Erst Veröffentlichung 1880 durch Carl Riedel (1827-1888).
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Textinterpretation
In der sanften Melodie von „Kommet, ihr Hirten“ verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart, während die Hirten, Männer und Frauen, zum göttlichen Wunder in der Krippe gerufen werden. Diese Einladung, das liebliche Kindlein zu bestaunen, symbolisiert mehr als nur eine Reise zur Krippe. Sie verkörpert die Hoffnung, die jedes Herz in der Weihnachtszeit berührt. Die schlichte Freude der Hirten erinnert uns daran, dass in der Einfachheit oft die tiefste Erfüllung liegt. Die Krippe wird zum Sinnbild für die Geburt von Licht und Liebe in unserer eigenen Welt.
Heute könnte das Lied eine Einladung sein, das Wesentliche zu suchen, fernab von Trubel und Kommerz. Es erinnert uns daran, innezuhalten und das Wunderbare im Alltäglichen zu erkennen. Die freudige Stimmung des Liedes ermutigt uns, mit offenem Herzen und kindlichem Staunen durch diese Zeit zu gehen. Vielleicht fühlst du beim Hören eine wohlige Wärme, die dich umhüllt, eine Erinnerung daran, dass das Licht der Weihnacht auch in den einfachsten Momenten deines Lebens leuchtet.
In der besinnlichen Nacht erstrahlt die Botschaft von Frieden und Freude; der Heiland verkündet Hoffnung und Einheit für die Menschheit – ein Aufruf, die Liebe im Herzen zu tragen und zu teilen.







