Der Winter ist gekommen | Text und Noten

Die ersten Schneeflocken tanzen leise durch die klare Luft und bedecken die Welt mit einem sanften, weißen Schleier. Der Winter hat Einzug gehalten, und mit ihm entfaltet sich eine stille Schönheit, die das Herz berührt und Erinnerungen weckt. Erinnerst du dich an jene Kindheitstage, als du mit roten Wangen und funkelnden Augen durch die Schneelandschaft gestapft bist, während die Kälte sanft deine Nase kitzelte?
„Der Winter ist gekommen“ fängt diese Magie in jeder Note und jedem Wort ein. Es ist ein Lied, das in seiner Schlichtheit die Seele berührt und die Vergänglichkeit der Jahreszeiten spürbar macht. Der Schnee, der sich über die Blütenkeime legt, erzählt von der Ruhe und dem Neubeginn, der in der winterlichen Stille verborgen liegt. Lass dich von der Melodie tragen, die wie ein leiser Windhauch durch die kahlen Äste streift und die Erinnerungen an längst vergangene Wintertage wieder zum Leben erweckt.
historischer Hintergrund
In den verschneiten Landschaften des 19. Jahrhunderts entstand das anrührende Lied „Der Winter ist gekommen“, das aus der Feder des deutschen Dichters Robert Reinick stammt. Ursprünglich als Teil seines Gedichts „Weihnachtsfreude“ verfasst, fand der Text schnell Anklang in der Volksmusik. Die Melodie, eine schlichte Volksweise, fügt sich nahtlos in die Tradition der deutschen Volkslieder ein, die oft die Jahreszeiten und ihre emotionalen Facetten thematisieren.
Volkslieder, zu denen auch „Der Winter ist gekommen“ zählt, sind tief in der Kultur verwurzelt und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Auffällig ist die Vielseitigkeit des Liedes, das in verschiedenen Regionen Deutschlands in unterschiedlichen Varianten existiert. Diese regionale Vielfalt spiegelt sich nicht nur in der Melodie, sondern auch in leicht abgewandelten Textversionen wider, die lokale Traditionen und Bräuche einfließen lassen.
Trotz seiner historischen Wurzeln hat das Lied nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Es wird in der Adventszeit häufig bei Feiern und Zusammenkünften gesungen und erinnert die Menschen an die freudige Erwartung und die stille Schönheit des Winters. So bleibt „Der Winter ist gekommen“ ein lebendiges Zeugnis deutscher Volkskunst, das die Herzen vieler auch heute noch erwärmt.
Noten und Liedtext
- Der Winter ist gekommen
und hat hinweg genommen
der Erde grünes Kleid;
Schnee liegt auf Blütenkeimen,
kein Blatt ist an den Bäumen,
erstarrt die Flüsse weit und breit. - Da schallen plötzlich Klänge
und frohe Festgesänge
hell durch die Winternacht.
In Hütten und Palästen
ist rings in grünen Ästen
ein bunter Frühling aufgewacht. - Wie gern doch seh ich glänzen
mit all den reichen Kränzen
den grünen Weihnachtsbaum;
dazu der Kindlein Mienen,
von Licht und Lust beschienen;
wohl schön’re Freude gibt es kaum!
Text: Robert Reinick (1805-1852), aus dem Gedicht „Weihnachtsfreude“
Melodie: Volksweise
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Textinterpretation
Der Winter ist gekommen und mit ihm die stille Einkehr der Natur, die sich unter einer Decke aus Schnee zur Ruhe legt. Die Worte des Liedes malen ein Bild von Kälte, das zugleich Schönheit und Vergänglichkeit in sich birgt. Du spürst die Ruhe, die sich über die Landschaft legt, während die Blütenkeime unter dem weißen Schleier verborgen auf den Frühling warten. Diese Ruhe erinnert uns daran, dass nach jedem Ende ein neuer Anfang steht, verborgen und doch gewiss.
In der schlichten Melodie der Volkslieder findet sich eine zeitlose Weisheit, die über Generationen hinweg Bestand hat. Der Winter, als Symbol für das Ende, mahnt uns, innezuhalten und die Momente der Stille zu schätzen. Du könntest dich fragen, welche Teile deines Lebens bereit sind, losgelassen zu werden, um Platz für Neues zu schaffen. Der Winter lädt dazu ein, Altes zu überdenken und im Verborgenen neue Träume zu nähren.
Während die Natur in tiefem Schlaf verharrt, spüren wir die Kälte nicht nur physisch, sondern auch emotional. Doch in dieser Kälte liegt eine besondere Klarheit, die uns lehrt, das Unwesentliche abzustreifen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Lass den Winter dir zeigen, dass es in der Ruhe und Einfachheit oft die tiefsten Einsichten gibt, die uns auf unserem Lebensweg weiterführen.
Im Winter, wo das Leben ruht, erblüht im Herzen Hoffnung und Freude, die selbst frostige Zeiten erhellt. Der Frühling der Seele findet stets einen Weg, selbst wenn die Welt erstarrt.






