O Täler weit, o Höhen (Abschied vom Walde) | Text und Noten

Ein Wanderer mit Hut und Rucksack steht am Waldrand, schaut in ein sonniges Tal mit blühenden Wiesen, Wildblumen, Bäumen und sanften Bergen. Neben ihm fließt ein kleiner Bach, alles wirkt ruhig und freundlich.

Ein zarter Windhauch streichelt die Wipfel der alten Bäume, während du in der Stille des Waldes verweilst. Hier, wo das Zwitschern der Vögel die Zeit anhält, findest du eine Zuflucht, die deine Seele in sanfte Umarmung nimmt. Die Melodie der Natur umhüllt dich, während die Gedanken an ferne Täler und majestätische Höhen emporsteigen wie der Morgennebel über den sanften Hügeln.

In diesem stillen Grün, das von unzähligen Geschichten durchdrungen ist, spürst du die bittersüße Melancholie des Abschieds. Jeder Schritt auf dem weichen Waldboden ruft Erinnerungen wach, die wie Blätter im Herbstwind tanzen. Das Lied „O Täler weit, o Höhen“ fängt diese Momente ein, verbindet dich mit der Weite der Natur und der Tiefe deiner Empfindungen. Es ist ein leiser Dialog zwischen dir und der Welt um dich herum, ein Abschied, der zugleich ein Neubeginn ist, getragen von der zeitlosen Harmonie der Volkslieder.

historischer Hintergrund

„O Täler weit, o Höhen (Abschied vom Walde)“ ist ein Lied, das die romantische Seele des 19. Jahrhunderts in Deutschland einfängt. Der Text stammt aus dem Gedicht „Abschied“ von Joseph von Eichendorff, einem der bedeutendsten Dichter der deutschen Romantik. Seine Zeilen beschwören die Schönheit und Melancholie eines Abschieds von der Natur, die für viele Menschen jener Zeit eine Quelle der Inspiration und des Trostes war.

Die einprägsame Melodie, komponiert von Felix Mendelssohn Bartholdy, einem der herausragenden Komponisten der Romantik, verleiht dem Text eine zusätzliche emotionale Tiefe. Mendelssohns musikalisches Talent vereint sich hier mit Eichendorffs poetischer Sprache zu einem Werk, das als Volkslied in die Herzen der Menschen Einzug hielt.

In der Kategorie der Volkslieder verankert, erfreut sich „O Täler weit, o Höhen“ einer bemerkenswerten Verbreitung. Seine Popularität zeigt sich in zahlreichen Chor- und Instrumentalvarianten, die das Lied über die Jahrzehnte hinweg am Leben erhalten haben. Der harmonische Einklang von Text und Melodie macht es zu einem zeitlosen Klassiker, der die Sehnsucht nach der Natur und der Vergänglichkeit des Augenblicks eindrucksvoll zum Ausdruck bringt.

Noten und Liedtext

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  1. O Täler weit, o Höhen,
    o schöner, grüner Wald,
    du meiner Lust und Wehen
    andächt’ger Aufenthalt.
    Da draußen, stets betrogen,
    saust die geschäft’ge Welt;
    schlag noch einmal die Bogen
    um mich, du grünes Zelt.
  2. Wenn es beginnt zu tagen,
    die Erde dampft und blinkt,
    die Vögel lustig schlagen,
    dass dir dein Herz erklingt:
    Da mag vergehn, verwehen
    das trübe Erdenleid,
    da sollst du auferstehen
    in junger Herrlichkeit.
  3. Im Walde steht geschrieben
    ein stilles, ernstes Wort
    vom rechten Tun und Lieben
    und was des Menschen Hort.
    Ich habe treu gelesen
    die Worte schlicht und wahr.
    und durch mein ganzes Wesen
    ward’s unaussprechlich klar.
  1. Bald werd ich dich verlassen,
    fremd in der Fremde gehn,
    auf bunt bewegten Gassen
    des Lebens Schauspiel sehn;
    und mitten in dem Leben
    wird deines Ernsts Gewalt
    mich Einsamen erheben,
    so wird mein Herz nicht alt.

Text: Gedicht „Abschied“ von Joseph von Eichendorff (1788-1857)
Melodie: Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

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Textinterpretation

In der ersten Strophe des Liedes „O Täler weit, o Höhen“ schwingt eine tiefe Sehnsucht nach der beruhigenden Umarmung der Natur mit. Der Wald wird als heiliger Ort beschrieben, ein Zufluchtsort für sowohl freudige als auch schmerzvolle Momente. Diese Darstellung erinnert uns daran, wie unverzichtbar die Natur für unser emotionales Wohl ist, besonders in Zeiten der Unruhe. Sie bietet uns einen Raum der Einkehr und des Nachdenkens, abseits der hektischen Welt da draußen.

Der Abschied von diesem grünen Paradies wird zu einem Moment des Innehaltens, ein Übergang, der sowohl Traurigkeit als auch Dankbarkeit in sich trägt. Es ist ein Abschied von einer Vertrautheit, die uns Trost und Inspiration schenkt. Dieses Gefühl lässt sich auch in modernen Zeiten nachempfinden, wenn wir uns von geliebten Orten oder Phasen unseres Lebens verabschieden müssen. Es erinnert uns daran, den Wert von Erinnerungen und die Kraft der Natur zu schätzen.

Hörbeispiele

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