Ade zur guten Nacht | Text und Noten

Ein junger Mann und eine junge Frau stehen am Holzzaun in einer nächtlichen Landschaft. Der Mann trägt einen Umhang und Hut, die Frau ein blaues Kleid und Kopftuch. Sie halten sich an den Händen und blicken sich traurig an. Im Hintergrund leuchtet ein Häuschen, der Mond steht über den Bergen – eine Szene stillen Abschieds.

In der sanften Umarmung der Dämmerung, wenn die Welt in leise Schatten getaucht ist, flüstert ein altes Volkslied von Abschied und Vergänglichkeit. „Ade zur guten Nacht“ trägt die sanfte Melodie der Erinnerung in sich, wie das Flüstern des Windes, der durch die Wipfel der alten Bäume streicht. Mit jedem Takt entfaltet sich eine Geschichte von Loslassen und zärtlichem Lebewohl, die dein Herz umschließt und zu längst vergangenen Sommern führt.

Der Klee, der im Sommer so üppig gedeiht, wird zum Sinnbild für vergangene Zeiten und warme Tage, während der Winter, still und weiß, die Welt zur Ruhe bringt. Die Worte des Liedes wiegen dich sanft in einer vertrauten Melancholie, die sowohl Trost als auch Wehmut birgt. Es ist diese Zeitlosigkeit, die das Lied so besonders macht – ein stiller Begleiter in der Nacht, der dir zuruft: „Ade“, und dich mit einer sanften Berührung in den Schlaf entlässt.

historischer Hintergrund

Im Jahr 1910 fand das Lied „Ade zur guten Nacht“ seinen Weg in den „Zupfgeigenhansl“, eine einflussreiche Sammlung von Volksliedern, die von Hans Breuer herausgegeben wurde. Der Text dieses Liedes basiert auf traditionellen Volksweisen, während die dritte Strophe von dem bedeutenden Dichter Eduard Mörike (1804-1875) stammt. Diese Kombination verleiht dem Lied eine besondere Tiefe und Poesie, die es zu einem festen Bestandteil der deutschen Volksliedkultur macht.

Volkslieder wie „Ade zur guten Nacht“ zeichnen sich durch ihre einfache Melodie und eingängige Texte aus, die oft mündlich überliefert wurden. Diese Merkmale haben ihre Verbreitung über Generationen hinweg begünstigt. Das Lied erzählt von Abschied und Sehnsucht und berührt mit seiner melancholischen, doch tröstlichen Stimmung die Herzen vieler Menschen.

In verschiedenen Regionen und Zeiten entstanden zahlreiche Varianten dieses Liedes, was seine Beliebtheit und Anpassungsfähigkeit unterstreicht. Es wurde nicht nur in geselligen Runden gesungen, sondern fand auch Eingang in die Konzertprogramme von Chören. Diese vielseitige Verbreitung und die emotionale Tiefe machen „Ade zur guten Nacht“ zu einem zeitlosen Klassiker der Volksmusik.

Noten und Liedtext

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  1. Ade zur guten Nacht,
    jetzt wird der Schluss gemacht,
    dass ich muss scheiden.
    Im Sommer, da wächst der Klee,
    im Winter schneit’s den Schnee,
    da komm ich wieder.
  2. Es trauern Berg und Tal,
    wo ich viel tausendmal
    bin drüber ’gangen.
    Das hat deine Schönheit gemacht,
    hat mich zum Lieben gebracht
    mit großem Verlangen.
  3. Das Brünnlein rinnt und rauscht,
    wohl unterm Holderstrauch,
    wo wir gesessen.
    Wie manchen Glockenschlag,
    da Herz bei Herzen lag,
    das hast vergessen.
  1. Die Mädchen in der Welt
    sind falscher als das Geld
    mit ihrem Lieben.
    Ade, zur guten Nacht,
    jetzt wird der Schluss gemacht,
    dass ich muss scheiden.

Text: aus dem Zupfgeigenhansl (1910), 3. Strophe Eduard Mörike (1804-1875)
Melodie: Volksweise

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Textinterpretation

Das Lied „Ade zur guten Nacht“ umhüllt uns mit der sanften Melancholie eines Abschieds, der unvermeidlich naht. Es entfaltet sich wie ein leises Flüstern in der Nacht, das uns daran erinnert, dass alle Dinge vergänglich sind. Die Worte „jetzt wird der Schluss gemacht“ tragen die Schwere eines Moments, in dem sich Wege trennen müssen, und wecken in uns die Sehnsucht nach den flüchtigen Momenten des Lebens, die wie Klee im Sommer erblühen und im Winter ruhen.

Dieses Volkslied, in seiner zeitlosen Einfachheit, spricht von der Ruhe und der Stille, die nach einem langen Tag einkehrt. Es lädt uns ein, innezuhalten und die Übergänge im Leben zu reflektieren. Für den modernen Leser mag es eine Erinnerung sein, die Kostbarkeit jedes Augenblicks zu schätzen, denn wie die Jahreszeiten, so wechseln auch die Phasen unseres Lebens – voller Erinnerungen und neuer Anfänge.

In der heutigen hektischen Welt könnte das Lied als ein sanfter Aufruf verstanden werden, achtsam zu leben und sich der Schönheit des Augenblicks bewusst zu werden. Es vermittelt eine stille, doch kraftvolle Botschaft: dass Abschiede nicht nur Enden, sondern auch Chancen für neue Wege sein können. So mag der Zuhörer oder Leser eine stille Melancholie verspüren, die jedoch Hoffnung und Trost in sich birgt.

Hörbeispiele

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