Es, es, es und es | Text und Noten

Die Melodie eines Volksliedes hat die Kraft, uns in eine andere Zeit und an andere Orte zu entführen. Mit einem einzigen Akkord entfaltet sich ein Reigen aus Klängen und Erinnerungen, als ob der Wind durch alte Bäume streicht und vergessene Geschichten flüstert. „Es, es, es und es“ ist solch ein Lied, das mit seiner spielerischen Einfachheit und seinen unsinnigen Reimen ein Lächeln auf die Lippen zaubert und das Herz zum Tanzen bringt.
Es ist ein Lied wie ein frecher Streich, der in der Luft hängt und die Schwere des Alltags aufhebt. Stell dir den Moment vor, wenn ein Lachen aus tiefster Seele aufsteigt, ausgelöst durch die kindliche Freude am Spiel. Die Worte sind wie bunte Murmeln, die in einer endlosen Schleife rollen, sich verheddern und wieder entwirren. „Es, es, es und es“ – ein Reigen der Wiederholung, der uns in die Leichtigkeit eines unbeschwerten Augenblicks zurückführt.
historischer Hintergrund
„Es, es, es und es“ ist ein bezauberndes Beispiel für die reiche Tradition hessischer Volkslieder. Entstanden im 18. Jahrhundert, vereint es eine eingängige Melodie mit einem Text, der die Lebensfreude und den Alltag der Menschen jener Zeit widerspiegelt. Die Ursprünge des Liedes liegen tief im ländlichen Hessen, wo es zunächst mündlich überliefert wurde und sich rasch großer Beliebtheit erfreute.
In der Kategorie der Volkslieder angesiedelt, zeichnet sich „Es, es, es und es“ durch seine einfache Struktur und eingängigen Refrain aus, der zum Mitsingen einlädt. Diese Merkmale trugen zur weiten Verbreitung des Liedes bei, und es wurde bald in verschiedenen Regionen des deutschsprachigen Raums adaptiert und variiert. Solche Varianten spiegeln die kulturellen Eigenheiten und kreativen Anpassungen der jeweiligen Gemeinschaften wider.
Durch die Jahrhunderte hindurch hat sich das Lied seinen Platz in der Volksmusik bewahrt. Es steht als Symbol für die Beständigkeit und Anpassungsfähigkeit der Volkskultur, die ihre Geschichten und Melodien von Generation zu Generation weitergibt. So bleibt „Es, es, es und es“ ein lebendiges Zeugnis hessischer Musikalität und Tradition.
Noten und Liedtext
- Es, es, es und es,
es ist ein harter Schluss,
weil, weil, weil und weil,
weil ich aus Frankfurt muss.
So schlag ich Frankfurt aus dem Sinn
und wende mich, Gott weiß, wohin.
Ich will mein Glück probieren,
marschieren. - Er, er, er und er,
Herr Meister, leb er wohl!
Ich sag’s ihm grad frei ins Gesicht,
seine Arbeit, die gefällt mir nicht.
Ich will mein Glück probieren,
marschieren. - Sie, sie, sie und sie,
Frau Meist’rin, leb sie wohl!
Ich sag’s ihr grad frei ins Gesicht:
Ihr Speck und Kraut, das schmeckt mir nicht.
Ich will mein Glück probieren,
marschieren.
Text und Melodie: Hessisches Volkslied (18. Jahrhundert)
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Textinterpretation
In den verspielten Zeilen des Liedes „Es, es, es und es“ schwingt eine Melodie, die zwischen Leichtigkeit und Abschied ihren Tanz vollführt. Die Wiederholung von „es“ wirkt wie ein kindliches Spiel, das die Ernsthaftigkeit des Lebens ausblendet. Doch zwischen den Zeilen versteckt sich eine bittersüße Abschiedsstimmung, die uns an die Unvermeidbarkeit von Veränderungen erinnert. Der Protagonist verlässt Frankfurt, und mit jedem „weil“ wird die Notwendigkeit unterstrichen, obwohl sie womöglich in Rätseln bleibt.
Das Lied könnte heute als Metapher für die kleinen und großen Abschiede des Lebens stehen, die uns oft unverhofft begegnen. Es erinnert uns daran, dass das Leben ein ständiges Kommen und Gehen ist, ein Reigen aus neuen Anfängen und Abschiedstränen. Der Leser fühlt vielleicht die Wehmut des Loslassens, aber auch die stille Freude, die im Spiel mit den Reimen steckt, die uns daran erinnert, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen.
Die Einfachheit und der Unsinn des Volksliedes spiegeln die kindliche Freude wider, die in jedem von uns schlummert. Im modernen Alltag könnte es als Aufforderung dienen, das Leben mit einem Augenzwinkern zu betrachten und die spielerische Seite nicht zu vergessen. Beim Lesen oder Hören fühlt der Leser möglicherweise eine nostalgische Verbundenheit mit der Vergangenheit, die uns lehrt, dass selbst in der Einfachheit und dem Spiel eine tiefe Weisheit verborgen liegt.
Im Aufbruch liegt der Mut, sich von Gewohntem zu lösen und neue Wege zu beschreiten. Der Abschied von Altbekanntem öffnet die Tür zu unentdecktem Glück und persönlicher Entfaltung.






