Guter Mond, du gehst so stille | Text und Noten

Wenn die letzten Strahlen der Sonne verblassen und die Welt in sanftes Dämmerlicht getaucht ist, erhebt sich der Mond majestätisch am Himmelszelt. In dieser stillen Stunde, wo der Tag sich leise zur Ruhe legt, erklingt das Schlaflied „Guter Mond, du gehst so stille“ wie ein zarter Hauch durch die Nacht. Es ist ein Lied, das Erinnerungen an warme Sommerabende weckt, an denen du als Kind vertrauensvoll in die Arme des Schlafes gesunken bist, während die vertraute Melodie dich umhüllte.
Die Worte sind wie ein sanfter Fluss, der die Seele beruhigt und alle Sorgen mit sich nimmt. Der Mond, der stille Begleiter, zieht seine Bahn durch die abendlichen Wolken, als wäre er ein alter Freund, der dich auf deiner Traumreise begleitet. Seine sanfte Präsenz und das leise Flüstern des Liedes schaffen eine Atmosphäre der Geborgenheit und des Friedens, die dich hinübergleiten lässt in die Welt der Träume. Dieses Schlaflied ist mehr als nur Melodie und Text; es ist ein liebevoller Gruß an die Nacht, ein poetischer Schutzmantel, der dich sanft umfängt.
historischer Hintergrund
„Guter Mond, du gehst so stille“ ist ein bezauberndes Schlaflied, dessen Text von dem deutschen Dichter Karl Enslin (1819-1875) stammt. Die Melodie basiert auf einer traditionellen Volksweise, die das Lied in eine Reihe mit anderen volkstümlichen Wiegenliedern stellt. Mit sanften Worten und melodischen Klängen wiegt es seit Generationen Kinder in den Schlaf.
Ursprünglich verfasst im 19. Jahrhundert, hat das Lied die Zeit überdauert und wird bis heute in vielen Familien gesungen. Seine eingängige Melodie und der beruhigende Text haben dazu beigetragen, dass es weit über die deutschen Grenzen hinaus Bekanntheit erlangte. Es existieren zahlreiche Varianten, die in unterschiedlichen Regionen aufgegriffen und leicht abgewandelt wurden, was seine Anpassungsfähigkeit und zeitlose Popularität unterstreicht.
In der Musikgeschichte nimmt „Guter Mond, du gehst so stille“ einen besonderen Platz ein, da es die emotionale Verbindung zwischen schlafsuchenden Kindern und ihren Eltern musikalisch einfängt. Diese innige Atmosphäre und die universelle Sprache der Melodie machen es zu einem unvergesslichen Kulturgut, das durch die Generationen weitergegeben wird.
Noten und Liedtext
- Guter Mond, du gehst so stille
Durch die Abendwolken hin;
Deines Schöpfers weiser Wille
Hieß auf jener Bahn dich ziehn.
Leuchte freundlich jedem Müden
In das stille Kämmerlein!
Und dein Schimmer gieße Frieden
In’s bedrängte Herz hinein! - Guter Mond, du wandelst leise
An dem blauen Himmelszelt,
Wo dich Gott zu seinem Preise
Hat als Leuchte hingestellt.
Blicke traulich zu uns nieder
Durch die Nacht auf’s Erdenrund!
Als ein treuer Menschenhüter
Thust du Gottes Liebe kund! - Guter Mond, so sanft und milde
Glänzest du im Sternenmeer,
Wallest in dem Lichtgefilde
Hehr und feierlich einher.
Menschentröster, Gottesbote,
Der auf Friedenswolken thront:
Zu dem schönsten Morgenrothe
Führst du uns, o guter Mond!
Text: Karl Enslin (1819-1875)
Melodie: Volksweise
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Textinterpretation
In der stillen Weite der Nacht wandert der Mond, ein leiser Zeuge der Ruhe, die über die Welt hereinbricht. Sein Licht, das sanft durch die Abendwolken bricht, erzählt von der Harmonie des Universums und der Weisheit seines Schöpfers. Diese himmlische Ordnung erinnert uns daran, dass auch wir unseren eigenen Pfaden folgen, geleitet von einer höheren Bestimmung, die uns oft verborgen bleibt, aber stets präsent ist, wie die sanfte Präsenz des Mondes.
In unserer hektischen Welt bietet das Lied eine Oase der Besinnung. Es lädt uns ein, die Hektik des Alltags hinter uns zu lassen und in die Stille der Nacht einzutauchen, um Frieden zu finden. Der Mond wird zum stillen Begleiter unserer Träume, ein Symbol für die Ruhe, die wir alle suchen. Die Melodie umhüllt uns wie eine wärmende Decke, vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit und lässt uns die Sorgen des Tages sanft in den Schlaf wiegen.
Das Lied erinnert uns daran, dass die Nacht nicht nur das Ende eines Tages bedeutet, sondern auch eine Zeit des Neubeginns. In der Dunkelheit finden wir die Möglichkeit zur Reflexion und die Kraft, uns selbst neu zu entdecken. Während der Mond seinen ruhigen Weg fortsetzt, können auch wir innehalten und den Zauber der Nacht nutzen, um neue Perspektiven zu gewinnen und gestärkt in den kommenden Tag zu starten. So wird die Nacht zur Quelle der Inspiration und des Trostes.
Der Mond, als stiller Wächter, spendet Licht und Frieden, erinnert uns an göttliche Fürsorge und die Hoffnung auf neue Tage. In seiner sanften Präsenz finden wir Trost und die Verheißung des Lebens.






