Macht hoch die Tür | Text und Noten

Ein freundlicher König auf einem weißen Esel reitet durch geöffnete Tore in ein verschneites Dorf. Kinder und Dorfbewohner empfangen ihn mit grünen Zweigen. Kerzenlicht scheint aus den Fenstern, der Himmel ist voller Sterne.

Ein leises Knistern in der Luft, wenn die ersten Schneeflocken des Winters sanft zur Erde tanzen, erinnert dich daran, dass der Advent begonnen hat. Inmitten dieser stillen Vorfreude erklingt ein vertrauter Klang, der die Herzen wärmt und die Seele erhebt: „Macht hoch die Tür“. Die Melodie, barock und erhaben, durchdringt die Kälte und erfüllt den Raum mit einer freudigen Erwartung.

In der Kirche, wo Kerzenlicht flackert und der Duft von Tannenzweigen die Luft erfüllt, erhebt sich der Chor in einem harmonischen Klangteppich. Es ist, als ob die Mauern selbst atmen und die Freude der Ankunft des Herrn der Herrlichkeit verkünden. Die Worte, getragen von der Gemeinschaft, öffnen Tore im Herzen, die weit und einladend sind, bereit für das Kommen des Königs aller Königreiche.

Dieses Lied ist mehr als nur Musik; es ist ein Schlüssel zu Erinnerungen, zu Augenblicken des Friedens und der Hoffnung. Es erinnert dich daran, dass der Advent eine Zeit der Vorbereitung und der inneren Einkehr ist, eine Zeit des Hoffens auf den Heiland, der alle Dunkelheit mit seinem Licht durchdringt.

historischer Hintergrund

Georg Weissel, ein Pfarrer und Dichter aus Ostpreußen, verfasste den Text des Liedes „Macht hoch die Tür“ im frühen 17. Jahrhundert. Seine Worte spiegeln die freudige Erwartung der Ankunft Christi wider, eine zentrale Thematik der Adventszeit. Weissels Text gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Adventsliedern und hat sich über die Jahrhunderte hinweg seinen festen Platz im kirchlichen Repertoire bewahrt.

Die Melodie, die das Lied begleitet, stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde erstmals im Gesangsbuch von Johann Anastasius Freylinghausen publiziert. Diese Verbindung von Text und Melodie hat wesentlich zur Popularität des Liedes beigetragen, da Freylinghausens Sammlung in vielen protestantischen Gemeinden weit verbreitet war. Die eingängige Melodie unterstützt die festliche und zugleich besinnliche Stimmung des Textes.

Über die Jahrhunderte hinweg hat „Macht hoch die Tür“ zahlreiche Variationen und Bearbeitungen erfahren. In vielen Regionen Deutschlands und darüber hinaus wird es in der Adventszeit gesungen, sowohl in kirchlichen als auch in familiären Kreisen. Die Kraft dieses Liedes liegt in seiner zeitlosen Botschaft und seiner musikalischen Einfachheit, die Generationen von Gläubigen miteinander verbindet.

Noten und Liedtext

Melodie abspielen
  1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
    es kommt der Herr der Herrlichkeit,
    ein König aller Königreich,
    ein Heiland aller Welt zugleich,
    der Heil und Leben mit sich bringt;
    derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
    Gelobet sei mein Gott,
    mein Schöpfer reich von Rat.
  2. Er ist gerecht, ein Helfer wert;
    Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
    sein‘ Königskron ist Heiligkeit,
    sein Zepter ist Barmherzigkeit;
    all unsre Not zum End er bringt,
    derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
    Gelobet sei mein Gott,
    mein Heiland groß von Tat.
  3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
    so diesen König bei sich hat.
    Wohl allen Herzen insgemein,
    da dieser König ziehet ein.
    Er ist die rechte Freudensonn,
    bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
    Gelobet sei mein Gott,
    mein Tröster früh und spat.
  1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
    eu’r Herz zum Tempel zubereit’.
    Die Zweiglein der Gottseligkeit
    steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
    so kommt der König auch zu euch,
    ja, Heil und Leben mit zugleich.
    Gelobet sei mein Gott,
    voll Rat, voll Tat, voll Gnad.
  2. Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
    meins Herzens Tür dir offen ist.
    Ach zieh mit deiner Gnade ein;
    dein Freundlichkeit auch uns erschein.
    Dein Heilger Geist uns führ und leit
    den Weg zur ewgen Seligkeit.
    Dem Namen dein, o Herr,
    sei ewig Preis und Ehr.

Text: Georg Weissel (1590-1635)
Melodie: 18. Jahrhundert (Gesangsbuch von Johann Anastasius Freylinghausen)

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Textinterpretation

In der kühlen, erwartungsvollen Luft des Advents erklingt das Lied „Macht hoch die Tür“, das uns dazu einlädt, unsere Herzen zu öffnen. Es kündet von der Ankunft des Herrn der Herrlichkeit, einem König, der nicht mit materieller Macht, sondern mit heilender Präsenz kommt. Diese barocke Melodie, getragen von feierlichem Ernst, ruft uns dazu auf, jene inneren Türen weit zu öffnen, die wir oft aus Furcht verschlossen halten. Ein Ruf zur inneren Einkehr und zur Freude, die über das Materielle hinausgeht.

Das Lied verbindet uns mit der Tradition der Kirche und dem tiefen Empfinden des Wartens und der Hoffnung. In einer hektischen Welt erinnert es uns daran, innezuhalten und auf die leise, aber kraftvolle Stimme der Besinnung zu hören. Es ist ein Moment, um in der Dunkelheit des Winters Licht zu finden und die Wärme der Gemeinschaft zu spüren. Heute, wie damals, ermutigt es uns, das Göttliche im Alltäglichen zu erkennen und uns für das Wunderbare zu öffnen.

Wenn du die Worte hörst, magst du die Vorfreude spüren, die in der Luft liegt – ein Gefühl, das weit über die Weihnachtszeit hinausreicht. „Macht hoch die Tür“ ruft uns auf, nicht nur in der Adventszeit, sondern stets offen zu sein für das Neue, das Gute, das in unser Leben treten möchte. Es erinnert uns daran, dass jeder von uns die Tür zu seinem eigenen inneren Königreich weit öffnen kann, um Frieden und Freude zu finden.

Hörbeispiele

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Gitarre – Noten und Tabs

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